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Neue Domains von ICANN: Moscow-Domains und Berlin-Domains

Moskau-Domains werden bei lokalen Suchanfragen durch Google und Yandex vor anderen Domains plaziert

Starke Argumenten sprechen für die Registrierung von City-Domains und IDN-Domains.

ICANN führt über 1000 neue Domains ein. Eine prominente Rolle werden dabei
die City-Domains wie Moscow-Domains und Berlin-Domains spielen.

Die Registrierungsstelle von .Moscow erklärt:
"According to the FAITID plans first the .MOSCOW and .МОСКВА names will
become available for the owners of marks that are verified by
Trademark Clearinghouse (TMCH). Then the registration process will be
opened for the owners of trademarks valid in Russia and the
owners of trade names, appellations of origin, mass-media and
non-for-profit organisations from Moscow. Names' registration for anyone will be started in September 2014".

Warum Berlin-Domains? Jedem ist die de-Domain bekannt. Eine Internetadresse mit einer de-Domain sieht aus wie zum Beispiel http://www.domainregistry.de. In Zukunft wird es Berlin-Domains geben. Die Internetadressen werden aussehen wie http://www.zoo.berlin.

Herr Müller von der neugegründete Firma Müller aus Berlin möchte sich eine attraktive Internetadresse sichern. Er schaut bei DENIC nach: mueller.de ist nicht mehr frei und auch müller.de ist nicht frei. Herr Müller ist flexibel: Er gibt auch mueller-gmbh.de, muellergmbh.de, müllergmbh.de und müller-gmbh.de ein. Alle Domains sind bereits belegt. Herr Müller sagt sich:"Dann nehme ich eben .com statt .de". Aber auch das bringt ihn nicht weiter. Bei .com sieht die Lage nicht besser aus.
Jetzt hat Herr Müller eine neue Chance: Er kann
mueller.berlin
müller.berlin
mueller-gmbh.berlin
müller-gmbh.berlin
registrieren lassen.

Jeder sieht spontan, daß seine Firma aus Berlin kommt.

Frau Bengtson von dem Teegroßhändler Bengtson hat einen anderen Ansatz. Sie will folgende Domains registrieren:
tee.berlin
teehandlung.berlin
tee-handlung.berlin
teehaendler.berlin
tee-haendler.berlin
tee-händler.berlin
teehändler.berlin
teegrosshaendler.berlin
teegroßhändler.berlin
tee-grosshaendler.berlin
tee-großhändler.berlin

Jeder, der diese allgemeinen Begriffe eingibt, soll auf die Firma Bengtson stossen.
Ein guter Grund für die Einführung der neuen Domainendungen durch ICANN ist, daß der existierende Namensraum beschränkt ist. Viele Firmen könnnen unter den bestehenden Domains sich keinen optimalen Namen suchen. Das führt dazu, daß sie auf ihren Webseiten weniger Besucher als möglich bekommen und weniger Umsatz machen. Volkswirtschaftlich gesehen entsteht also durch die bisherige Beschränkung auf wenige Domainendungen weniger Wirtschaftswachstum als möglich wäre.

Vor zehn Jahren hat eine Google-Suche in Bergen(Norwegen) zu den gleichen Ergebnissen geführt als eine Google-Suche in Melbourne (Australien). Das ist längst nicht mehr der Fall.
Google und andere Suchmaschinen können die IP-Adressen, von dem eine Suchanfrage kommt, einem Land zuordnen und für dieses Land relevante Ergebnisse auswerfen. Google und andere Suchmaschinen setzten "Cookies" auf die Rechner der Nutzer. Diese "Plätzchen" sind kleine Spione, die den genauen Standort und die Interessen des Nutzers Google melden. Google wirft daher bei Anfragen für den Gemüsehändler aus Kiel inzwischen anderen Ergebnisse aus als für den Metzger in München.

Suchmaschinen arbeiten beim Ranking mit Schlüsselwörter. Bisher waren die Schlüsselwörter nur links vom Punkt in der Domain. Mit der Einführung der neuen Domainendungen sind die Schlüsselwörte auch rechts vom Punkt. Das hat zur Folge: Bei Anfragen in Berlin zu lokalen Themen werden gute Webseiten mit Berlin-Domains vor Webseiten mit De-Domains liegen. Dies gibt Inhabern von Berlin-Domains einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Die Betreiber einer Webseite mit Berlin-Domain können eine Webseite so strukturieren, daß die zurückgegeben Informationen mit Hinblick auf lokale Schwerpunkte Zusatzinformationen enthalten, die auf der nationalen Webseite nicht zu finden sind, wie z.B. Kontaktdaten, Veranstaltungen mit lokalem/regionalem Bezug, Public Relations usw.
Was sind die Zielgruppen der Berlin-Domains?

