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Ein bisschen Rückenschule bringt nichts

Ganzheitliche Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz wird zentrale Aufgabe für Unternehmen und öffentlichen Dienst


Karlsruhe/ Stuttgart. Herumwälzen im Bett, Unruhe, Herzrasen, depressive Verstimmungen oder Magen- und Darmbeschwerden: Stress am Arbeitsplatz hat viele Gesichter, die immer mehr Beschäftigte in die Arztpraxen treibt. Mit Konsequenzen auch für Unternehmen und öffentliche Verwaltungen: Jeder zehnte Fehltag geht auf das Konto seelischer Leiden, so eine aktuelle Studie der Krankenkasse DAK. Alarmierende Zahlen. "Mit ein paar Tipps für weniger Stress am Arbeitsplatz ist das Problem sicher nicht zu lösen. Gesundheitsförderung muss eine zentrale Rolle im Denken der Verwaltungen und Organisationen spielen", sagt der Generalsekretär der Führungsakademie Baden-Württemberg, Thomas E. Berg. Betriebliche Gesundheitsförderung ist darum auch ein zentrales Thema der Fachmesse Personal Süd, die am 20. und 21. Mai in Stuttgart stattfindet.

Gesundheitsmanagement als ganzheitliches Konzept

Stressfaktoren in den Büros sind oft hausgemacht: Hetze und Termindruck, Multitasking, permanente Erreichbarkeit, zu hohes Arbeitspensum, schlechtes Betriebsklima oder inkompetente Vorgesetzte. "Es kann nicht darum gehen, Symptome zu bekämpfen und seinen Mitarbeitern ein bisschen Rückenschule anzubieten. Nur ein ganzheitliches Konzept, bei dem das gesamte Unternehmen eingebunden ist, sorgt auch für nachhaltigen Erfolg." Für Berg steht darum fest, dass die Gesundheit der Beschäftigten eine zentrale Aufgabe von Führungskräften und Managern sein muss. Grundlage ist für ihn eine gesundheitsfördernde Unternehmenskultur.

Mitarbeiter müssen selbst gestalten können

Das sind auch die Erfahrungen von Diplom Psychologin Dr. Elke Berninger-Schäfer. Für die Leiterin des Karlsruher Instituts für Coaching, Personal- und Organisationsentwicklung liegt der Schlüssel für weniger Stress und damit höherer Leistungsfähigkeit im Zusammenspiel von körperlicher und mentaler Fitness, emotionaler Stabilität, sozialer Handlungsfähigkeit und der Möglichkeit, sich selbst organisieren zu können. "Das bedeutet, die Beschäftigten müssen unter anderem mehr Handlungsspielraum erhalten, mehr Einfluss auf Arbeitsabläufe, damit wird die Zufriedenheit mit der eigenen Tätigkeit gesteigert. Die Organisation und die Führungskräfte müssen bereit sein, ihren Mitarbeitern diesen Spielraum zur Verfügung zu stellen. Erfolgreiche Personalpolitik bedeutet darum auch, sich ein Stück weit auf individuelle Bedürfnisse und Lebenssituationen einzulassen. Auch das macht einen attraktiven Arbeitgeber aus. "

Führungskräfte brauchen richtiges Handwerkszeug

Bei der behördlichen oder betrieblichen Gesundheitsförderung ist nach der Erfahrung der Führungsakademie Baden-Württemberg nicht eine Fülle von Einzelmaßnahmen erfolgreich, sondern die Experten setzen zur Qualifizierung auf das Instrument des Coachings. "Gesundheitsförderung kann man nicht mit ein paar Seminaren abhandeln. Das ist ein längerfristiger strategischer Prozess im Unternehmen oder in der Verwaltung, der vom Management selbst gestaltet werden muss. So werden Führungskräfte und Organisationen handlungsfähig, denn sie lernen, vorhandene Ressourcen zu mobilisieren und zielorientiert zu organisieren", so die Erfahrung von Generalsekretär Thomas E. Berg

Über ein Drittel der befragten Angestellten hat in der Vergangenheit wegen zu viel Stress den Arbeitsplatz gewechselt, so eine Umfrage des Karriereportals Monster. Nahezu ebenso viele ziehen einen Wechsel zumindest für die Zukunft in Betracht. Auch vor diesem Hintergrund hat eine nachhaltige Gesundheitsförderung einem weiteren positiven Nebeneffekt: Ein Arbeitsklima, in dem sich die Mitarbeiter wohl fühlen, erhöht auch die Attraktivität der Unternehmen, aber auch zunehmend auch der öffentlichen Verwaltungen. Vor dem Hintergrund des Wettbewerbs um geeigneten Nachwuchs ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

 

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