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Clever Tanken: Dezember markiert Abschied von günstigen Kraftstoffpreisen

Städteranking der Spritkosten für Dezember 2020.  © infoRoad GmbH / Clever Tanken

• Super E10 im Schnitt rund 3 Cent, Diesel 5 Cent teurer als im November

• Super E10 am günstigsten in Mannheim, Bonn und Dresden
• Super E10 am teuersten in Frankfurt am Main, Wuppertal und Hannover
• Diesel am günstigsten in Dresden, Bonn und Leipzig
• Diesel am teuersten in Bielefeld, Düsseldorf und Mannheim

Nürnberg, 4. Januar 2021. Das Jahr 2020 hat sich mit deutlich angezogenen Kraftstoffpreisen im Dezember von den Autofahrern in Deutschland verabschiedet - und damit einen Vorgeschmack auf das kommende Tankjahr gegeben. Laut der monatlichen Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken kostete der Liter Super E10 im Monatsschnitt 1,2301 Euro, der Liter Diesel 1,1073 Euro. Das waren rund 3 Cent beziehungsweise 5 Cent mehr als im November. Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken: "Im Dezember sind die Preise an den Zapfsäulen wöchentlich gestiegen. Einerseits haben sie damit den höheren Rohölnotierungen an den Börsen Rechnung getragen. Anderseits haben sich die Tankstellen auf die Einführung des nationalen CO2-Preises für Verkehr und Heizen eingestellt und die Preise bereits in den letzten Tagen vor dem Jahreswechsel angezogen. 2021 werden die Autofahrer grundsätzlich erheblich mehr zahlen. Denn seit dem 1. Januar schlägt neben dem CO2-Preis auch die Anhebung der Mehrwertsteuer auf den Vor-Corona-Satz von 19 Prozent zu Buche."
 

Die Kraftstoffpreise im Dezember 2020

Trotz der deutlichen Mehrkosten haben sich die Kraftstoffpreise im Dezember im Vergleich zu den Monaten vor der Corona-Krise weiterhin auf einem niedrigen Niveau bewegt. So hatte der Liter Super E10 im Dezember 2019 noch etwa 1,3813 Euro gekostet, der Liter Diesel 1,2656 Euro. Im Januar dieses Jahres lag der Preis für Super E10 bei 1,3979 Euro und der Dieselpreis bei rund 1,2935 Euro.

Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer im vergangenen Monat durchschnittlich 295,22 Euro. Das waren rund 6,60 Euro mehr als im November. Dieselfahrer zahlten für dieselbe Menge im Bundesschnitt 265,75 Euro - und damit 12,36 Euro mehr als im Vormonat.

Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im Dezember bei 0,1228 Euro pro Liter. Gegenüber November (0,1468 Euro) hat sich die Benzin-Diesel-Schere damit um rund 2 Cent und zum dritten Mal nacheinander zusammengezogen. Ein Grund dafür ist die erhöhte Heizölnachfrage, die den Dieselpreis stützt.

Am wenigsten zahlten Autofahrer für Super E10 am 16. Dezember, dem Starttag des zweiten deutschlandweiten Lockdowns. 1,2080 Euro kostete der Liter an diesem Tag im Bundesschnitt. Diesel war am 3. Dezember mit 1,0760 Euro am günstigsten. Der teuerste Tanktag für beide Kraftstoffsorten war hingegen der 31. Dezember. Für Super E10 wurden an Silvester durchschnittlich 1,2740 Euro aufgerufen und 1,1630 Euro für Diesel.

Die günstigsten und teuersten Kraftstoffmonate 2020

Der günstigste Super-E10-Tankmonat 2020 war der Mai mit durchschnittlich 1,1673 Euro pro Liter. Damit war der Wonnemonat zugleich der günstigste Tankmonat seit Beginn der regelmäßigen Auswertungen von Clever Tanken im Januar 2013. Auf den Plätzen zwei und drei folgten der April (1,1691 Euro) und der November (1,2026 Euro). Am teuersten war Super E10 im Januar (1,3979 Euro), Februar (1,3766 Euro) und März (1,2785 Euro). 

Der günstigste Tankmonat für Diesel war 2020 der Oktober mit 1,0425 Euro pro Liter im Bundesschnitt. Zuletzt günstiger war der Kraftstoff im Februar 2016 mit 0,9695 Euro gewesen. Die Plätze zwei und drei belegten 2020 der Mai (1,0481 Euro) und der September (1,0495 Euro). Am teuersten war Diesel hingegen im Januar (1,2935 Euro), Februar (1,2342 Euro) und März (1,1493 Euro).

