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Vodafone/Unitymedia Übernahme

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- FRK widerspricht seltsamem wettbewerbspolitischem Verständnis des Liberty Global Chefs Fries

# Äußerungen zum Vorstoß des Bundeskartellamtes zeugen von Unkenntnis der relevanten Zusammenhänge in Europa

Lauchhammer, 13. November 2018 - Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation - FRK bescheinigt dem Chef von Liberty Global, Mike Fries völlige Unkenntnis der wettbewerbspolitischen Zusammenhänge in Deutschland und in Europa. Dieser hatte jüngst im englischsprachigen Online-Branchenportals Digital TV Europe den Schritt des Bundeskartellamtes den Vodafone/Unitymedia Deal genau prüfen zu wollen als "totally expected and not a surprise at all" bezeichnet". Er hätte dies also erwartet und finde dies in keiner Weise überraschend. Und weiter meint Herr Fries: Die vorgeschlagene Übernahme sei genau das, wofür die Europäische Kommission geschaffen worden sei. Wörtlich: "…is exactly the sort of deal that the European Commission was created to handle".

"Herr Fries übersieht völlig, dass die Kommission vor rund zwei Jahrzehnten die Telekom gezwungen hat, ihr Kabelgeschäft in neun Regionalgesellschaften aufzuspalten und diese zu verkaufen. Ziel der Kommission war es, dass diese Gesellschaften miteinander in den Wettbewerb treten", betonte der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte.

Durch eine Genehmigung des Deals würde das Gegenteil erreicht. "Jetzt soll auf einmal alles wieder zusammenwachsen? Anstatt dass Unitymedia und Vodafone gegenseitig gebietsüberschreitend in den Wettbewerb treten, soll es Ziel der EU-Kommission sein, nach Auflösung des Telekommonopols ein neues Duopol mit einem noch marktmächtigeren zweiten angelsächsischen Unternehmen im breitbandigen Kabelmarkt zu schaffen, das die TV-Sender mit seiner Einkaufsmacht massiv bedroht," so Labonte weiter. "Falls Herr Fries aufgrund seiner Vorgespräche zu dem geschilderten Ergebnis kommt, so handelt es sich entweder um historische Unkenntnis oder einen Ausbruch Trump'scher Wahrheitsliebe" erklärte Labonte. Es könne nicht Ziel der EU-Kommission sein, die Deregulierung der Telekom nach zwei Jahrzehnten vollkommen zurückzudrehen. Es sei auch nicht Sinn der Wettbewerbspolitik, aus einem ehemaligen Staatsmonopol nun ein wirtschaftliches Duopol entstehen zu lassen. Labonte abschließend:

"Weniger selektive Wahrnehmung und eine intensivere Beschäftigung mit der deutschen und europäischen Wettbewerbspolitik und ihrer Historie würde Ihren internationalen Horizont deutlich erweitern, Herr Fries!"

 

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