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Immobilien

Ziele des Berliner Wohngipfels nicht mehr erreichbar

Theodor J. Tantzen, Vorstand Prinz von Preussen Grundbesitz AG

Wunsch nach Wohneigentum steigt. Eigentumsquote noch weit unter OECD-Durchschnitt. Baulandmobilisierungsgesetz kommt zu spät. Kommunale Wohnungspolitik gefordert. Einzigartige Chancen nutzen

Damit haben in Corona-Zeiten wohl nur Wenige gerechnet: Trotz aller wirtschaftlichen Einschnitte ist in Deutschland der Wunsch nach einer eigenen Immobilie größer denn je zuvor. Jeder fünfte Mieter habe den verstärkten Wunsch, Eigentum zu erwerben, bilanzierte Mitte September die Bausparkasse Wüstenrot in einer von ihr beauftragten repräsentativen Umfrage.
Deutschland hängt beim Wohneigentum noch deutlich hinterher

Auch wenn immer mehr Bürger bei uns Wohneigentum anstreben, so hat Deutschland gegenüber anderen Ländern hier noch erheblichen Nachholbedarf. Während in den 37 OECD-Staaten durchschnittlich 70 Prozent der Bevölkerung Wohneigentum besitzen, liegen wir hierzulande weitaus tiefer - bei nur gut 45 Prozent. Die Präferenzen für die Wohnorte der potenziellen Eigenheimbesitzer offenbarten aber auch eines der gegenwärtig größten Probleme: Im Umfeld von Metropolen ist der Wunsch nach angemessenem Wohnraum und bezahlbarem Eigentum für viele Menschen nicht zu realisieren. Die Nachfrage ist unverändert größer als das vorhandene Angebot, sodass die Preise für Wohnungen und Häuser weiter stiegen. Das Bundesamt für Statistik geht in diesem Corona-Krisenjahr bisher von einem Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus.

Kommunale Wohnungspolitik benötigt endlich greifbare Ergebnisse
Eigentum ist so beliebt wie nie zuvor - was muss geändert werden, um das Angebot an Wohnraum zu steigern? Zweifelsfrei stehen zunächst die Politiker in der Pflicht zu handeln. Die Wohnungspolitik war etwa bei den Kommunalwahlen Mitte September in NRW eines der wichtigsten Themen aller Kandidaten. Im Vordergrund der meisten parteilichen Zielsetzungen stand die stärkere Ausweisung von neuem Bauland, gefolgt von innerstädtischen Gebäudeaufstockungen oder Nachverdichtungen, schnellerer Erstellung von Bauplänen und Genehmigungen von Immobilien, mehr Personal in den Ämtern und weniger Bürokratie.

Neues Baulandmobilisierungsgesetz muss Bauland ausweisen
Auch auf Bundesebene sind politische Entscheidungen vonnöten, die vor Ort wirken. Wir brauchen bessere planerische Rahmenbedingungen, kluge Konzepte für eine stärkere Ausweisung von Bauflächen - vor allem in Metropollagen, aber auch in deren stetig weiterwachsenden Speckgürteln. So sollte das aktuell im Entwurf auf den Weg gebrachte "Baulandmobilisierungsgesetz" vornehmlich darauf abzielen, dass tatsächlich mehr Bauland ausgewiesen wird. Diskutiert wird stattdessen über Passagen im Gesetzentwurf zum Umwandlungsverbot von Miet- zu Eigentumswohnungen. Das ist aber nicht das zentrale Problem der Immobilienbranche, mal davon abgesehen, dass der Gesetzesentwurf - zwei Jahre nach dem Berliner Wohngipfel - viel zu spät vorgelegt wurde.

Ziele des Berliner Wohngipfels von 2018 sind nicht annähernd erreicht
Erinnern wir uns an den Berliner Wohngipfel im Jahr 2018. Es wurde die politische Absicht formuliert, noch in dieser Legislaturperiode insgesamt 1,5 Millionen Wohnungen neu zu errichten, das bedeutet bis zum Jahr 2021 beachtliche 500.000 neue Wohnungen pro Jahr. Ein Jahr vor der Bundestagswahl bilanzieren wir aber bundesweit nur 580.000 statt der eigentlich bis heute angestrebten einer Million Neubauten. Es wurde also gerade mal etwas mehr als die Hälfte geschafft, die Baupolitik der Bundesregierung ist also im Grunde gescheitert. Und wir wissen: Solange hierzulande ein Wohnungsmangel herrscht, werden die Immobilienpreise und Mieten weiter steigen.

Finanzwirtschaftlicher Rahmen ist für Immobilienerwerber ausgezeichnet
Dabei ist die Voraussetzung für mehr Wachstum der Branche optimal, denn die Bauzinsen haben einen neuen Tiefstand erreicht. Fakt ist: Bauzinsen liegen aktuell tiefer als zu Beginn des Lockdowns. Fakt ist ferner, dass die Sparquote in die Höhe geschossen ist. Die Bürger legten im 2. Quartal im Schnitt 20 Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante, informiert die DZ Bank. Die Teuerungsrate liegt unter null. Kurzum, die finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für die Bürger, die Eigentum erwerben wollen, derzeit ausgezeichnet.

Nutzen wir die einzigartige Chance
In der Berliner Politik und in allen Kommunen dürfte bekannt sein, dass das Wohnen erst dann günstiger wird, wenn auch das Angebot an Wohnraum deutlich größer geworden ist. Bessere Argumente für mehr Investitionen in Immobilien, für mehr Baulandausweisungen und für weniger Bürokratie gibt es heute kaum. Unsere Immobilienbranche hat in der nahen Zukunft großartige Chancen für ein gutes Wachstum, größer als die meisten anderen Branchen. Nutzen wir sie doch.


 

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