Städteranking im Dezember 2020

Beim monatlichen Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte von Clever Tanken war Super E10 im Dezember durchschnittlich am günstigsten in Mannheim (1,2018 Euro), Bonn (1,2022 Euro) und Dresden (1,2100 Euro). Am teuersten war Super E10 in Frankfurt am Main (1,2515 Euro), Wuppertal (1,2454 Euro) und Hannover (1,2441 Euro). Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer damit im teuren Frankfurt am Main rund 300,36 Euro - etwa 11,93 Euro mehr als im günstigen Mannheim.

Im Ranking der günstigsten Dieseltankstädte belegten die Plätze eins bis drei Dresden (1,0795 Euro), Bonn (1,0899 Euro) und Leipzig (1,0938 Euro). Am teuersten war Diesel hingegen in Bielefeld (1,1274 Euro), Düsseldorf (1,1175 Euro) und Mannheim (1,1166 Euro).

Städteranking im Jahr 2020

Die günstigste Super-E10-Tankstadt 2020 war Bonn. 1,2257 Euro kostete hier der Liter Super E10 im Jahresschnitt. Achtmal war Bonn auf Platz eins in dieser Kategorie, zweimal auf dem zweiten Platz. Auf den Plätzen zwei und drei folgten im Jahresranking Mannheim (1,2287 Euro) und Dresden (1,2416 Euro). Am meisten zahlten Autofahrer für Super E10 hingegen in Frankfurt am Main (1,2635 Euro), Hannover (1,2604 Euro) und Bremen (1,2593 Euro). 

Die drei günstigsten Dieseltankstädte 2020 waren Bonn (1,0841 Euro), Leipzig (1,0937 Euro) und Dresden (1,0993 Euro). Im Jahresdurchschnitt am teuersten war Diesel in Stuttgart (1,1147 Euro), Bremen (1,1129 Euro) und Hannover (1,1117 Euro). 

Ausblick 2021

Dass die Kraftstoffpreise im Dezember angezogen haben, liegt nach den Worten von Steffen Bock insbesondere an den im vergangenen Monat deutlich gestiegenen Ölpreisen. So kostete ein Barrel (159 Liter) der für Deutschland wichtigen Sorte Brent zur Monatsmitte teilweise mehr als 52 US-Dollar - der höchste Wert seit Anfang März, dem Beginn der Corona-Krise. 

"Die weltweite Zulassung der Corona-Impfstoffe beflügelt derzeit die Börsen. Je schneller große Mengen davon zur Verfügung stehen, desto eher ist die Erholung der Weltwirtschaft in Sicht. Die Ölnachfrage und damit auch die Öl- und Kraftstoffpreise dürften damit in den kommenden Monaten weiter steigen", erläutert Bock. "Darüber hinaus blicken die Börsianer positiv auf die Amtsübernahme von Joe Biden als US-Präsident am 20. Januar. Denn an den Märkten wird damit die Hoffnung auf stärkere Partnerschaften mit anderen Ländern verbunden - und so zusätzlicher konjunktureller Rückenwind."

Preistreiber im neuen Jahr wird laut Steffen Bock hierzulande zudem die staatliche Einführung des CO2-Preises für Verkehr und Heizen. Er dient dazu, fossile Energien zu verteuern, um die Entwicklung klimaschonender Alternativen zu beschleunigen. Pro Tonne CO2, die beispielsweise beim Verbrennen von Benzin und Diesel entsteht, müssen Verkäufer wie Raffinerien zum Start 25 Euro zahlen. Bis 2025 steigt der Preis dann auf 55 Euro pro Tonne, 2026 erfolgt der Einstieg in den Emissionshandel. Zertifikate werden dann zwischen einem Mindestpreis von 55 Euro pro Tonne CO2 und einem Höchstpreis von 65 Euro pro Tonne in Abhängigkeit von der Marktnachfrage auktioniert. "Die Konzerne geben den CO2-Start-Preis ab dem 1. Januar 2021 an die Kunden weiter. Allein dadurch wird Super E10 ab Jahresbeginn um rund 7 Cent pro Liter teurer, Diesel um rund 8 Cent. Zusammen mit der Wiedereinführung des regulären Mehrwertsteuersatzes dürften die Spritpreise so bereits zu Beginn des neuen Jahres um rund 10 bis 11 Cent pro Liter anziehen", erläutert Steffen Bock.

Der Experte empfiehlt Autofahrern, die Kraftstoffpreise entlang ihrer geplanten Fahrtroute stets via App, Navigationsgerät oder dem Internet zu vergleichen. So sparen sie auch bei steigenden Preisen und kurbeln den Wettbewerb unter den Anbietern an. Beachten sollten sie die teils enormen Sprünge im Tagesverlauf und zwischen den Anbietern. Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr und ab 18 Uhr am Abend.

 

 

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