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Immobilien

Studie von Euro Grundinvest zeigt: Immobilienboom geht an vielen Deutschen vorbei

- Privatanlegern fehlt es oftmals an Eigenkapital
- Geeignete Objekte besonders in Metropolen rar
- Studie von Euro Grundinvest
- Preisschub von 50 Prozent
- Angst vor Immobilienblase

Wie eine aktuelle Studie von Euro Grundinvest zeigt, will aktuell rund jeder vierte Deutsche mit Anlageerfahrung in den kommenden 6 Monaten eine Immobilie erwerben. Der Grund für das große Interesse an Betongold sind die niedrigen Zinsen für Immobilienkredite. Auch fehlende Anlagealternativen sorgen dafür, dass viele Privatanleger ihr Geld in Immobilien investieren möchten. Der neuste Grundinvest Report, eine regelmäßige Erhebung der Euro Grundinvest unter mehr als 1.000 Privatanlegern in Deutschland, gibt Einblicke in das Investitionsverhalten. Erhoben wurde die Studie im Frühjahr 2014.

"Wir möchten unser Geld in eine Immobilie investieren – sowohl um unsere Lebensqualität zu steigern als auch mit Blick auf unsere Altersvorsorge", erklären zwei Münchner, beide Mitte 30. Allerdings haben die beiden Angestellten ein Problem: "Wir finden einfach kein geeignetes Objekt."

Euro Grundinvest: Enorme Preissteigerungen

Es gibt viele Ursachen, dass derzeit viele eine Immobilie kaufen wollen, aber nicht können. Ein Grund sind die stark gestiegenen Preise für Betongold. Denn: Der Anstieg der Immobilienpreise in München betrug laut Euro Grundinvest seit 2009 rund 50 Prozent. Selbst bereinigt um die Preisstagnation in den Jahren zuvor betrug die Preissteigerung etwa 15 Prozent jährlich.

Das belegen beispielsweise die Zahlen des Münchner Gutachterausschusses. 2009 lagen die Quadratmeterpreise für zentral gelegene Neubauwohnungen in München bei rund 3.500 Euro pro Quadratmeter. Heute taxiert selbst der Gutachterausschuss die Durchschnittspreise für Wohneigentum bei mehr als 6.000 Euro. Für viele Immobilienkäufer eine vertane Chance. Sie hätten mit einem Kauf vor 5 Jahren ihre Einstandspreise bis heute fast verdoppeln können. Hätten.

Heute stehen sie vor einem anderen Problem. Wie Euro Grundinvest erklärt, müssen sie sich wegen der gestiegenen Immobilienpreise fragen, ob das Eigenkapital im Verhältnis überhaupt noch ausreicht.

Ein schwacher Trost sind vor diesem Hintergrund die neuesten Zahlen des Grundinvest Report. Die unter Privatanlegern durchgeführte Befragung zeigt, dass es vor allem in Großstädten vielen Anlegern ähnlich wie den beiden Münchnern geht. "Die, die kaufen wollen, die können nicht. Und die, die kaufen könnten, die wollen nicht", sagt Jacqueline Reinhold, Head of Corporate Affairs bei Euro Grundinvest. Laut der neuesten Studie erklären 48 Prozent der Privatanleger, nicht vom derzeitigen Zinstief profitieren zu können, weil sie keine preisgünstige Immobilie fänden. In München, dem teuersten Immobilienpflaster der Republik, teilen diese Ansicht sogar 68 Prozent.

Euro Grundinvest: Ohne Eigenkapital nix los

Ein anderes Problem stellt die finanzielle Ausstattung vieler Privatinvestoren dar. Demnach erklären 59 Prozent, nicht über das notwendige Eigenkapital zu verfügen, um einen Immobilienkredit aufnehmen zu können. Auch hier offenbaren sich Unterschiede zwischen Großstädten und ländlichen Regionen. In München mangelt es 64 Prozent der potenziellen Kaufinteressenten am Eigenkapital, in Hamburg und Frankfurt sind es 55 Prozent. Außerhalb der Großstädte fehlt es wegen der niedrigeren Kaufpreise für Immobilien deutlich weniger an finanziellen Eigenmitteln. Allerdings gibt es dort auch eine wesentlich niedrigere Investitionsbereitschaft. Häuser auf dem Land wurden vom Immobilienboom kaum erfasst und haben in den vergangenen Jahren selten durch Wertsteigerungen geglänzt.

