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Volkskrankheit Parodontitis frühzeitig erkennen und behandeln

Zahnarzt Dr. med. dent. Henrik-Christian Hollay aus München gibt Tipps zur richtigen Parodontitisvorsorge und -behandlung

Jeder Zweite leidet an einer oft unentdeckten Parodontitis. Warum das so ist und wie sich die Entzündungserkrankung erkennen und behandeln lässt, erklärt Zahnarzt Dr. Henrik-Christian Hollay.

Mit Zahnfleischbluten fing es an…
"Volkskrankheit" Parodontitis frühzeitig erkennen und behandeln

Bei mehr als der Hälfte aller Deutschen sieht es im Mund alles andere als rosig aus. Denn weit über 50 Prozent der Bevölkerung leidet an einer ernstzunehmenden Entzündung des Zahnfleischs: Der Parodontitis. Damit zählt das häufig auch nicht ganz korrekt als "Parodontose" bezeichnete Leiden zu den am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten überhaupt.
Wie sich eine entstehende Parodontitis frühzeitig erkennen und bekämpfen lässt, erklärt der Münchner Zahnarzt und Implantologe Dr. med. dent. Henrik-Christian Hollay.

Der beste Schutz: Warnzeichen erkennen

Als meist langsam voranschreitende und eher "unscheinbare" Entzündungserkrankung bleibt die Parodontitis in vielen Fällen sehr lange unerkannt. Dabei gibt es deutliche Warnzeichen, weiß der erfahrene Zahnarzt mit eigener Praxis im Münchner Stadtteil Sendling-Westpark: "Neben unangenehmem Mundgeruch, häufigem Zahnfleischbluten und geschwollenem Zahnfleisch scheinen auch die Zähne immer länger zu werden. Das liegt daran, dass sich das Zahnfleisch allmählich zurückzieht und die Zahnhälse freilegt."

Irreparable Schäden und weitreichende Folgen

Wer ein oder mehrere Symptome bemerkt, sollte umgehend einen Termin bei seinem Zahnarzt vereinbaren. Denn die verursachten Schäden und Beschwerden potenzieren sich im Zeitverlauf. So entstehen durch den Rückgang des Zahnfleischs tiefe Zahnfleischtaschen, die eine Vermehrung der gefährlichen Bakterien begünstigen. Die Folge: Zahnfleischentzündungen, große Schmerzempfindlichkeit, Knochenabbau und schließlich Zahnverlust. Auch steht die Parodontitis im Verdacht, das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen deutlich zu erhöhen.

Systematische Behandlung als einziger Weg

Durch eine möglichst frühzeitige Diagnose mit einer umfangreichen, professionellen und mehrstufigen Therapie durch einen erfahrenen Zahnarzt lässt sich ein Fortschreiten der Krankheit deutlich verlangsamen. Komplett heilbar ist sie allerdings nicht, erklärt Dr. Henrik-Christian Hollay: "Die Schäden, die eine Parodontitis hinterlässt, kann auch der beste Zahnarzt nicht mehr ungeschehen machen. Eine deutliche Besserung des Krankheitsbildes und eine nachhaltige Linderung bis hin zur gänzlichen Beschwerdefreiheit sind mit der richtigen Therapie aber möglich."

So verschafft sich der Zahnarzt zunächst ein Bild von Stärke und Fortschritt der Erkrankung, überprüft die Mundhygiene, die Art und Menge der Beläge sowie den Zustand von Zahnfleisch, Zähnen und Zahnhalteapparat. Auf Basis dieser Erkenntnisse entscheidet der Zahnmediziner dann über die geeigneten Behandlungsmaßnahmen und beginnt mit der individuellen Therapie:
Zunächst werden Beläge und Zahnstein – auch unterhalb des Zahnfleischsaums – entfernt und der Mundraum bei Bedarf mit einer Speziallösung desinfiziert. Haben sich bereits ausgeprägte Zahnfleischtaschen gebildet, müssen auch diese im Rahmen einer sogenannten Kürettage (zumeist unter örtlicher Betäubung) gesäubert werden. Sind die krankheitsverursachenden Bakterien besonders aggressiv, kann zudem eine Behandlung mit Antibiotika nötig sein – entweder in Tablettenform oder direkt durch den Zahnarzt am Entzündungsherd.

Wichtig: Lebenslange Nachsorge

Um zu verhindern, dass es erneut zu einer verstärkten Ausprägung der Parodontitis kommt, ist eine gründliche Zahnpflege nach der Behandlung unverzichtbar. Doch auch an regelmäßige Kontrollen – und das ein Leben lang – sollten sich Betroffene gewöhnen. Nur so lässt sich eine Parodontitis dauerhaft in Schach halten.

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