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Schweinehochhaus knickt ein: Aufnahmen von brutaler Ferkelverladung dürfen weiterhin gezeigt werden

Schweinehochhaus knickt ein: Aufnahmen von brutaler Ferkelverladung dürfen weiterhin gezeigt werden

Vor wenigen Monaten hat das Deutsche Tierschutzbüro Bildaufnahmen veröffentlicht, mit denen die tierquälerische Haltung und Verladung von Ferkeln im so genannten Schweinehochhaus dokumentiert wurden.

Das sogenannte Schweinehochhaus in Maasdorf (Sachsen-Anhalt) wurde 1969 als Prestigeobjekt des DDR-Regimes gebaut. In dem bunkerähnlichen Bau werden auf sechs Etagen hunderte Schweine gehalten, die jedes Jahr tausende Ferkel zur Welt bringen. In der Sendung "Das Jenke-Experiment" zeigte der Sender RTL am 02. März dieses Jahres erstmals unter anderem auch Aufnahmen aus dem Inneren der Anlage. Die Zustände sorgten bundesweit für Empörung, das zuständige Veterinäramt hat zahlreiche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt. Unter anderem wurden bei Kontrollen abgemagerte und verletzte Tiere vorgefunden, die Anlage war sehr stark verschmutzt und eine ausreichende tierärztliche Betreuung nicht gegeben. Auch entsprachen Liegeflächen, Spaltenböden und Beleuchtungsstärke in Bereichen des Gebäudes nicht den rechtlichen Vorgaben.

Nachdem das Deutsche Tierschutzbüro weitere Details an die Öffentlichkeit gebracht und eine Demo direkt vor dem Schweinehochhaus durchgeführt hatte, an dem sich hunderte Tierschützer aus ganz Deutschland beteiligten, ging der Betreiber juristisch gegen die Tierschutzorganisation vor. "Uns erreichte ein Anwaltsschreiben, welches uns aufforderte, die Aufnahmen aus dem Schweinehochhaus und von der Ferkelverladung nicht mehr zu veröffentlichen, wir wurden abgemahnt", so Jan Peifer, Gründer vom Deutschen Tierschutzbüro.

Peifer hatte die Aufnahmen damals in dem Schweinehochhaus erstellt. "Wir haben uns davon natürlich nicht abhalten lassen, die Bilder weiterhin in die Öffentlichkeit zu bringen, denn schließlich soll jeder sehen, wie die Tiere im Schweinehochhaus gequält werden."

Das Deutsche Tierschutzbüro veröffentlichte das Undercover-Videomaterial auch über das Videoportal youtube, dort wurde es fast 50.000 mal angeklickt. "Sicherlich war das Interesse an den Video auch deswegen so hoch, weil der Betreiber nicht wollte, dass die Bilder gezeigt werden" , vermutet Peifer.

Jetzt hat das Abmahnungsschreiben vom Schweinehochhaus aber ein juristisches Nachspiel, denn die Tierschützer schalteten auch einen Anwalt ein. Dr. Sven Dierkes von der Medienkanzlei Höcker sah in der Abmahnung den Versuch, die Tierschützer einzuschüchtern und forderte den Betreiber seinerseits auf, die Berühmung von Ansprüchen gegen das Deutsche Tierschutzbüro aufzugeben. Dem gab der Betreiber nunmehr hinsichtlich der Aufnahmen der Ferkelverladung nach. Auch im Übrigen ist der Medienanwalt zuversichtlich: "Ich bin überzeugt, dass auch an einer Berichterstattung über das Innere des Schweinehochhaus ein erhebliches öffentliches Interesse besteht. Ich denke daher nicht, dass es der Betreiber auf einen Prozess ankommen lassen möchte."

Weitere Informationen und das youtube-Video, das die Tierschützer ins Internet gestellt haben, finden Sie hier: http://www.tierschutzbuero.de/Schweinehochhaus/

 

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