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Barrierefreiheit von Ausflugsschiffen unter der Lupe

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Tourismus-Portal Wato.de veröffentlicht Umfrageergebnis
Es wurden 250 Reedereien von Ausflugsschiffen zur Barrierefreiheit ihrer Schiffe befragt

Erkrath, 21. 01. 2013 – Das Portal für barrierefreien Tourismus Wato.de veröffentlicht seine Umfrage zum barrierefreien Reisen auf Ausflugsschiffen. Über 250 Reedereien wurden hierbei um Auskunft gebeten. 194 Unternehmen reagierten nicht. Die letztlich teilnehmenden 40 Unternehmen schätzten die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer auf ihren Schiffen durchschnittlich mit der Schulnote Gut ein. Diese Selbsteinschätzung wurde durch den Fragebogen auf die Probe gestellt.

Selbsteinschätzung und Wirklichkeit
Wato.de zeigt durch die Umfrage eine erstaunliche Differenz zwischen der Selbsteinschätzung der Unternehmen und den Antworten auf die detaillierten Fragen zur Barrierefreiheit. So gaben sechs Reedereien an, eine Zertifizierung zur Zugänglichkeit zu besitzen. Jedoch konnte keine von ihnen eine einzige richtige Zertifizierung benennen. Die genaue Erfragung der Konditionen an Bord der Schiffe zeigt laut Wato.de weitere interessante Einblicke. So schätzen sich die Unternehmen selbst als sehr gut bis gut für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer ein, aber nur bei 15 Prozent der Schiffe war das Oberdeck mit dem Rollstuhl erreichbar. Bei den meisten Schiffen können sich mobilitätseingeschränkte Reisende somit nur im unteren Deck aufhalten.
Die Toiletten, Restaurants und Shops auf den Schiffen sind nicht immer für Rollstuhlfahrende zugänglich. Die Zugänglichkeit des Boardings gestaltet sich auf 17 Schiffen sehr gut. Weitere 20 Schiffe sind jedoch nur mit Hilfe erreichbar und somit nur eingeschränkt zugänglich. Zwischenstationen und Ausflugsziele sind überwiegend nur mit Hilfspersonen zu besuchen. Selbst die Anreise zum Ableger ist für Rollstuhlfahrer bei einigen Schiffen nur mit Hilfe oder sogar überhaupt nicht umsetzbar.

Hilfeleistungen an Bord
Erfreulich stellt sich das Angebot der Assistenz auf dem Schiffen dar. Die Hälfte der Reedereien haben ein Prozent Rollstuhlfahrende unter den Passagieren, die laut 36 von 40 antwortenden Reedereien Hilfestellungen erwarten können. Die anderen vier Unternehmen bieten Hilfeleistungen auf Anfrage. Somit können Rollstuhlfahrer auf den Ausflugsschiffen aller teilnehmenden Reedereien auf Hilfestellungen setzen.

Selbstständiges Reisen gestaltet sich oft schwierig
"Das selbstständige Reisen ist im Rahmen der Gleichstellung und Inklusion ein wichtiger Bestandteil der Lebensgestaltung," so Sabine Wiedamann von Wato.de, "es ist erfreulich, wie zuverlässig die Hilfeleistungen auf den Schiffen angeboten wird, aber zugleich sind Einschränkungen auf den Schiffen immer noch ausgeprägt. Solange bei der Mehrheit der Schiffe das Oberdeck nicht für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer erreichbar ist, kann man nicht von barrierefreien Schifffahrten sprechen. Hier mangelt es noch an der Umsetzung gleichberechtigter Reisebedingungen für alle Fahrgäste."

Gruppenreisen für Rollstuhlfahrer
Der letzte Punkt des Fragebogens widmet sich den Gruppenreisen von Rollstuhlfahrern. Hierbei bezeichneten 16 der Reedereien ihre Schiffe als uneingeschränkt für Rollstuhl-Gruppenreisen geeignet. Gruppenreisen mit Begleitpersonen können 21 Unternehmen unterstützen. Sechs der 40 Schiffe sind völlig ungeeignet für Reisen größerer Gruppen. Abhängig vom Ausflugsschiff können zwischen zwei und 60 Rollstuhlfahrer an Bord ausreichend Platz finden, um eine Gruppenreise umzusetzen.

Link zur Umfrage: http://www.wato.de/165/umfrage-barrierefreiheit-ausflugsschiffe-2012.html

 

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