Euro Grundinvest: Immobilien stehen dennoch weiter hoch im Kurs

Eine paradoxe Situation. Wie der neueste Grundinvest Report zeigt, ist die Investitionsbereitschaft deutschlandweit von 18 Prozent im Herbst 2013 auf 25 Prozent im Frühjahr 2014 angestiegen. Im Vorjahreszeitraum hatten 22 Prozent angegeben, in den nächsten sechs Monaten eine Immobilie kaufen zu wollen. "Die Zahlen verdeutlichen, dass Immobilien als Investment bei Anlegern weiterhin hoch im Kurs stehen", sagt Reinhold. Die hohe Nachfrage nach Objekten hat den Markt für Neubau und Bestandsimmobilien wie leergefegt.

Deutschlandweit erweisen sich die niedrigen Zinsen für Immobilienkredite als Hauptgrund für den Immobilienkauf. Wegen der Konditionen, die aktuell bei unter 2,5 Prozent für ein zehnjähriges Darlehen und damit nahe ihres Allzeittiefs liegen, wollen laut Grundinvest Report knapp 84 Prozent der Befragten in den kommenden 6 Monaten ein Objekt erwerben. Im Herbst vergangenen Jahres, als Kredite mindestens drei Prozent kosteten, waren es lediglich 70 Prozent. Welche enormen Auswirkungen die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die außerhalb Europas katastrophale Konjunkturentwicklung auf Immobilienkäufer in Deutschland haben, zeigt sich auch dem Münchner Paar. Im Herbst 2013 hätten sie für eine monatliche Kreditrate von 2.000 Euro eine Kreditsumme von rund 480.000 Euro erhalten – bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung. Im aktuellen Frühjahrszinstief bekämen sie theoretisch knapp 600.000 Euro.

Wer den Markt verstehen will, muss auch die Psychologie der Anleger kennen. Und die beobachten die Lage durchaus skeptisch. Wie die Frühjahrsbefragung des Grundinvest Reports zeigt, finden 66,7 Prozent der Anleger, dass sich der Immobilienmarkt in Deutschland stabil entwickelt. Das sind knapp 20 Prozent mehr als im Herbst 2013, als nur 49,3 Prozent dem Markt eine stabile Entwicklung attestierten. Auch meinen aktuell 56,1 Prozent, dass sich die Preise einpendeln, wenn sie ein internationales Niveau erreicht haben. Das sind ebenfalls deutlich mehr der Befragten als im Herbst, als diese Meinung nur 37 Prozent teilten.

Euro Grundinvest: Studie zeigt Ängste

Allerdings: 61,6 Prozent glauben, dass die Kaufpreise zu rasant steigen (Q3 53,8 Prozent, Q2 59,3 Prozent, Q1 56,9 Prozent). In München wird dies mit 79,2 Prozent am deutlichsten empfunden. Entsprechend haben die Befürchtungen vor einer Überhitzung des Immobilienmarktes von 38 Prozent auf knapp 46 Prozent deutlich zugenommen. Deutschlandweit befürchten derzeit 38,6 Prozent eine Immobilienblase – nach 29 Prozent im Herbst 2013. Diese Zahlen wiederrum sind jedoch laut Jacqueline Reinhold von Euro Grundinvest im Kontext und mit anderen Zahlen zu betrachten. "Entscheidend sind die Investitionsgründe. Und diese relativieren die Sorge eines kollabierenden Marktes." Demnach investieren abgesehen von den günstigen Zinsen rund 79 Prozent wegen der zu erwartenden Mieteinnahmen in Haus und Grund. Für 76 Prozent spielt die Investitionssicherheit eine entscheidende Rolle. Immobilien zählen fast gleichauf mit Gold zur am attraktivsten eingeschätzten Anlageklasse. Jeweils 60 Prozent beziehungsweise 60,3 Prozent würden ihr Geld aktuell in Gold oder Immobilien investieren.

 

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