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IDV Privatinstitut: Wohnriester - mehr Schein als Sein?

Ist die Wohnriester eine gute Alternative zur Lebensversicherung oder mehr Schein als Sein ? Das IDV Privatinstitut für Deutsche Verbraucher GmbH aus Köln hat dazu Experten und Vertragsnehmer befragt.

(14.03.2014 Köln) Die Riester-Rente ist schon seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der Altersvorsorgelandschaft in Deutschland. Doch ähnlich wie viele andere Lebensversicherungen oder Altersvorsorgen, sind auch die gängigen riestergeförderten Altersvorsorgemodelle von sinkenden Zinsen betroffen. Natürlich sind es nach wie vor die staatlichen Zulagen, die eine solche Riester-Rente interessant machen, aber trotzdem muss man klar sagen, dass die fetten Jahre für derartige Anlagenverträge schlichtweg vorbei sind.

Da hob Vater Staat ein neues Kind aus der Taufe, das anfangs mit viel Beifall und schon kurze Zeit später mit einer Menge Kritik willkommen geheißen wurde: ein Produkt namens Wohnriester. Was ist hier anders? Wer genau hat etwas von dieser Altersvorsorge? Wo liegen die Vor- und die Nachteile? Und vor allem: Hält diese Vorsorgeart, was sie verspricht? Das IDV Privatinstitut hat nachgefragt und klärt auf:

Was ist Wohnriester?

Mit Wohnriester meint man eine riestergeförderte Altersvorsorge, die für den Kauf, den Bau oder die Modernisierung selbst genutzten Wohnraums verwendet wird. Ob von dem angesparten Geld eine Eigentumswohnung oder ein Haus erworben, gebaut oder modernisiert werden soll, ist dabei zweitrangig. Auch die Ablösung eines Kredits, der für den Kauf, Bau oder die Modernisierung von Wohnraum genutzt wurde, ist möglich. Wichtig ist, dass es Wohnraum ist, der vom Anlegenden selbst genutzt wird. Der riestergeförderte Vertrag, in der Regel ein Bausparvertrag einer der gängigen Bausparkassen, wird mit den gleichen Fördermitteln (154,00 Euro für den Anleger selbst, 300 Euro pro Kind das nach 2008 geboren wurde) gefördert, wie die herkömmliche Riester-Rente. Voraussetzung ist auch hier, dass 4% des jährlichen Bruttoeinkommens angespart werden (abzüglich der Riesterzulagen). Werden die 4% Sparleistung nicht erreicht, reduzieren sich die Zulagen entsprechend.

Was bringt Wohnriester für Vorteile?

Zum einen trägt der Staat dem Umstand, dass eine eigene Immobilie heute durchaus als die beste Altersvorsorge betrachtet werden kann, Rechnung. Zum anderen darf man nicht vergessen, dass gerade Familien mit Kindern oftmals Schwierigkeiten haben, das Geld für den Kauf oder Bau einer Immobilie oder einer eigenen Wohnung aufzubringen, sagt Niemüller vom IDV Privatinstitut für Deutsche Verbraucher GmbH aus Köln.

Einen Wohnriestervertrag kann man beispielsweise in eine Finanzierung einbauen, sodass die Riesterzulagen Teil der Kredittilgung werden. Wählt man dieses Modell, zahlt man von Anfang an den Anteil der Tilgung, der über die Zulagen finanziert werden kann, effektiv weniger. Das kann, je nach Familiensituation, eine erhebliche Ersparnis sein. Die Möglichkeiten, einen solchen Riestervertrag in eine Immobilienfinanzierung einzubauen, variieren von Bank zu Bank. Ein Beratungsgespräch mit der eigenen Hausbank gibt hier am ehesten Aufschluss.

Unter dem Strich kann man festhalten, dass Wohnriester vor allem Familien mit mindestens zwei Kindern eine echte Ersparnis bei der Investition in eigenen Wohnraum bringt, so die IDV weiter.

Gibt es auch Nachteile?

Wie bei allem hat auch das Wohnriesterkonzept des Staates zwei Seiten. Größter Nachteil ist die sogenannte "nachgelagerte Besteuerung". Die klassische Riester-Rente ist zu versteuern, da die eingezahlten Beträge ja steuerlich gefördert werden. Die Steuerersparnisse gibt es beim Wohnriester auch. Um eine gewisse Gleichbehandlung zu gewährleisten, musste der Staat sich nun also etwas einfallen lassen, um auch hier eine Besteuerung durchführen zu können. Hierfür wird durch eine abstrakte Rechnung ein sogenanntes "Wohnförderkonto" eingerichtet.

Durch einen Berechnungsalgorithmus wird festgelegt, wie viel auf diesem Wohnförderkonto liegt. Dieser Betrag wird dann in der Ansparphase um jährlich 2 % erhöht. Zu Beginn der Auszahlphase wird dann errechnet, wie hoch der Steuerbetrag wäre. Dieser wird durch die Zahl der noch verbleibenden Jahre bis zum 85. Lebensjahr geteilt. Der Wert pro Jahr wird dann auf das zu versteuernde Einkommen addiert. Ob hierdurch wirklich Steuern gezahlt werden müssen, oder nur eine jährlich fällige Steuererstattung reduziert wird, ist abhängig vom Einzelfall. Auf Antrag ist auch eine Einmalbesteuerung möglich.

Hält diese Vorsorgeart, was sie verspricht?

Das Fazit der IDV Köln: Wohnriester kann Familien mit Kindern hohe Ersparnisse bei der Finanzierung eines Eigenheimes oder der Ablösung eines bereits laufenden Kredites bringen. Fakt ist aber auch, dass gerade die nachgelagerte Besteuerung ein kaum kalkulierbarer Kostenfaktor ist. Und Alleinstehende oder Ehepaare ohne Kinder haben kaum einen wirklichen Vorteil, da die Riesterförderungen hier sehr gering ausfallen. Ob Wohnriester eine gute Alternative ist, sollte jeder Sparer in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit seinem Anlageberater selbst herausfinden. Auf jeden Fall lohnt es sich, sich diese Möglichkeit einmal näher erläutern zu lassen, denn eine Immobilie ist als Altersvorsorge auf jeden Fall wertbeständiger und zuverlässiger als eine klassische Lebensversicherung, ob riestergefördert oder nicht.

 

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