Aktuelle Pressemitteilungen

Wirtschaft/Finanzen

Die Selbständigen als die neuen Niedriglöhner - Das verdienen Selbständige wirklich

Wenn die Pläne der neuen Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD, eine Lohnuntergrenze von 8,50 € pro Stunde einzuführen, greifen, dann kann man von Selbständigen als den neuen Niedriglöhnern sprechen.

Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben nämlich aufgezeigt, dass 25 % der Selbständigen in Deutschland im Jahr 2012 weniger als 8,50 € in der Stunde verdienten.

Dem Bericht zufolge gibt es insgesamt rund 4,4 Millionen Selbständige in Deutschland. 25 % aller Selbständigen, d.h. 1,1 Millionen hätten laut der Auswertung des DIW einen Verdienst von unter 8,50 € pro Stunde. Betroffen sind vor allem Einzelunternehmen; dabei handelt es sich um ganze 775.000 (70 %). Nur 30 % der geringverdiendenden Selbständigen beschäftigen mindestens einen Arbeitnehmer. Zu den Betrieben, die oft von der Hand in den Mund leben, zählen Kiosks, Frisöre, Anwälte, Kneipiers und freiberufliche Künstler und Dozenten.

40 % aller Einzelunternehmer machen nach Abzug aller Betriebskosten einen so geringen Gewinn, dass dieser gerade zum Überleben reicht; an die Bildung von Rücklagen ist nicht zu denken. Dieser Erkenntnis liefern Daten aus dem Sozioökonomischen Panel (SOEP). Diese Selbständigen leben laut Karl Brenke, Arbeitsmarktforscher des DIW, eine Kümmerexistenz, die es ihnen nicht gestatte Investitionen zu tätigen noch für das Alter vorzusorgen.
Ein Grund dafür könnte sein, dass viele Existenzgründungen ohnehin aus der Not geboren sind, aus langer Arbeitslosigkeit. Die Betroffenen kommen also vom Regen in die Traufe. Hinzu komme, so Brenke, dass viele Gründer illusorische Vorstellungen von den Verdienstmöglichkeiten hätten.

Mit einem Geringverdieneranteil von 25 % leben Selbständige statistisch häufiger am Existenzminimum als abhängig Beschäftigte mit 15 %. Vor allem in den neuen Bundesländern sind Arbeitnehmer von geringen Löhnen unter 8,50 € betroffen. Die Pläne der Bundesregierung, einen flächendeckenden Mindestlohn von 8, 50 € einzuführen, hätten fatale Auswirkungen für die Arbeitgeber unter den geringverdienenden Selbständigen. Diese Kleingewerbetreibenden werden, wenn sie höhere Löhne zu zahlen haben, eine Gewinnmarge haben, von der sie wahrscheinlich nicht werden leben können.

Neben der Auswertung der SOEP Daten durch das DIW gibt es eine zweite Auswertung durch das Statistische Bundesamt. Diese fällt noch drastischer aus. Demgemäß hatten in 2012 ganze 34 % der Unternehmer mit höchstens einem Mitarbeiter einen Verdienst von unter 8,50 € pro Stunde. Von den akademischen Freiberuflern (Anwälte, Dolmetscher, Übersetzer, Privatlehrer) lebte rund ein Fünftel (22 %) von weniger als dem geplanten Mindestlohn.

>>> Millionär im Franchise - Jetzt PRAXISREPORT lesen

 

Disclaimer: Diese Pressemitteilung wird für den darin namentlich genannten Verantwortlichen gespeichert. Sie gibt seine Meinung und Tatsachenbehauptungen und nicht unbedingt die des Diensteanbieters wieder. Der Anbieter distanziert sich daher ausdrücklich von den fremden Inhalten und macht sich diese nicht zu eigen.