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Automotive-Sektor Spitzenreiter bei den Investitionen in die Digitalisierung

Branchen-Ranking "Digitale Investitionen"

d.velop-Studie ermittelt gleichzeitig deutliche Defizite bei den digitalen Kompetenzen

Der Automotive-Sektor hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und investiert gegenwärtig wie keine andere Branche in die Digitalisierung. Auch mit dem Erfolg bisher durchgeführter Projekte sind die Automobilfirmen im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren überdurchschnittlich zufrieden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung des ECM-Herstellers d.velop AG zum aktuellen Status der Digitalisierung in den zehn wichtigsten Branchen.

Der Studie zufolge scheint besonders die Automobilindustrie den digitalen Wandel inzwischen als Chance für sich erkannt zu haben. Dies lässt sich an der Investitionsquote für digitale Transformation ablesen: 42,4 Prozent der Projekte für die Unternehmensorganisation und Produktion haben aktuell eine digitale Ausrichtung, dies liegt etwa sieben Prozent über dem Durchschnitt aller untersuchten Branchen. Gegenüber der Lebensmittelindustrie als Schlusslicht im Branchen-Ranking macht der Unterschied im Investitionsengagement sogar rund 15 Prozent aus.

Auch bei der Zufriedenheit mit den realisierten Digitalisierungsprojekten erzielen die Automobilunternehmen in der Selbsteinschätzung überdurchschnittliche Ergebnisse und haben im Branchenvergleich zwar die zweithöchste Erfolgsquote erreicht. Allerdings mit der deutlichen Einschränkung, dass sie auf der Skala von 1 bis 10 dennoch lediglich einen Zufriedenheitswert von 6,16 erreicht haben. Branchenübergreifend liegt er bei 5,94. "Dies stellt letztlich kein Ruhmesblatt dar, sondern weist auf erhebliche Defizite in der Projektrealisierung hin", urteilt d.velop-Vorstand Mario Dönnebrink.

Tatsächlich hat die Erhebung unter 211 Automobilunternehmen ein Problem ermittelt, dass maßgeblich die Erfolgsperspektiven von Digitalisierungsprojekten bestimmt: unzureichende digitale Kompetenzen. Diese sind im Verhältnis zu anderen Wirtschaftssektoren zwar etwas weniger ausgeprägt, doch wenn hier 36 Prozent der befragten Business Manager nennenswerte Schwächen sehen, verbirgt sich dahinter ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Sie bestehen unter anderem in unzureichenden Anforderungsdefinitionen, weil keine klare Kenntnis von den digitalen Lösungsmöglichkeiten besteht. Aber auch Mängel in der methodischen Umsetzung der Projektziele sowie der Kosten- und Zeitplanungen nennen etwa drei von zehn Automobilunternehmen als Grund, warum mitunter keine befriedigenden Ergebnisse erreicht wurden.

"Unternehmen sollten neue Wege gehen und Netzwerke für einen Wissenstransfer aufbauen", empfiehlt Dönnebrink angesichts dieser Ergebnisse. Das notwendige digitale Wissen und Denken sei intern allein nicht schnell genug aufzubauen, weitere Verzögerungen könnten jedoch empfindliche Nachteile für die Wettbewerbsfähigkeit erzeugen. Die offene Kommunikation unter den Unternehmen im amerikanischen Silicon Valley mache es vor: "Ein Öko-System mit digitalen Vordenkern, Geschäftspartnern, Kunden und anderen Kompetenzträgern kann bewirken, dass vielfältige Inspirationen bei allen Beteiligten entstehen, die gegenseitig voneinander profitieren. Der wesentliche Effekt besteht darin, dass die Unternehmen ihren digitalen Lernprozess deutlich verkürzen können."

Allerdings hat die Branche auch noch in anderer Hinsicht einen deutlichen Handlungsbedarf. Denn in jedem vierten Fall haben es die Automobilbetriebe noch nicht geschafft, bei den Digitalisierungsmaßnahmen der Fachbereiche die oberen Hierarchieebenen ausreichend mit ins Boot zu holen.

 

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