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Frische Hausmannskost per App

Über 4.000 Personen nutzen mittlerweile die Home-Kitchen-App Huijia-Chifan. Foto: HKTDC Über 4.000 Personen nutzen mittlerweile die Home-Kitchen-App Huijia-Chifan. Foto: HKTDC

Sogenannte Home-Kitchen-Apps werden bei jungen Bewohnern in chinesischen Großstädten immer beliebter.

Vor allem in Peking, Shanghai und Guangzhou bestellen sich die Berufstätigen ihr Essen per App bei Köchen, die in ihrer heimischen Küche Hausmannskost nach Bestellung zubereiten. Lieferung und Logistik übernimmt dann der App-Betreiber. Die drei bekanntesten Home-Kitchen-Apps sind derzeit Huijia Chifan (Hausmannskost), Mama Decai (Mutters Gerichte) und Cengfan (Nachbars Mahl).

Über 4.000 Personen aus rund 100 Stadtteilen in Peking nutzen derzeit die Huijia-Chifan-App. Diese verbindet sie online mit Privathaushalten, wo vor allem Rentner, Hausfrauen und Kochbegeisterte am Herd stehen. Mit rund 40 Prozent stellen dabei die Pensionäre die größte Gruppe. Geordert wird meist von jungen, wohlhabenden Büromitarbeitern.

Um seine häusliche Küche über die App anbieten zu können, müssen die Köche ein kostenfreies Hygienezertifikat über den App-Betreiber erwerben sowie an Trainings über Servicestandards und App-Protokolle teilnehmen. Zudem inspizieren Mitarbeiter des App-Betreibers regelmäßig die Küchen. Auch Kunden ist es erlaubt, sich von den Hygienestandards der Küchen und der Qualität der Lebensmittel beim Abholen der Gerichte oder bei einem Essensbesuch zu überzeugen. "Alle Lebensmittel werden in Supermärkten eingekauft und wir legen großen Wert auf den Nährstoffgehalt und die Frische", erklärt einer der Köche in Peking.

Dass das Konzept funktioniert zeigt die Zufriedenheit der Kunden mit dem Service. So sind etwa unter den 400 Bewertungen einer Küche im Süden von Peking 90 Prozent mit 5 Sternen versehen. Unter anderem loben sie die Sauberkeit und die nicht-fettigen Gerichte aus der häuslichen Küche.

Beim Test ergibt eine Suche mit der Huijia-Chifan-App nach Hausköchen in der Umgebung der "Beijing South Third Ring Road" 10 Treffer. Bei sechs davon handelt es sich um Pensionäre, von denen zwei nach eigener Aussage bereits über 1.200 Kunden haben. Im Angebot einer der Küchen stehen 11 Gerichte, von denen jedes rund 3 Euro kostet. Damit kann der Koch einen Gewinn zwischen 420 und 570 Euro pro Monat erzielen. "Für mich ist das ideal, denn ich beschäftige mich und verdiene Geld damit", erklärt der Koch.

Es wird geschätzt, dass in China die Zahl der Pensionäre im Jahr 2030 bei über 350 Millionen liegt. Für diese Gruppe ist das Angebot der Home-Kitchen-Apps durchaus interessant, denn die Pensionäre können ihre freien Küchen dazu nutzen, mit einem zusätzlichen Einkommen den Lebensstandard zu sichern.

Viele Home-Cooking-Apps sind noch in einer frühen Entwicklungsphase, bieten aber ein interessantes Geschäftsmodell für Investoren. So konnte sich Huijia Chifan mit seinem über 500 köpfigen Team in einer A- und B-Finanzierungsrunde rund 14 Millionen Euro sichern. Ähnlich ist es bei Mama Decai mit einem Multimillionen RMB Angel-Investment als Startkapital. Auch Cengfan, derzeit ein 30-köpfiges Team, kann über ein Angel-Investment von rund 1,4 Millionen Euro verfügen.

Die neuen Services unterscheiden sich in mehrfacher Weise von bisherigen Takeaway-Anbietern. So bieten die Apps den Kunden originale Hausmannskost, indem sie sie mit Köchen zusammenbringen, die ihre favorisierten Gerichte zubereiten. Laut Zhou Tong, der Operations Director von Huijia Chifan, wird sein Unternehmen zudem über einen Online- und Offline-Service verfügen. Zusätzlich zur App gebe es dann ein Subskriptionsmodell, den Zugriff über Weibo, dem größten chinesischen Mikroblogging-Dienst, und eine eigene Webseite. Offline verteilt das Unternehmen Prospekte und organisiert eine Reihe von Werbemaßnahmen. Viele der Köche kamen zu Huijia Chifan nachdem sie die Prospekte gesehen hatten, die sie auf die Idee zu dem Geschäftsmodell brachten. Zurzeit läuft das Projekt in Peking noch als Test, soll aber bald im ganzen Land angeboten werden.

Um das Geschäft auszuweiten und mehr Köche anzuwerben, bieten die Apps verschiedene Incentives an, darunter kostenfreies Training, Verpackungsmaterialien, Essstäbchen sowie den Zugang zu Lieferservices von Drittanbietern.

Der neue Service ist zunehmend gefragt, da steigende Arbeitsbelastung und weniger Freizeit verbunden mit einer Übersättigung am Essen in den immer gleichen Restaurants und Imbissen der Umgebung, junge Leute nach Neuem suchen lassen. Bis heute haben sich allein bei der Huijia-Chifan-App über eine Million Kunden registriert, von denen 50 Prozent den Service aktiv nutzen. Dazu kommt, dass viele junge Leute auch an den Wochenenden ungern kochen. Stattdessen bestellen sie bei den in der App registrierten Küchen oder gehen zum Abholen oder Essen dorthin. Über diesen direkten Weg haben viele Köche einen guten Kontakt zu den Kunden entwickelt.

"Am Wochenende will ich mich erholen und hausgemachte Gerichte essen", betont ein junger Kunde aus dem Xizhimen-Distrikt in Peking. "Meine beste Option sind heimische Küchen. Sie sind bequem und sparsam." Selbst wenn nicht alles perfekt funktioniert, etwa eine Lieferung nicht pünktlich kommt, bleibt die Zufriedenheit der Kunden hoch, denn es schmecke immer sehr gut. Und wenn die Menge der Bestellungen einmal die pünktliche Lieferung nahezu unmöglich macht, versucht man die Kunden zu benachrichtigen und ihnen Preisreduzierungen für künftige Bestellungen oder den Erlass der Rechnung anzubieten.

 

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