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Kultur/Kunst

Berlin zeigt Görlitzer Kunstwerke

Auch Kaffeeservices entstanden in der Werkstatt des Görlitzer Meisters Walter Rhaue,   jetzt im Berliner Keramik-Museum

Die neueste Ausstellung im Keramik-Museum Berlin ist dem Meister der Töpferkunst aus Görlitz gewidmet: Walter Rhaue.

Ein Görlitzer hat jetzt den Weg bis in die Ausstellungsräume des bedeutenden Keramik-Museums in Berlin gefunden: Eine Kabinettausstellung widmet sich dort jetzt dem Leben und Werk des einst in Biesnitz wirkenden Kunsttöpfers Walter Rhaue.
Der Weg, den der am 6. Juli 1885 in Neue Welt im Kreis Brieg geborene Förstersohn Walter Rhaue ging, war kein leichter. Rhaue wurde allen anderen Vorhaben zum Trotz Künstler, der, vom Dekorationsmaler angefangen, sein Metier von Grund auf erlernte. Finden wir ihn um die Jahrhundertwende als pflichtgetreuen Malerlehrling bei seinem Onkel in Breslau, so treffen wir ihn kurze Zeit später als Schüler der Akademie bei Professor Roßmann. 1907 setzte Walter Rhaue seine Studien fort und arbeitete beim Ausmalen von Kirchen.
Im Jahr 1911 kam Walter Rhaue nach Görlitz, und an die 20 Kirchen und Kapellen verdanken dem jungen Künstler ihre Ausgestaltung. Nach dem abermaligen Studium in Breslau bei Professor Pautsch wurde jene Neigung, die bereits während der Kindheit durch einen Fund prähistorischer Töpfe und Geräte geweckt war, immer stärker: Er widmete sich dem Töpferhandwerk. Eine sechsmonatige Lehrzeit bei Meister Jürgel in Nieder-Bielau legte den Grund, auf dem Rhaue einen neuen Lebensabschnitt aufbauen sollte. In der Ofenfabrik in Görlitz-Rauschwalde gründete er die Walter Rhaue KG, die Fayencen und Engobemalereien herstellte.
Es spricht für das Können Rhaues und den Wert seiner Arbeit, wenn Museen in Breslau, Dresden, Görlitz, Liegnitz und Leipzig schon früh seine Arbeiten erwarben. Mit Entstehen der Kunstmesse in Leipzig (Grassi-Museum) war auch Rhaue einer der ersten Aussteller. Nach dem Zusammenbruch der Kommanditgesellschaft siedelte Rhaue zum Töpferberg in Biesnitz um, jener Arbeitsstätte an der Kastanienallee, in der er bis an sein Lebensende wirkte.
In den Jahren, die seitdem verstrichen, nahm das Werk des Meisters einen immensen Umfang an. Die Vielzahl seiner Töpfereien fand immer mehr Freunde, zumal sich in ihnen eine glückliche Synthese von handwerklicher Vollendung und künstlerischer Intuition ergab, die das Gesamtwerk Rhaues auszeichnet. Immer frisch und mit dem Leben verbunden, nie im Extremen experimentierend und doch stets nach Neuem, Schönerem suchend – so war Walter Rhaue bis ins hohe Alter hinein eine schöpferische Persönlichkeit.
Der Autor dieses Beitrags, Matthias Wehnert, führt die Görlitzer Walter Rhaue Sammlung & Archiv. Er forscht seit Jahren über Leben und Wirken des Keramikers und betreut eine weltweit einzigartige Sammlung von Keramiken und Dokumenten in alle Facetten der Firmengeschichte.
Das Archiv ist über jegliche Informationen zum Thema dankbar. Kontakt über:
www.walter-rhaue.de
Die Ausstellung läuft bis 27. Januar. Das Keramik-Museum auf der Schustehrusstraße 13 in Berlin-Charlottenburg hat mittwochs bis montags, 11 bis 17 Uhr, geöffnet.

 

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