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Klebsiella-Nachweis auf der Frührehabilitationsstation im Klinikum Ingolstadt

Foto: Klinikum Ingolstadt

– Alle Vorsichtsmaßnahmen wurden ergriffen

In den letzten Tagen kam es auf der Frührehabilitationsstation des Klinikum Ingolstadt zu einer Häufung von Besiedlungen mit multiresistenten Klebsiella pneumoniae Bakterien (KPC). Glücklicherweise ist bisher noch kein einziger Patient durch diesen Keim erkrankt.
Die Aufgabe der Frührehabilitation ist es, schwerstkranke Patienten direkt nach Ihrer Behandlung auf Intensiv- oder Überwachungsstationen frührehabilitativ zu therapieren, um damit bleibende Behinderungen zu vermeiden und eine Rückkehr in die gewohnte Umgebung zu ermöglichen.

Das Bakterium Klebsiella pneumoniae gehört zur physiologischen Flora des Menschen und kommt bei vielen Menschen im Darmtrakt vor, ohne Infektionen hervorzurufen. In bestimmten Situationen sind die Bakterien aber in der Lage, Infektionen zu verursachen, z.B. Wundinfektionen im Bauchraum, Blasenentzündungen und gelegentlich auch Lungenentzündungen.

Prinzipiell können solche Infektionen effektiv mit Antibiotika behandelt werden. Im aktuellen Fall liegt aber eine Resistenz gegen viele sehr effektive und gut verträgliche Antibiotika vor. Im aktuellen Fall sind die Bakterien zwar noch auf einige Antibiotika sensibel, diese sind aber nicht so effektiv und verträglich wie gewünscht.

Vor wenigen Tagen sind die Bakterien bei unseren Patienten bei mikrobiologischen Untersuchungen nachgewiesen worden. Daraufhin wurden alle Patienten der Station systematisch untersucht (Screening). Insgesamt wurden sechs Patienten identifiziert, die mit den Bakterien besiedelt sind. Bei den anderen Patienten der Station konnten die Bakterien auch in mehrfachen Kontrolluntersuchungen nicht nachgewiesen werden, so dass eine Besiedlung bei diesen Patienten sehr unwahrscheinlich ist.
Eine Infektion mit den Bakterien liegt derzeit bei keinem Patienten vor.

Zur Sicherheit der Patienten erfolgten umfangreiche Schutzmaßnahmen, um die Verbreitung der Bakterien zu unterbinden. Diese Maßnahmen erfolgten in Absprache mit dem Ingolstädter Gesundheitsamt. So wurden nicht besiedelte Patienten auf eine andere Station verlegt und werden fortlaufend darauf untersucht, ob eine Besiedlung nicht vielleicht doch stattgefunden hat.

Zudem wurde ein interdisziplinäres Ausbruchsteam mit festen Ansprechpartnern gebildet, das in engem und täglichem Kontakt mit dem Ingolstädter Gesundheitsamt steht. Alle Patienten auf der Station und deren Angehörige wurden über das Ausbruchsgeschehen informiert. Zudem erfolgen Umgebungs- und Wasseruntersuchungen, die bisher aber keinen Nachweis der Bakterien erbrachten.
Bakterien derselben Spezies (Art) haben auch in anderen Kliniken im In- und Ausland Ausbrüche verursacht. In Deutschland waren u.a. das Klinikum Bremen, die Charité und die Uniklinik Leipzig betroffen.

Hintergrundinformation

Wann liegt ein Ausbruch vor?
Nach dem Infektionsschutzgesetz nimmt man einen Ausbruch an, wenn mehr als zwei Patienten eine Infektion haben und die Patienten in räumlichem und zeitlichem Zusammenhang standen (z.B. in derselben Woche auf einer Intensivstation).

Was sind Klebsiella-Bakterien?
Klebsiella pneumoniae (KP) ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium der Gattung Klebsiella. Beim Menschen gehört diese Art zu den normalen Bewohnern des Magen-Darm-Trakts. Im Normalfall ist das Bakterium ungefährlich, bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kann es jedoch auch als Krankheitserreger auftreten.

Was unterscheidet KP von KPC Bakterien?
Das Kürzel KPC steht für KP-Bakterien, die besondere Enzyme bilden, die sogenannten Carbapenemasen (C). Diese Enzyme bewirken, dass einige Antibiotika (aus der Gruppe der Carbapeneme) unwirksam sind, d.h. die KPC-Bakterien besitzen eine Resistenz gegenüber diesen bestimmten Antibiotika.

Es sind verschiedene Varianten der Klebsiellen-Carbapenemasen bekannt, wie etwa KPC-1, KPC-2 und KPC-3. Bei dem derzeitigen Ausbruch in der Charité handelt es sich um den am häufigsten auftretenden Carbapenemase bildenden Klebsiella-pneumoniae-Stamm in Deutschland (KPC-3).

Das bisher in Nordeuropa wenig verbreitete KPC-Bakterium ist tendenziell seit den letzten Jahren auf dem Vormarsch. Bakterien mit dieser oder ähnlichen Resistenzen wurden in den 90er Jahren in den USA erstmalig nachgewiesen. Seitdem wird weltweit eine Zunahme der Häufigkeit beobachtet. Auch in anderen deutschen Kliniken werden Bakterien mit dieser oder ähnlichen Resistenzen in steigender Anzahl nachgewiesen.

Wie gefährlich ist KPC?
Für gesunde Menschen sind KPC-Bakterien ungefährlich. Für abwehrgeschwächte Patienten stellt ein KPC-Bakterium ein Risiko dar. Bei einer Infektion mit KPC treten die typischen Infektionssymptome wie Fieber, schweres Krankheitsgefühl oder Atemnot auf. Eine Infektion mit KPC ist nur mit wenigen Reserve-Antibiotika behandelbar.

Welche Maßnahmen werden getroffen?
Patienten, bei denen KPC bereits nachgewiesen wurde bzw. vermutet wird, werden sofort isoliert und engmaschig in Einzelpflege betreut und versorgt. Zusätzlich werden umgehend erweiterte Hygienemaßnahmen eingeleitet. Das Tragen von Schutzkleidung (Handschuhe, Kittel, Mundschutz, Haube) ist neben der obligatorischen Desinfektion der Hände für das gesamte Personal und alle Besucher bei jedem Kontakt vorgeschrieben. Darüber hinaus wurden im aktuellen Fall die nicht besiedelten Patienten auf eine andere Station verlegt.

Heribert Fastenmeier
Geschäftsführer

Prof. Dr. Günter Ochs
Stv. Geschäftsführer, Ärztlicher Direktor

Erich Göllner
Stv. Geschäftsführer, Pflegedirektor

Priv.-Doz. Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster
Direktorin, Institut für physikalische und rehabilitative Medizin

Priv.-Doz. Dr. Stefan Borgmann
Leiter, Abteilung für klinische Infektiologie und Hygiene

Dr. Britta Jürgens
Oberärztin, Institut für physikalische und rehabilitative Medizin
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Medizinische Kompetenz, erstklassige Versorgung und individuelle Betreuung – im Klinikum Ingolstadt ist jeder Patient in guten Händen. Bestmögliche Behandlung und Therapie garantieren die national und international anerkannten Mediziner in den Kliniken und Instituten sowie den Belegkliniken.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Spezialisten ermöglicht umfassende medizinische Betreuung und Beratung. Auch in unvorhersehbaren Notfällen ist stets ein Spezialist vor Ort, und kurze Transportwege erhöhen den Komfort.
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