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Auf zu neuen Ufern - Bukarest Musical- und Operettenfestival 2012

Festival for Performing Musical Arts, Bukarest 2012

Life is beautiful - Viata e frumoasa - Das Leben ist schön

(von Christian Bauer/PPS) Fünf Jahre "Festival of Performing Musical Arts" in Bukarest ist schon der Gratulation wert, besonders wenn man berücksichtigt, dass sich die ökonomischen Gegebenheiten in Osteuropa, speziell in Rumänien, drastisch verschlechtert haben.
Die "Mutter" des Festivals, das Teatrul National Opereta (TNO - Opereta Bucuresti), das sich schon über 60 Jahre als einziges Unternehmen ihrer Art in Rumänien behauptet, beschloss daher vor fünf Jahren, einen neuen Weg zu beschreiten. Razvan Dinca, Chef des Unternehmens, erkannte den Trend der Zeit und setzte auf große, internationale Musical-Produktionen. Die daraus resultierenden Koproduktionen mit dem Operettenhaus Budapest waren und sind ein Publikumsmagnet, was sich als sehr positiv für das TNO und auch für Bukarest herausgestellt hat.

"Viata e frumoasa - Das Leben ist schön", so lautet der Slogan des umgestalteten Festivals, das jährlich in der eher düsteren November-Zeit die Stadt beleuchtet. Operetten-Beiträge aus Russland und der Ukraine gehören dazu, genauso wie die täglichen Jazzkonzerte in den Straßen der Hauptstadt. Von Präsentationen, die den Sala Palatului mit mehr als 4.000 Sitzen füllen bis hin zu den kleinen "Nischen-Veranstaltungen" für Kenner und Liebhaber, wird zehn Tage lang jeder musikalische Geschmack bedient.

In der 5.Ausgabe hatte es die Opereta nicht leicht. Ihr ehemaliges Domizil neben dem Nationaltheater wird renoviert und ein neues ist noch nicht in Sicht. So verteilten sich die Veranstaltungen in diesem Jahr über unterschiedliche Theater und Spielstätten. Betrachten wir es als Chance. "Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist", singen Rosalinde und Alfred beschwingt in der "Fledermaus". Diesen positiven Gedanken war ich sicher, beim "kleinen Jubiläum" und den Veranstaltungen wieder zu finden.

Wie bereits in den Vorjahren gab die international besetzte "Old Fish Jazzband" mit Sitz in Deutschland ihre täglichen Openairs. Die unglaubliche "Jazzröhre" einer neuen Bandsängerin lockte schon von weither Zuschauerscharen an, die trotz Regen und Kälte ausharrten. Morgendliche Kinderkurse gab's für den Nachwuchs, am späten Abend waren die jeweiligen Radioausstrahlungen live erfahrbar.

Die Abendvorstellungen dann offenbarten, wohin der Weg einer neuorientierten Opereta führt. Ob der über die Grenzen des Landes bekannte Regisseur Radu Afrim mit seiner aktuellen Version von Shakespears Sommernachtstraum, das Workcenter von Jerzy Grotowsky und Thomas Richards (Italien) mit dem Musikspektakel "I am America" oder Razvan Mazilus Inszenierung von "The Full Monty" (Nationaltheater Timisoara), die Vorstellungen waren schon seit Wochen ausverkauft. Die ständigen Gäste des Operettenhauses Budapest, Kiev und St. Petersburg bewiesen, was Operette vom Feinsten bedeutet. Ob deren Galas oder die hauseigenen rumänischen; sie alle ließen keinen einzigen Sitzplatz frei.

Gregori Lese und rumänische, pakistanische, syrische und iranische Gäste schlugen den musikalisch ethnischen Bogen. Das Bühnenjubiläum der Operetten-Diva Claudia Maru-Hanghiuc bescherte junge Sängerinnen und Sänger, teils ihre Schüler oder Freunde und Bekannte; zu ihren Karrieresiegern gehört hier eindeutig der rumänische Tenor Bogdan Mihai, der in Italien, Österreich und Deutschland begeistert gefeiert und neuerlich von London abgeworben wurde. Die "Tiger Lillies" (GB) zu erwähnen, gehört auch seit einigen Jahren in die Rezension, es sind Showstopper des Festivals und schwer zu überbieten, wenn man an die Publikumsströme denkt. Dass der "New Fado" auch dazugehört, bewies die Portugiesin Dulce Ponte.

Einige Nischenvorstellungen dürfen nicht unerwähnt bleiben, darunter "Muttis Kinder" aus Graz (A), deren komödiantisches A Cappella seit 2010 verdientermaßen eine große Fangemeinde zwischen Asien und Westeuropa in die Bars zieht. Die Songs aus Radu Afrim-Produktionen ließen ebenfalls kein Auge trocken. Hier zeigte sich, zu was Schauspieler gesanglich fähig sind. Zum laufenden Musical "Rebecca" boten Andrei Popov und Eugenia Rotescu mit der Galerie Aiurart die Installation "Rebecca.File", eine Festivalbereicherung in Form eines unüblichen und überaus intellektuellen Pendants.

Workshops für Insider und Konferenzen für Freunde der Musik rundeten das Programm ab, darunter ein Nachmittag mit dem bekannten englischen Theaterkritiker Ian Herbert, der den Zuhörern seine Liebe zum Musical im Londoner Westend des vergangenen Vierteljahrhunderts gestand und Dieter Topp, Präsident des KulturForum Europa und Kultur-Journalist, der seinen Nachmittag optisch und akustisch mit Erfahrungen seiner Reisen in Sachen Musical-Boom in Asien illustrierte.

Wunderbare Unterhaltung zaubern, das versteht die Opereta. Das ist ihre Aufgabe und das hat sie in den vergangenen Jahren bewiesen. Dieter Topp testierte diesem "Festival in neuem Gewand" eine Zukunft. "Denn nur wer sich verändert, hat eine Chance zu überleben", so der Szenekenner bei einer Konferenz zum Festivaljubiläum. Die anwesenden rumänischen Journalisten sahen dies gespalten. Einige stimmten zu, die ewig Gestrigen beharrten auf rumänische "Splendid Isolation", was dem nationalen Theaterfestival schon beinahe den Hals gebrochen hätte. "Ich bin ganz sicher, Alina Moldovan (künstlerische Leiterin) und Generalmanager Razvan Dinca sind auf dem richtigen Weg", so Topp weiter. "Die gute, alte Dame Operette wird dabei nicht vergessen oder gar verloren gehen".

Tags: Opereta Bucuresti, Bukarest Festival, Razvan Dinca, Ian Herbert, Dieter Topp, Jerzy Grotowsky, Thomas Richards, Rebecca, Tiger Lilies, Muttis Kinder, Full Monty, Razvan Mazilu, Kulturforum Europa,

Weitere Informationen unter www.opereta.ro

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