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Sichere Wanderung garantiert

Um den Erdkröten und Molchen ein sicheres Überqueren der Straße zu ermöglichen, wurde die Amphibienleitanlage von Blömen saniert.

Blömen VuS setzt Amphibienleiteinrichtung im Kreis Viersen instand

Die Amphibienleiteinrichtung an der Dilborner Kreisstraße (Kreis Viersen) ist essenziell für den Schutz der im umliegenden Naturschutzgebiet beheimateten Molche, Erdkröten und Frösche. Aufgrund des instabilen Materials und maroder Bauteile wurde die 1990 erbaute Leitschutzanlage unlängst umfangreich saniert. Da die Amphibienwanderung über die Breite der Schutzanlage hinausging, wurde diese um 252 Meter erweitert. Neben der Verlängerung wurden auf der gegenüberliegenden Seite 150 Meter der Anlage nebst dazugehöriger Tunneldurchlässe modernisiert, um den Tieren ein sicheres Überqueren der Kreisstraße zu ermöglichen. Ein Teilstück der geplanten Strecke wurde mit dem mobilen Amphibienschutzzaun Amphi Guard ausgestattet. Die umfangreiche Baumaßnahme startete im Juli 2021. Die Abnahme der Anlage erfolgte dann im März diesen Jahres. Alle erforderlichen Arbeiten übernahm Blömen VuS im Auftrag der Firma ERWA Niederrhein GmbH.

Rund 325 Meter der Dilborner Kreisstraße müssen die Amphibien aus dem umliegenden Naturschutzgebiet "Dilborner Benden" überqueren. Der Grund: Die in den 1960er Jahren erbaute Straße trennt den Wald, der als Lebensraum der Tiere dient, von ihren Laichgewässern. Zum Schutzgebiet gehören außerdem die umliegenden Dilborner Teiche. Sie liegen in einem natürlichen Feuchtgebiet und zählen somit ebenfalls zum Lebensraum der Amphibien. Der große Teich gilt als Hauptlaichgewässer der Erdkrötenpopulation, während die kleineren Teiche vorrangig von den Molchen zur Fortpflanzung aufgesucht werden.

Dringender Sanierungsbedarf
Um die Tiere bei der Überquerung der Straße nachhaltig zu schützen, wurde 1990 die erste Kleintierschutzanlage errichtet. Die Leitvorrichtungen aus schwarzem PVC-Faschinenband und Bongossipflöcken-Schnittholz wurden in die Böschung eingebaut und ferner zwei Stahlbeton-Rohrdurchlässe in offener Bauweise realisiert. Schon Mitte der 1990er Jahre zeigten die Holz- und Kunststoffteile erste Verfallserscheinungen. Sie wurden daher nur fünf Jahre später auf Betreiben der unteren Naturschutzbehörde von der Kreisstraßenverwaltung auf der Südseite durch Betonfertigteile ersetzt. Auf der Nordseite verblieb der noch besser erhaltene Kunststoffzaun. Da die Amphibienwanderung seit Jahren über die Breite der Schutzanlage hinausgeht, betreut seit 2019 die Eimerfangaktion des Naturschutz Bundes (NABU) Niederkrüchten die außerhalb der Anlage wanderden Amphibien. Heute, 25 Jahre später, erfüllt die Anlage längst nicht mehr die Vorgaben des Merkblatts zum Amphibienschutz an Straßen (MAmS). Auf der Nordseite wurde mit improvisiertem Material versucht, die Übergänge zu flicken. Der Kunststoffzaun weist gerade in den Verbindungsstellen zu anderen Leiteinrichtungen viele Mängel auf. Die Amphibien können diese einfach überklettern oder durch die Löcher passieren. Auch die Anschlussstellen der Anlage zu den Tunneldurchlässen können von den Kleintieren problemlos überwunden werden.

Gemeinsam für die Amphibien
Mit der Erneuerung der Amphibienleiteinrichtung wird den Erdkröten und Molchen künftig das sichere Überqueren der Straße ermöglicht. Für die Instandsetzung der Schutzanlage griff der Kreis Viersen auf die Expertise von Blömen VuS aus Gescher zurück. "Mit einem umfangreichen Bericht über den Zustand und die Modernisierungsmaßnahmen der Anlage meldete sich der Kreis Viersen bei uns. Nach einem gemeinsamen Ortstermin mit den Verantwortlichen aus dem Kreis lieferten wir die fachliche Beratung für das Leistungsverzeichnis", erklärt Tim Broecker, Vertriebsmitarbeiter im Bereich Straße bei Blömen VuS. Die freihändige Vergabe erfolgte an die Firma ERWA Niederrhein GmbH, die wiederum Blömen VuS für den Bau der neuen Amphibienleiteinrichtung nebst der Instandsetzung aller vorhandenen Betonleiteinrichtung beauftragte. Das Unternehmen aus dem Münsterland überzeugte vor allem mit seinen langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet des Amphibienschutzes sowie fundierten Kenntnissen der technischen Systemdetails.

