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Ingolstädter Arthrosetag im Klinikum Ingolstadt

Foto: Klinikum Ingolstadt

Hüft- oder Knieschmerzen bei alltäglichen Betätigungen? Spaziergänge werden zu einer schmerzhaften Herausforderung? Stumpfe Schmerzen nachts im Bett?

Das sind häufig Anzeichen für eine zunehmende Volkskrankheit: Arthrose. Für immer mehr Menschen machen die schmerzhafte Abnutzung des Gelenkknorpels und ihre Folgen alltägliche Bewegung zu einer echten Belastung. Jeder 20. Deutsche leidet bereits unter der Erkrankung, die zu Veränderungen an Muskeln, Bändern und Knochen führen kann. Doch die Medizin bietet heute wirkungsvolle Hilfe. Wie die aussieht und was man insbesondere gegen Arthrose des Hüftgelenks tun kann, zeigt sich beim 1. Ingolstädter Arthrosetag im Klinikum Ingolstadt. Am 24. Mai können sich Interessierte zwischen 9.30 und 13.00 Uhr im Veranstaltungssaal des Klinikums über das Thema informieren.

Arthrose ist heute bereits die dritthäufigste chronische Behandlungsursache nach Bluthochdruck und Allergien. Tendenz: steigend. "Gleichzeitig ist sie häufig mit erheblichen Belastungen für die Betroffenen verbunden und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen", warnt Prof. Dr. Axel Hillmann, der Direktor der Orthopädischen Klinik im Klinikum Ingolstadt. Arthrose vor allem des Hüft- oder Kniegelenks könne nicht nur Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach sich ziehen. Sie könne auch zu Bewegungsmangel und zu einer Beeinträchtigung sozialer Kontakte führen sowie negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben.

"Operation des Jahrhunderts"

Dabei könne die moderne Medizin viel für die Betroffenen tun, so Priv.-Doz. Dr. Ingmar Ipach, Oberarzt in der Orthopädischen Klinik im Klinikum – beispielsweise mithilfe der orthopädischen "Operation des Jahrhunderts". Diesen inoffiziellen Titel hat die Hüftendoprothetik, also der operative Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks, in Fachkreisen immer wieder erhalten. Sie bildet einen der Schwerpunkte der Orthopädischen Klinik, des Klinikums – und steht auch im Mittelpunkt des 1. Ingolstädter Arthrosetags im Klinikum. Im Rahmen der Premiere dieses Patiententags, der in Zukunft jährlich stattfinden soll, erfahren die Gäste auf verständliche Art und Weise mehr über Arthrose, ihre Entstehung und mögliche Auswirkungen.

Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr aber vor allem die Arthrose des Hüftgelenks, die durch einen degenerativen Verschleiß entstehen kann. Diese Abnutzung des Gelenks kann zu schmerzhaften Beschwerden und schließlich auch Veränderungen der Muskeln, Bänder und Knochen führen. Am Ende steht oft eben jene "Operation des Jahrhunderts", bei der das Hüftgelenk durch eine Prothese ersetzt wird. Den Spitznamen habe die Operation nicht zu Unrecht, wie Ipach meint. Denn sie bringe deutliche Verbesserungen der Lebensqualität für die Patienten. Die Prothesentechnik habe durch neue Materialien in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, sei bereits sehr ausgereift und habe inzwischen auch dazu geführt, dass die künstlichen Gelenke immer haltbarer werden.

OP nur letzter Ausweg

Trotz der alltäglichen Belastungen, die ein Hüftgelenk aushalten muss, seien heute 96 Prozent der Prothesen nach 15 Jahren noch fest und zeigten kein Zeichen der Lockerung – ein sehr wichtiger Befund. Denn eine lockere Prothese muss häufig ausgetauscht werden. Moderne Prothesen hätten heute aber meist eine Lebensdauer von 25 Jahren und mehr und brächten auch für alte, operationsfähige Patienten deutliche Verbesserungen, erklärt Hillmann. Rund 180.000 Hüftgelenksoperationen fänden jedes Jahr in Deutschland statt, so Ipach. 400 Endoprothesen-OPs sind es im Klinikum. Allerdings sei die Operation – entgegen so mancher Schlagzeilen in der deutschen Presse – jedenfalls im Klinikum immer die "Ultima Ratio". Sie werde erst dann eingesetzt, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft seien. "Gleich zu operieren, ist nicht unser Weg", betont der Oberarzt. "Wir setzen auf konservative Therapien und operieren erst, wenn es nicht mehr anders geht."

Wie man einer Arthrose vorbeugen kann und welche unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, ist das Thema des Arthrosetags am 24. Mai. Zwischen 9.30 Uhr und 13 Uhr erfahren die Besucher alles über die Verschleißerkrankung und die medizinischen Möglichkeiten darum herum. Nach der Begrüßung durch Hillmann informieren der Klinikdirektor und weitere Experten aus dem Klinikum über die Ursachen und die Entstehung von Arthrose. Anschließend geht es um die Diagnose, konservative Behandlungsmöglichkeiten und die Frage, wie man als Betroffener selbst etwas für seine Hüfte tun kann.

Prothesen zum Anfassen

Im zweiten Teil geht es um die operativen Möglichkeiten, aber auch ganz praktische Fragen: Wann darf man nach einer Hüftoperation zum Beispiel wieder Autofahren? Was darf man seiner neuen Prothese zumuten? Oder wie merke ich, dass mit der Prothese etwas nicht stimmt? Auf diese und viele andere Fragen, die sich die Betroffenen häufig stellen, geben die Experten des Klinikums nicht nur in ihren Vorträgen Antworten. Sie stehen auch zwischen den Vorträgen sowie in einer abschließenden Fragerunde ab 12.40 Uhr für Fragen aller Art zur Verfügung. Darüber hinaus können die Besucher sich auch an einem der Stände über verschiedene Prothesen oder orthopädische Hilfsmittel informieren oder sie auch einmal selbst in die Hand nehmen.