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Gesundheitswesen/Wellness

Vernetzte Qualität gefragt

Prof. Dr. Günther Ochs (Mitte) moderierte in der Podiumsdiskussion des Regionalkongresses Gesundheit.  Foto: Klinikum Ingolstadt

Vernetzte Gesundheit – das ist die Idee hinter einem Projekt, das Mitte 2011 angetreten ist, um die medizinische Versorgung in der Region enger zusammenrücken zu lassen und gemeinsam zu verbessern:

Das Ergebnis ist die regionale Medizinplattform GPI Gesundheitspartner IngolstadtLandPlus (GPI). Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist der Regionalkongress Gesundheit, der nun im Klinikum Ingolstadt stattgefunden hat. Im Mittelpunkt stand die Umsetzung von Qualitätsstandards im Behandlungsprozess des Patienten. Einmal mehr wurde dabei auch klar, wie wichtig eines der zentralen Motive für die GPI-Gründung auch in Sachen Behandlungsqualität ist: die Abstimmung und Vernetzung der Medizin.

Die Sorge um die Sicherheit der Patienten im Behandlungsprozess ist nicht neu. Sie hatte schon immer höchste Priorität, erhielt zuletzt aber vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen neue Impulse. Dafür sorgen einerseits regulatorische Änderungen wie etwa im Rahmen des 2013 in Kraft getretenen Patientenrechtegesetzes oder eine Erweiterung der Qualitätsrichtlinien für die vertragsärztliche Versorgung. Zum anderen tragen aber auch eine zunehmende Transparenz der Qualitätsstandards und Behandlungsergebnisse dazu bei. Denn sie werden auch immer mehr zur Steuerung der Patienten eingesetzt und daher für die Kliniken auch immer mehr ein wirtschaftlicher Faktor.

Das hat sich nun auch deutlich beim Regionalkongress Gesundheit von GPI im Klinikum gezeigt. Zahlreiche Ärzte, Pflegekräfte, Manager aus den GPI-Partnerunternehmen – dazu gehören neben dem Klinikum die Kliniken St. Elisabeth und das Geriatriezentrum Neuburg, das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen sowie das regionale Ärztenetzwerk GO IN – und Experten aus dem regionalen Gesundheitssektor kamen dabei zusammen, um sich über aktuelle Themen und Entwicklungen zu informieren, zu diskutieren und die Zusammenarbeit zu verbessern. Wie sehr das Thema Qualität in seinen zahlreichen Facetten alle Bereiche des Gesundheitssystems bewegt und wie vielfältig die Herausforderungen sind, die sich dabei stellen, zeigten die Vorträge und Diskussionsrunden des Kongresses.

"Qualitätsanforderungen" lautete daher nach der Eröffnung durch Prof. Dr. Günter Ochs, den Ärztlichen Direktor des Klinikums, und Dr. Siegfried Jedamzik, den GO IN-Vorsitzenden, auch die Überschrift des ersten Themenblocks beim GPI-Gesundheitskongress. Die wurden dabei aus zwei besonderen Perspektiven beleuchtet: Dr. Rupert Straßer, Executive Director des Qualitätsmanagements der Daiichi Sankyo Europe GmbH in München, stellte dabei die "Anforderungen an die Arzneimittelqualität aus Sicht eines pharmazeutischen Herstellers" vor – angesichts des Skandals um Importmedikamente und Zulassungsverfahren im Ausland ein brandaktuelles Thema. Dass auch in der medizinischen Rehabilitation Qualität und Behandlungsergebnisse eine zunehmend wichtige Rolle spielen, zeigte auch Diplompsychologe Theo Vorländer, der Leiter Qualitätssicherung und Organisationsentwicklung des Rehabetreibers Passauer Wolf, in seinem Vortrag über transparente Qualität und neue Qualitätsstandards in der Reha.

"Über alle Berufsgruppen hinweg und Sektoren übergreifend"

"Die Themen Qualitätsmanagement sowie Risiko- und Fehlermanagement gehen uns alle an, über alle Berufsgruppen hinweg und Sektoren übergreifend", bilanziert Ochs als einer der Gastgeber des Kongresses. Patientensicherheit und Qualitätsmanagement standen daher im Hauptteil des Kongresses im Mittelpunkt. Denn sie werden immer mehr eingefordert und stellen in verschiedener Hinsicht immer wieder neue Herausforderungen an die Medizin und ihre Strukturen.

