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Nährstoffe fürs Gehirn oder das Kind ist, was es isst

Speziell auf KPU abgestimmte Therapien

Verspürt Ihr Kind vielleicht Motivationsprobleme, Müdigkeit und Konzentrationsmangel? Die Ursache dafür könnte Nährstoffmangel sein.

In einem Interview erklärt Dr. med. Ulrich Kraft, Spezialist für Kindermedizin und Stoffwechselscreening, welche Strategien für das wachsende Gehirn optimal sind und wie man mit der Stoffwechselstörung Kryptopyrrolurie umgehen sollte.

Dr. Kraft, sind Sie der gleichen Meinung, dass Nährstoffmangel u.a. der Grund für Motivationsprobleme, Müdigkeit und mangelnde Konzentration ist?

Dr. med. Ulrich Kraft:
Das trifft im Großen und Ganzen natürlich zu. Es gibt jedoch Ausnahmen, wenn der Körper zum Beispiel infolge einer Stoffwechselstörung Nährstoffe ausscheidet, bevor er sie aufnehmen und verwerten kann, wie bei einer Kryptopyrrolurie.

Was passiert dann?

Dr. med. Ulrich Kraft:
Bei einer Kryptopyrrolurie (KPU) werden z.B. Zink, Vitamin B6 und andere wichtige Mikronährstoffe mit dem Urin ausgeschieden und gehen dem Körper somit verloren. Dieser Mangel ist nicht lebensgefährlich, aber er wirkt sich negativ auf den Hirnstoffwechsel und damit auf die Hirnleistungen aus. Konzentration und Ausdauer sind nur möglich, wenn das Gehirn alle dafür erforderlichen Stoffe zur Verfügung hat.

Was ist mit ADHS – könnte auch hier eine KPU hinter den Symptomen stecken?

Dr. med. Ulrich Kraft:
Für ein intelligentes Kind dürfte die Schule eigentlich kein Problem sein. Aber bei einer KPU ist das Kind oft müde, schlaff, antriebsarm, kann sich trotz guter Motivation und Vorbereitung nicht lange konzentrieren, und kommt schließlich erschöpft nach Hause, um mit letzter Kraft noch Hausaufgaben zu machen. Sie wenden alle möglichen "Tricks" an – aber ohne Erfolg.
Wenn Mikronährstoffe, die für die Bildung der Neurotransmitter (Botenstoffe, mit denen im Gehirn Informationen weitergeleitet werden) wichtig sind, fehlen, können sich Symptome wie bei ADHS (Hyperaktivität, Impulsivität, Konzentrationsschwäche) einstellen. Doch statt nach dem Nährstoffstatus zu schauen, wird oft unnötig mit Psychopharmaka behandelt.

Wie wird Kryptopyrrolurie behandelt?

Dr. med. Ulrich Kraft:
Die KPU schwemmt wichtige Nährstoffe aus dem Körper – also führen wir sie verstärkt zu. Kryptopyrrolurie ist nicht heilbar, aber behandelbar. Kinder brauchen eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung – und da, wo diese aufgrund einer Stoffwechselstörung nicht ausreicht, müssen die erforderlichen Nährstoffe unter Aufsicht eines Ernährungsmediziners zusätzlich eingenommen werden.

Kinder haben oft Angst vor Blutabnahme. Ist zur Feststellung einer KPU eine solche notwendig?

Dr. med. Ulrich Kraft:
Nein, die KPU lässt sich ganz einfach mit einem Urintest feststellen, eine Blutabnahme ist dafür nicht erforderlich. Auch das ist ein Grund mehr, weshalb Eltern nicht zögern sollen, ihr Kind auf Kryptopyrrolurie untersuchen zu lassen. Die Behandlung sollte aber in der Hand eines erfahrenen Ernährungsmediziners bleiben, der die Behandlung genau auf Alter und Konstitution des Kindes abstimmt. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, weitere Stoffwechselstörungen abzuklären, da oft gleichzeitig auch eine Darmschädigung besteht, die eine Störung der Nährstoffaufnahme zur Folge hat und die Symptomatik der KPU noch verschlimmert.

Weitere Informationen zur Stoffwechselstörung Kryptopyrrolurie im Internet unter: http://www.kpu-hilfe.de