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Politik/Gesellschaft

„Facelifting ist besser als Valium“

Packendes Porträt aus einem sehr persönlichen Blickwinkel, der bisher fehlte

Hildegard Knef und die Lebensängste von Millionen: Arbeitslosigkeit und Depression

Keine deutsche Künstlerin in den letzten fünfzig Jahren wurde von den Medien derart kaltherzig gejagt und gnadenlos bloßgestellt wie Hildegard Knef. Erst rückblickend ist ermessbar, wie sehr dieser Druck die Schauspielerin, Sängerin und Autorin in ihren schwersten Jahren in die Gefangenschaft eines Leidens getrieben hat, das heute immer mehr Menschen die Kraft zum Überleben raubt: Depression. Die Befindlichkeitsveränderungen ihrer affektiven Störungen prägten den Alltag von Hildegard Knef in einer Intensität, die erst durch ein sensibel verfasstes und dabei ergreifendes, aufrütteltendes Porträt der Künstlerin ("Ich bin kein Mannequin für Krebs" – Reden, fühlen, zittern mit Hildegard Knef, ISBN 978-3-9503215-3-1, www.igk-verlag.com) begreifbar wird.
Drohende Arbeitslosigkeit und damit das Versagen in ihrer Pflicht der Ernährung einer Familie, zu der ihr um 14 Jahre jüngerer Ehemann nichts beitragen konnte, zwangen Hildegard Knef zu einem ausufernden Einsatz von Medikamenten, die ihr von unterschiedlichen, auch verantwortungslosen Ärzten verschrieben wurden. Immer ging es darum, Leistungsfähigkeit doch noch zu garantieren, während Versicherungen bereits drohten, das große finanzielle Risiko von Projekten mit Hildegard Knef nicht mehr mitzutragen. Während sie versuchte, einen hohen Lebensstandard zu finanzieren, und während es ihr sehnlichster Wunsch war, für ihre Tochter noch so lange ansehnlich zu bleiben, bis Tinta dreißig ist, drangen aus ihrem unmittelbaren Umfeld und direkt aus der vom Berliner Senat überlassenen Villa im Berliner Grunewald – deren Miete sie über weite Strecken sie nicht bezahlen konnte - immer wieder persönliche Informationen an die Öffentlichkeit, die sie zu Recht als bereits berufsschädigend einstufte.
In dieser schwierigen Lage beriet sie sich in zahllosen Telefonaten und bei regelmäßigen Begegnungen mit einem Vertrauten im Burda-Verlag, dessen namhafteste Autorin sie damals war. Gemeinsam rückten sie Falschmeldungen zurecht und suchten nach Wegen, das Ansehen der Künstlerin in der Öffentlichkeit zu reparieren. Dabei entstanden Notizen und auch Interviews, bei denen kaum ein Thema ausgeklammert werden konnte: die skandalumwitterte Gesichtsoperation, ihre ungewöhnliche Ehe, die Ängste und Schuldgefühle wegen ihrer Tochter Christine, die sie als Zweiundvierzigjährige geboren hatte, die enormen Herausforderungen jedes Kunstschaffenden und der nackte Kampf ums finanzielle Überleben. Bei solchen Gesprächen entstanden unübertreffliche Aussagen der Künstlerin wie "Ich bin kein Mannequin für Krebs" und "Facelifting ist besser als Valium."
Das einzigartige Knef-Porträt aus einem Blickwinkel, der bisher fehlte, beschreibt eine von Schmerzen geplagte, von Zweifeln belastete und von Zukunftsängsten und Schlafstörungen gezeichnete Frau – auf sich allein gestellt in dem Bestreben, die Familie zu ernähren, ihre Fans zu begeistern und gleichzeitig der Öffentlichkeit ihren wahren gesundheitlichen Zustand zu verbergen.
Aspekte des Knef-Schicksals könnten heute wertvolle Orientierungshilfen bieten. Im Laufe seines Lebens erkrankt bereits etwa jeder achte Mensch an einer therapiebedürftigen Depression. Man unterscheidet zahlreiche Verlaufsformen, bei denen dieses Leiden allein oder mit zahlreichen körperlichen Problemen auftreten kann, und jenes Krankheitsbild, bei dem sich intensive aber unbegründet gehobene Stimmungen depressiv und euphorisch-manisch abwechseln.
Eine besondere Rolle in dem Buch fällt der medizinisch begründeten Abhängigkeit Hildegard Knefs von Medikamenten gegen Schmerzen, gegen Schlafstörungen und zur Beeinflussung ihrer Stimmungslage zu. Der Autor, der Hildegard Knef in Berlin, München, Frankfurt, Bern, Hockenheim und Hollywood sowie in vier Wohnungen erlebte, hatte einmal sogar verschreibungspflichtige Medikamente für sie im Gepäck, als er zur Künstlerin in den Vereinigten Staaten reiste.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Entscheidung Hildegard Knefs zu ihrem Facelifting – und zum schwierigen Umgang damit, als die Öffentlichkeit aus einer acht Zentimeter-Schlagzeile der BILD-Zeitung erfuhr: "Hildegard Knef: Neues Gesicht. 18.000 Mark!" An einem kalten Dezembermorgen 1979 fuhr der Autor Imre Kusztrich die Künstlerin in seinem Wagen vom Luxushotel in Lausanne direkt zur Klinik des Schönheitschirurgen. Und Stunden später sah er die frisch operierte Patientin im selben Augenblick wie ihr Mann Paul von Schell - ein Anblick, den keiner der beiden je vergessen kann.
Wie urteilt Imre Kusztrich über diese Künstlerin?
Zitat aus dem Buch: "Gegen Ende eines unserer Gespräche wollte ich sie aufmuntern. Ich gab ihr ein Versprechen. Ich sagte: ‚Aber jetzt hören wir nicht mit etwas Tragischem auf. Hilde, wenn du Virginia Woolf spielst, dann komme ich zur Premiere. Ich verspreche es dir.‘ Hildegard Knef hatte eine andere Idee: ‚Komm’ in der dritten Vorstellung! Ich bin in der Premiere immer schlecht. Mein ganzes Leben war ich in der Premiere nie wie in der dritten Vorstellung. Bei meiner Premiere war ich immer so nervös, dass bestimmt etwas herunterfiel. Ich habe immer auch gesagt: Wenn ich doch die Premiere ohne Publikum machen könnte!‘
So gesehen, hat sie auf Anhieb ihr Leben doch ganz gut hingekriegt."

Lese-Tipp: "Ich bin kein Mannequin für Krebs." Reden, fühlen, zittern mit Hildegard Knef. Von Imre Kusztrich,
IGK-Verlag, 149 Seiten, € 14,90, ISBN 978-3-95032-153-1
Auch als eBook: € 4,99, ISBN 978-3-95577 113-3.
www.igk-verlag.com

 

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