1.Unternehmen aus Berlin, die "Made in Berlin" intuitiv vermitteln wollen
2.Behörden aus Berlin, die eine kurze Internet-Adresse wünschen
3.Firmen mit einem Schwerpunkt in Berlin, sei es eine Niederlassung oder ein großer Marktanteil.
4.Privatpersonen aus Berlin, die stolz auf ihre Stadt sind und das auch ihre Umwelt wissen lassen wollen
Bei stetig steigender Informationsmenge ist die lokale Präsenz im Internet von steigender Bedeutung. Der Verkauf der Produkte und Serviceleistungen findet zum großen Teil vor Ort statt.
Wer als Firma in Berlin tätig ist, sollte das zeigen, weil viele Käufer 'buy local' praktizieren und weil bei lokalen Suchanfragen in Google und anderen Suchmaschinen über Themen aus dem Berlin eine Webseite mit .Berlin vor .de oder .com liegen wird, falls die Webseite guten Inhalt bietet.

Theodor Fontane schrieb bereits im 19. Jahrhundert: "Vor Gott sind eigentlich alle Menschen Berliner."

Was John F. Kennedy in seiner Rede vor dem Schöneberger Rathaus am 26. Juni 1963 sagt, klingt wie ein fernes Echo auf das Fontane-Zitat, das Kennedy aber höchstwahrscheinlich nicht kannte: "Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger Berlins, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: »Ich bin ein Berliner«."
Eine Bestimmung der Registrierungsstelle besagt, daß einer der vier üblichen Kontakte: -Eigentümer -Administrative Contact -Billing Contact -Technical Contact aus Berlin stammen muß.

ICANN Registrar Secura hilft Interessenten, die keinen Wohn-oder Firmensitz in Berlin haben, mit einem Treuhänder aus Berlin, der als Technical Contact in den WHOIS eingetragen wird.
Damit ist die Bedingung der Registry erfüllt, daß einer der vier Kontakte aus Berlin stammen muß. Ich glaube, daß dies auch im Sinne Fontanes und Kennedys ist. Wir alle sind doch im Herzen auch Berliner.

ICANN geht davon aus, daß das Internet nicht nur für WASPs gemacht ist, also für White Anglo-Saxon Protestants, sondern für die ganze Weltbevölkerung, also auch für die nicht-englischsprachige Mehrheit der Weltbevölkerung. Das IDN-Programm soll helfen, Sprachbarrieren abzubauen, in dem auch die Domainnamen nicht-englisch werden.
Das hilft der nicht-englischen Bevölkerung der Welt, ist aber auch ein gutes Marketingtool für Firmen aus dem Westen, diesen Teil der Welt besser anzusprechen.

Zahlreiche Bewerbungen für Domainendungen decken Begriffe in kyrillischen, chinesischen, arabischen oder thailändischen Schriftzeichen ab. So bewirbt sich etwa Verisign (u.a. zuständig für die Verwaltung von .com-und .net-Domains) um die Version der Domainendung .com in kyrillischer Schrift.

Die Verwendung von Sonderzeichen innerhalb eines Domainnamens ist zwar unten vielen, bereits existierenden Domainendungen möglich; die Domainendung (rechts vom Punkt) war aber bislang, fast ausnahmslos, auf lateinischen Zeichen beschränkt. In Zukunft wird also auch die Zeichenkodierung der Domainendung zur Bewertung und Einordnung von Domains durch Suchmaschinen beitragen. Darüber hinaus ergibt sich aus der durchgängigen Zeichenkodierung ein verbessertes "Handling" bei der Eingabe des Domainnamens (kein Wechsel der Tastaturbelegung).

Bei einem Engagement in Regionen und Märkten, in denen die Kommunikation im Wesentlichen auf nicht-lateinischen Schriftsystemen basiert, ist die Registrierungen von Firmen- und Produktnamen sowie Handelsmarken unter den passenden IDN-Domainendungen wie z.B. .com äußerst ratsam.
Zu den kyrillischen IDN-Domains gehören:
москва-Domains
ком-Domains
рус-Domains,
сайт-Domains
онлайн-Domains
орг-Domains

Hans-Peter Oswald

http://www.domainregistry.de/berlin-domains.html
http://www.domainregistry.de/moscow-domains.html
http://domainregistry.de/xn--80adxhks-domains.html
http://domainregistry.de/xn--80aswg-Domains.html
http://www.domainregistry.de/xn--p1acf-domains.html
http://www.domainregistry.de/xn--80asehdb-Domains.html
http://www.domainregistry.de/xn--j1aef-Domains.html

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