Beim Regionalkongress Gesundheit wurde das Thema daher auch von verschiedenen Seiten beleuchtet. Nach einem Überblick über die rechtlichen Vorgaben zur Patientensicherheit im Krankenhaus ging es vor allem um die praktische Umsetzung der abstrakten Ziele Qualität und Patientensicherheit. Emil Frey, Pflegedienstleiter des OP- und Intensivbereichs im Klinikum, stellte dabei das CIRS-System des Klinikums vor, in dessen Rahmen Mitarbeiter des Klinikums anonym sogenannte "kritische Ereignisse" melden können, also Situationen, in denen es zu Fehlern oder Beinahe-Fehlern kommt und Risiken für Patienten und Mitarbeiter entstehen könnten. Das System funktioniere sehr gut und man habe seit der Einführung vor rund anderthalb Jahren bereits viele wertvolle Hinweise erhalten und für Verbesserungen genutzt, so Frey. Das System ergänze sehr gut das ebenfalls seit Jahren erfolgreiche Ideenmanagement des Klinikums, das Verbesserungsvorschläge aufgreift und umsetzt.

Wie sehr das Thema Qualität die Krankenhäuser, aber auch alle anderen Gesundheitsbereiche beschäftigt, zeigte anschließend die Podiumsdiskussion, an der neben Jedamzik auch Christine Brunner, Leiterin der Rechtsabteilung des Klinikums, Wolfram-Arnim Candidus, Präsident der "Bürger Initiative Gesundheit e. V." in Augsburg, Dr. Ilka Martina Enger, Stellvertretende Vorsitzende der KVBayern und Ulrich Resch, der Direktor der AOK-Geschäftsstelle Ingolstadt teilnahmen. In den letzten Jahren habe sich in Sachen Qualitäts- und Risikomanagement bereits viel getan. Dennoch gebe es gerade in der praktischen Umsetzung noch sehr viel Verbesserungsbedarf – darin waren sich die Diskutanten einig. Standards und Transparenz in Sachen Qualität würden in Zukunft noch wichtiger.

Ein Dauerthema in den Krankenhäusern in Sachen Patientensicherheit ist die Hygiene. Wie Hygienestandards im Krankenhausalltag erfolgreich umgesetzt werden können, zeigte Priv.-Doz. Dr. Dr. Stefan Borgmann, Leitender Arzt für Klinische Infektiologie und Hygiene im Klinikum, in seinem Vortrag. Dr. Andreas Sarropoulos stellte anschließend das Fehler- und Risikomanagement im Klinikum vor. Der Leitende Oberarzt der Kinderchirurgie im Klinikum ist selbst ausgebildeter Risikomanager mit Schwerpunkt Patientensicherheit und berichtete aus eigener Erfahrung, wie man durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen in Verbindung mit praktischen Konzepten für mehr Bewusstsein und Sicherheit sorgen könne.

DMP-Workshop für niedergelassene Ärzte

Eine wichtige Qualifizierungsmöglichkeit für niedergelassene Ärzte sind die "Disease Management Programme" (DMP), die ebenfalls zu einer besseren Versorgung beitragen sollen. Ein solcher DMP-Workshop fand nun auch im Rahmen des Regionalkongresses Gesundheit statt. Dabei ging es um Themen wie etwa den neuesten Stand in der Diabetes-Versorgung, aktuelle Therapieempfehlungen in der Therapie von Brustkrebs, über die Prof. Dr. Babür Aydeniz, der Direktor der Frauenklinik im Klinikum, informierte, oder das Thema Asthma.

"Qualität ist kein Zufall" – das bestätigte nun auch der Kongress. Sie erfordert vielmehr eine exzellente Planung und konsequente Umsetzung verschiedenster Maßnahmen – so das Fazit der Tagungsteilnehmer. Ebenso wichtig aber sei die Schärfung des Bewusstseins, die Qualifizierung der Mitarbeiter und letztlich eine auf Qualität ausgerichtete Kultur innerhalb eines Krankenhauses oder einer Praxis. Vor allem aber wurde auch deutlich, dass es auch enorm viel Abstimmungs- und Kooperationsbedarf zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitssystem gebe. Daran will man auch im Rahmen von GPI gemeinsam weiterarbeiten.
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Medizinische Kompetenz, erstklassige Versorgung und individuelle Betreuung – im Klinikum Ingolstadt ist jeder Patient in guten Händen. Bestmögliche Behandlung und Therapie garantieren die national und international anerkannten Mediziner in den Kliniken und Instituten sowie den Belegkliniken. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Spezialisten ermöglicht umfassende medizinische Betreuung und Beratung. Auch in unvorhersehbaren Notfällen ist stets ein Spezialist vor Ort, und kurze Transportwege erhöhen den Komfort.
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