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Gesundheitswesen/Wellness

Innovative Behandlung im Klinikum Ingolstadt schützt vor Amputation

Heribert Fastenmeier, Ulrich Resch, Prof. Dr. Dierk Vorwerk, Oliver Korsawe und Dr. Richard Henkelmann. Foto: Klinikum Ingolstadt

Um Fuß- und Bein-Amputationen zu vermeiden, geht die AOK Bayern neue Wege.

Als erste gesetzliche Krankenkasse bietet sie die Behandlungsmethode Rhenium PTA an. Dieses innovative Verfahren kommt bei einem erneuten Arterienverschluss (Restenose) im Bein zum Einsatz. Dabei werden die Gefäßverengungen und -verschlüsse mit dem Radioisotop Rhenium-188 behandelt. An diesem Modellprojekt nimmt auch das Klinikum in Ingolstadt teil. Vertragspartner ist neben den Klinikum auch die Herstellerfirma ITG (Isotope Technologies Garching GmbH). Zum Startschuss des Modellvorhabens hat der Geschäftsführer des Klinikums Ingolstadt Heribert Fastenmeier alle Vertragspartner zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen.

"Die AOK Bayern setzt seit Jahren auf innovative Behandlungsmethoden, um die Versorgungsqualität für die Versicherten stetig zu verbessern", sagt Ulrich Resch, Direktor der AOK Direktion Ingolstadt. Gelinge es mit der neuen Behandlungsmethode, den Anstieg bei Fuß- und Beinamputationen zu bremsen, bliebe den Betroffenen viel Leid erspart, so Resch.

Gefäßverengungen und -verschlüsse gehören zu den Hauptursachen für Fuß- und Beinamputationen. Durch die Behinderung des Blutflusses durch schädliche Ablagerungen in den Gefäßen kommt es zu einer dauerhaften Unterversorgung des betroffenen Gewebes. Im Volksmund oft als "Schaufensterkrankheit" bezeichnet, können unerkannte oder unzureichend therapierte Gefäßengpässe zu einem Verschluss führen. "Bei vielen Patienten kommt es immer wieder zu Verengungen in denselben Bereichen", so Prof. Dr. Dierk Vorwerk (Leiter diagnostische und interventionelle Radiologie Klinikum Ingolstadt. Meistens wird die notwendige Ausdehnung der betroffenen Gefäße mit Hilfe eines Ballonkatheters er-reicht. Gelingt dies nicht, muss operiert werden. Doch bei etwa der Hälfte der Fälle kommt es zu einem erneuten Verschluss, der so genannten Restenose. Bleibt ein großes Gefäß verschlossen, droht die Zerstörung des darunterliegenden Gewebes. Es bleibt dann oft nur noch die Amputation.

Neue Chancen eröffnet die Behandlung mit Rhenium, einem kurzstrahlenden Radioisotop. Erste Studien zeigen den Erfolg der innovativen Methode: "Bei Patienten mit einer Restenose verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit, dass das Gefäß sich nicht wieder verschließt", erläutert Dr. Richard Henkelmann, Geschäftsführer der Herstellerfirma ITG.

Bei der Behandlung mit Rhenium wird ein mit flüssiger Rhenium-Lösung gefüllter Ballonkatheter in die verengte Arterie eingeführt. Die Bestrahlung dauert ungefähr 20 Minuten. Dabei wird die Arterie von allen Seiten gleichmäßig erreicht. Rhenium hemmt das Zellwachstum und reduziert so die Verdickung der Gefäßschichten. Nach der Bestrahlung wird der Katheter mit dem Rhenium entfernt und der Patient routinemäßig weiterbehandelt.

Das Modellvorhaben der AOK Bayern ist zunächst auf vier Jahre befristet. Es wird von der Universität Regensburg wissenschaftlich begleitet. Die neue Behandlungsmethode mit Rhenium richtet sich an Versicherte der AOK Bayern, die unter einem erneuten Arterienverschluss leiden. Sie können sich in einer der vier genannten Kliniken behandeln lassen. Informationen erhalten die Versicherten bei der AOK und bei den teilnehmenden Kliniken. Im Rahmen des Modellvorhabens entstehen für Versicherte keine zusätzlichen Kosten.
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Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Spezialisten ermöglicht umfassende medizinische Betreuung und Beratung. Auch in unvorhersehbaren Notfällen ist stets ein Spezialist vor Ort, und kurze Transportwege erhöhen den Komfort.
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