Sichere Wanderung mit der Amphibienleiteinrichtung
Zur Modernisierung der Amphibienleiteinrichtung zählt eine 252 Meter lange Verlängerung sowie die Sanierung der 150 Meter langen bestehenden Anlage. Die vorhandene Betonleitwand wurde von Schmutz und Laub befreit und umfangreich erneuert, die bröckelnden Fugen ausgebessert und Stellen, an denen Durchschlupf- oder Klettermöglichkeiten entstanden sind, instandgesetzt. Südwestseitig erfolgte eine 184 Meter lange Verlängerung der bestehenden Anlage und nordwestseitig wurde die vorhandene Leiteinrichtung um circa 68 Meter mit Stahlblechen erweitert. Die Leitbleche schloss das Blömen VuS-Team direkt an der Betonwand an. Die aus witterungsbeständigem Material gefertigte Leitwand erfordert nur einen geringen Wartungsaufwand und schützt die Amphibien das ganze Jahr über. Die Winkelbleche garantieren einen fugenfreien Verbau der Leiteinrichtung - auch bei unterschiedlichen Bodengegebenheiten und Gefällewechseln. So werden "Schlupflöcher" vermieden. Gerade die Verbindungsstellen zu anderen Materialien wie dem Schutzzaun bilden - dies offenbarten auch die Mängel der alten Schutzanlage - wesentliche Schwachstellen, die so verhindert werden. Der Überhang des Stahlblechs sowie die zusätzliche Abkantung in das Erdreich verhindern, dass die Kleintiere die Leitprofile unterwandern oder überklettern.

Die zwei vorhandenen Amphibientunnel mussten ebenfalls aufgrund von bröckelndem Material mit Beton ausgebessert werden. Die passgenaue Anfertigung der Stahl-Leitanlage vor Ort ermöglichte einen direkten Anschluss an die Tunneleingänge. Hierfür wurde die Leitanlage mit einem Loch versehen und extra dafür angefertigte Leitelemente aus Stahl vor dem Eingang platziert. Diese "Portal-Leitblenden" positionierte das Team hier mittig in den Durchlässen, um zu verhindern, dass querungswillige Kleintiere daran vorbeilaufen.

Amphi Guard Mobil
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten war es nicht möglich, die Amphibienleiteinrichtung aus Stahl über die gesamte geplante Strecke zu errichten. Daher wurde ein Teilstück von 70 Metern mit dem neuen Amphibienschutzzaun Amphi Guard Mobil ersetzt. Dieser wurde auf der Teichseite an die Leitbleche und auf der anderen Seite an einem Abschlusskasten angeschlossen. Vorteil: Das System lässt sich sehr leicht verbauen und erfüllt ebenfalls die Anforderungen des MAmS. Der mobile Schutzzaun ist mit einer hochreißfesten Gewebefolie ausgestattet. Die Glätte der Folie sorgt dabei dafür, dass auch Reptilien das System nicht überwinden können. Zudem ist das Material besonders witterungsbeständig und damit auch für den mehrjährigen Einsatz geeignet.

Mit der Erneuung der Amphibienleiteinrichtung leistet der Kreis Viersen gemeinsam mit dem Blömen VuS-Team einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Schutz der im Naturschutzgebiet beheimateten Erdkröten, Molche und Frösche. "Bei den gefährdeten Arten ist die Aufrechterhaltung der Population von großer Bedeutung. Die modernisierte Anlage ermöglicht den Amphibien ein gefahrloses unterqueren der Fahrbahn und entlastet nun die freiwilligen Helfer der Eimerfangaktion. Die Leiteinrichtung an der Dilborner Straße stellt in diesem Kontext eine intelligente Lösung für eine sichere Amphibienwanderung dar und trägt maßgeblich zum Erhalt der geschützten Kleintiere bei", betont Matthias Nickel, Projektleitung Kreis Viersen - Amt für Bauen, Landschaft und Planung.

Weitere Informationen erhalten Interessierte direkt per Mail an info@bloemen-vus.de - und im Internet unter www.bloemen-vus.de.

 

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