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Nein sagen will gelernt sein - 5 Tools um gesunde Grenzen zu setzen

Brigitte Hettenkofer, NeuroResilienz

Pflegekräfte brauchen die Schlüsselfähigkeit, gelegentlich ein deutliches Nein zu Arbeitsüberlastung zu sagen. Nein sagen ist eine echte Selbstfürsorge und stärkt die eigene Resilienz.

Die berufliche Lebensleistung einer Pflegekraft ist immens: Über viele Jahre werden Schichten geschoben, Patienten versorgt, körperlich Kräfte zehrende Arbeiten verrichtet - von den psychischen Belastungen ganz zu schweigen. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann diese Anspannung durchhalten und sowohl seine Freundlichkeit als auch seine Hilfsbereitschaft über die Jahre erhalten.

Zu einer inneren Gelassenheit gehört auch die Fähigkeit, zu Anforderungen von außen gelegentlich Nein zu sagen. Ein höfliches, aber deutliches Nein erspart Ärger, Überarbeitung und am Ende Wutanfälle oder Depressionen. Bevor der Körper zusammenbricht, ist jeder aufgefordert, für sich selbst zu sorgen. Nur dann kann die profitable Gemeinschaft reibungslos über einen langen Zeitraum funktionieren.

Überlebenswichtig: das richtige Nein sagen

Nein sagen kann man lernen. Einige wirksame Tools stellen das Handwerkszeug dar, mit dem ein ebenso klares wie freundliches Nein formuliert wird. Anwendung findet das neue Können sowohl gegenüber Patienten als auch Pflegedienstleitungen oder Kollegen - und es wird sicher auch im Alltag bald seinen Einzug halten. Das Ergebnis ist ein deutliches Mehr an innerer und äußerer Freiheit und Selbstbestimmung.

Kraftvoll über viele Jahre

Krankenhäuser bieten Arbeitsplätze, die nur Menschen mit viel psychischer und physischer Kraft über die Jahre ausfüllen können. Dazu bedarf es Personen, die pfleglich mit sich selbst umgehen, Verantwortung für ihren Körper und ihre psychische Verfassung übernehmen und wissen, wie sie Überforderungen wirksam vermeiden können. Nur dann sind sie der täglichen Arbeitsroutine und den Belastungen auf Dauer gewachsen.

Auch für die Entscheider in den Personalbüros werden sich Resilienztrainings für Ihre Mitarbeiter, beispielsweise die "Selbstpflege Werkstatt", über lange Zeiträume auszahlen. Gesunde, starke, freundliche und in sich ruhende Pflegekräfte heben nach außen das Image der Einrichtung sowie intern das Betriebsklima und sorgen für mehr Patientenzufriedenheit. Als schönes Teilergebnis darf sich jede Einrichtung über treue Mitarbeiter freuen, die täglich zufrieden und gern zur Arbeit kommen.

Mit nur fünf Tools, vorgestellt in einem kongressbegleitenden Workshop (BGW Forum, 02. - 04.09.2013, Hamburg) lassen sich persönliche Neuorientierungen finden, die niemanden verletzen und von denen letzten Endes alle Beteiligten profitieren. Dabei geht es nicht um hammerartige Methoden, sondern darum, zu Überlastung ein klares und freundliches Nein zu sagen. Alte Zöpfe werden abgeschnitten, neue Verhaltensweisen eingeübt. Dabei helfen geeignete Entspannungsübungen, die Welt gelassener zu betrachten.

Mit jeweils einem Tag Selbstpflege Werkstatt und drei je dreistündigen Anschlusssitzungen lassen sich die Arbeitsleistungen der Pflegekräfte in Krankenhäusern und Kliniken nachhaltig verbessern. Denn Menschen, denen es gut geht, arbeiten einfach besser.