Aktuelle Pressemitteilungen

Ingenieurwesen

Kleine Firma große Forschung

Bergung desTiefseetauchfahrzeugs nach dem Test

Erster druckneutraler Tiefseetauchroboter mit neuer Technologie erfolgreich im Atlantik getestet.

Die Tauchroboter QUEST und CHEROKEE (MARUM Forschungszentrum Bremen) und das ROV Kiel 6000 (IFM GEOMAR) werden wohl bald einen neuen Kollegen bekommen.
Anfang Mai konnten Ingenieure der Firma ENITECH GmbH im Rahmen eines vom BMWI geförderten Verbundprojektes „Druckneutrale Systeme Tiefsee“ erfolgreich ihr druckneutrales ferngesteuertes Fahrzeug (engl. Remotely Operated Vehicle, ROV) ERNO2 an Bord der FS Poseidon im Nordost Atlantik im Bereich der Azorenfront testen.

Angetrieben von vier Elektromotoren mit innen liegenden Propellern, lies sich der Tauchroboter leicht und wendig über den Meeresboden manövrieren. Ausgerüstet mit LED-Scheinwerfern und drei Kameras lieferte ERNO2 Livebilder aus über 4000 m Tiefe. Der eigentliche Roboter ist, solange er sich auf der zweistündigen Reise in die Tiefe befindet, mit seiner Garage verbunden. Erst 20 m über dem Meeresboden trennt sich das ROV ERNO2 von der Garage und setzt seine Reise zum Boden ferngesteuert fort. Die Ingenieure können mit Hilfe der Video- und Datenverbindung den Roboter steuern und sein Verhalten überwachen. Sowohl die Garage als auch das ROV besitzen Batterien, die während der Tauchfahrt nachgeladen werden können, wodurch keine zeitliche Begrenzung der Tauchgänge besteht.

Mit einer Kantenlänge unter einem Meter und einem Gewicht von 420 kg ist das ERNO2 ROV ein eher kleines Fahrzeug. Die gesamte Ausrüstung passt in einen halben 20 Fuß Container und ist damit einer der kleinsten Tiefseeroboter der Welt. Tauchtiefen bis zu 6000 m sind durch eine konsequent druckneutrale Bauweise des Systems unproblematisch.
Um den extremen Druckverhältnissen in der Tiefsee standzuhalten, wurden alle Baugruppen wie Motoren, Scheinwerfer und die empfindliche Elektronik nicht wie üblich in Druckgehäusen untergebracht, sondern sind durch Silikonvergüsse geschützt. Diese bei ENITECH entwickelte Technologie ersetzt ölbefüllte Komponenten, die bisher für die Druckkompensation eingesetzt wurden.
Das ist die neue Grundlage für den Bau von robusten, kostengünstigen und kleinen Tiefseetauchfahrzeugen.

Bereits seit 2000 arbeiten die Ingenieure bei der ENITECH GmbH an der speziellen Tiefseetechnologie. Nach der Entwicklung von druckneutralen Antrieben und Energieversorgungssystemen für verschiedene Tauchboote wie DeepC und SeaOtter MKII (Atlas Elektronik Bremen) wurde jetzt ein eigenes ROV - das ERNO2 - System in mehreren Tauchgängen in der Tiefsee erfolgreich getestet. Der Bau des ROVs wurde durch FuE-Projektgelder mitfinanziert und ermöglicht der kleinen Firma ENITECH GmbH in der Nähe Rostocks die Herstellung und Vermarktung erprobter Komponenten, mit denen Tiefseetauchfahrzeuge zukünftig kostengünstiger ausgerüstet werden können.

Diese Komponenten werden unter anderem für das autonome Unterwasser-fahrzeug PreToS verwendet. Das im Rahmen des Verbundprojekts „Druckneutrale Systeme Tiefsee“ gebaute UUV (Unmanned Underwater Vehicle) hat die ersten Tauchversuche im letzten Jahr in der Ostsee exzellent bestanden.
Als Systembearbeiter und Projektkoordinator arbeitet ENITECH dabei eng mit der Firma EvoLogics GmbH in der Kommunikationstechnik, der TU Berlin und dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) zusammen. Die TU Berlin konstruierte unter anderem die Hülle und das Titanskelett des Tauchfahrzeugs PreToS, das durch die druckneutralen Komponenten der Firma ENITECH ebenfalls in der Lage ist, bis 6000 m tief zu tauchen.
Das UUV PreToS wird seine ersten richtigen Tiefseetauchgänge voraussichtlich im Frühjahr 2013 im Atlantik absolvieren. Als erste Messaufgabe soll die Azorenfront dreidimensional vermessen werden. Bei der darauf folgenden Reise im Herbst 2013 soll PreToS den Meeresboden in 6000 m Tiefe allein vermessen und fotografieren. Dabei wird es von seinem Kollegen ERNO2 für den Notfall begleitet und überwacht.

 

Disclaimer: Diese Pressemitteilung wird für den darin namentlich genannten Verantwortlichen gespeichert. Sie gibt seine Meinung und Tatsachenbehauptungen und nicht unbedingt die des Diensteanbieters wieder. Der Anbieter distanziert sich daher ausdrücklich von den fremden Inhalten und macht sich diese nicht zu eigen.