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Wirtschaft/Finanzen

PEAG Personaldebatte zum Frühstück am 30. Januar 2013 in Berlin

v.l.n.r.: Dr. Knut Bergmann, Norbert Geis, Dr. Christian Ramthun

Die gestrige PEAG Personaldebatte zum Frühstück in Berlin diskutierte das Thema "Die Blue Card – Erfolgreiches Instrument zur Bekämpfung des Fachkräftemangels?" mit Norbert Geis und Dr. Knut Bergmann.

"Unser Ziel muss es sein, die Zuwanderung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mehr zu steuern. Hierzu setzt die Blue-Card im Bereich der hochqualifizierten Arbeitskräfte ein richtiges Signal", bemerkte Norbert Geis,CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zu Beginn der heutigen PEAG Personaldebatte zum Frühstück.

"Deutschland braucht klare Regeln bei der Zuwanderung. Weg von Einzelfallbetrachtungen und Vorrangprüfungen und hin zu regelbasierten Systemen. Unseres Erachtens ist dieses Ziel am ehesten mit einem Punktesystem nach kanadischem Vorbild zu erreichen", fordert Dr. Knut Bergmann, Leiter des Hauptstadtbüros des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Dem widerspricht Norbert Geis: "Klassische Einwanderungsländer wie Australien und Kanada setzen die Messlatte für die Zuwanderung durch das Punktesystem von vorneherein sehr hoch. Deutschland hat zwar seit Jahrzehnten einen großen Anteil an Zuwanderern, aber als "klassisches Einwanderungsland" kann man es dennoch nicht bezeichnen, wenngleich wir an der Willkommenskultur noch arbeiten müssen. In erster Linie ist es aber wichtig, sich auf das hier lebende Potential von Arbeitskräften zu konzentrieren. Wir müssen diejenigen, die noch unqualifiziert und ohne Ausbildung sind, befähigen, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen und vor allem unsere jungen Nachwuchsakademiker im Land halten. Auch das Potential der Erfahrung von älteren Arbeitsnehmern muss mehr genutzt werden."

"Die fortgesetzte Feinsteuerung im Rahmen des bestehenden Aufenthaltsrechts verspricht wenig Aussicht auf Erfolg. Nur ein transparentes, für Zuwanderungswillige nachvollziehbares und attraktives Aufenthalts- und Niederlassungsrecht verschafft uns im Wettbewerb mit etablierten Zuwanderungsländern die erforderliche Manövrierfreiheit. Hinzukommen muss eine echte Willkommenskultur", so Dr. Knut Bergmann.

"Mit der Blue-Card wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die es Hochqualifizierten deutlich einfacher machen, in Deutschland Arbeit aufzunehmen. Das könnte auch ein Beispiel dafür werden, wie wir Facharbeiter ohne akademischen Hintergrund anders willkommen heißen als es bisher der Fall ist. Für die mittelständische Wirtschaft und für das Handwerk in Deutschland ist diese Zielgruppe von der Größenordnung deutlich relevanter als die der Hochqualifizierten", bemerkte abschließend Gerd Galonska, Geschäftsführer der PEAG Unternehmensgruppe.

In der PEAG PERSONALDEBATTE zum FRÜHSTÜCK diskutieren einmal im Monat je zwei Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über aktuelle Positionen und gegenwärtige Herausforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

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