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Forschungsvorhaben im Landkreis Vorpommern-Greifswald gestartet: Helfen Sensoren Senioren?

Regina Dill ist die 1. Teilnehmerin am Greifswalder Forschungsvorhaben Alterssichere Wohnung des GeWINO

NDR-Fernsehteam begleitet Greifswalderin bei der Ausstattung ihrer Wohnung mit speziellen Sensoren und elektrischen Hilfsmitteln

Ein Team vom NDR hat am Freitag, den 24. Juni 2016, für das Nordmagazin die erste Ausstattung einer Wohnung mit Sensoren sowie Hilfsmitteln begleitet und Interviews geführt. Die Dreharbeiten fanden in der Wohnung von Regina Dill in Greifswald statt. Sie ist die erste Teilnehmerin des vom Gesundheitswissenschaftlichen Institut Nordost (GeWINO) der AOK Nordost geförderten Forschungsvorhaben "Sicher leben im Alter", die gemeinsam mit der Greifswalder Initiative Leben und Wohnen im Alter(ILWiA), durchgeführt wird. Ihre Wohnung wurde mit Sensoren so ausgestattet, dass sie im Alltag unterstützt wird, wann immer es notwendig sein sollte. Anne Wachholz, BSc., vom GeWINO gratulierte Frau Dill mit einen Blumenstrauß und einer vom Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas P. Zahn unterzeichneten Urkunde als erste Teilnehmerin des Forschungsvorhabens, das die Akzeptanz von alltagsunterstützenden technischen Hilfsmitteln auf die Probe stellt.

Das GeWINO arbeitet bei diesem Forschungsvorhaben mit der Initiative Leben und Wohnen im Alte zusammen und untersucht sechs Monate lang in 20 Greifswalder Haushalten die Anwendung, den Nutzen und die Akzeptanz einfacher alltagsunterstützender technischer Assistenzsystemen in der eigenen Häuslichkeit von Menschen ab 60. "Das gemeinsame Ziel ist es, mehr Sicherheit und Schutz für die Bewohner und deren Angehörige zu bieten. Der Wunsch nach einem möglichst langen und selbstständigen Leben in der eigenen Häuslichkeit ist bei über 60-jährigen Menschen stark ausgeprägt. Wir möchten analysieren, ob ältere Menschen technische Lösungen und Dienstleistungen akzeptieren und nutzen, die ihnen dabei helfen, selbstbestimmt und sicher in den eigenen vier Wänden zu leben", betonte Professor Zahn.

Bei dem Forschungsvorhaben testen Versicherte der AOK Nordost die Module des intelligenten Hilfesystems der Casenio AG aus Berlin. Im Anschluss wird deren Akzeptanz und Nutzen analysiert. Der ILWiA-Verbund unterstützt bei der Akquise von Projektteilnehmern und informiert sowie berät interessierte Angehörige und Senioren über das Forschungsvorhaben. Das GEWINO stellt die elektronischen Hilfesysteme für die Zeit der Untersuchung kostenfrei zur Verfügung. Eine Befragung zu Beginn des Forschungsvorhabens sowie weitere Gespräche während und nach der Testphase sollen die Erwartungen, die Erfahrungen und die Akzeptanz im Alltag der innovativen Systeme bei den Senioren und deren pflegenden Angehörigen deutlich machen. Die GeWINO-Versorgungsforscher unterstützen bei der Auswertung der Ergebnisse und deren Kommunikation. Alle Daten verbleiben beim Nutzer und werden nicht an das Institut oder die AOK Nordost übermittelt. Die Casenio-Ausstattung unterstützt Senioren im Alltag und geht über die Möglichkeiten einer reinen Notruf-Funktion weit hinaus - wobei sich diese in das Casenio-Konzept einbinden lässt. Das Casenio-System setzt sich aus einer Hauszentrale, Sensoren sowie einem Service-Portal zusammen und ist individuell konfigurierbar. Das System ist den Bedürfnissen anpassbar und modular erweiterbar - je nach Bedarf lassen sich Sensoren ergänzen oder austauschen. Das Casenio-System kann beispielsweise feststellen, welche per se harmlosen Situationen in Kombination eine Gefahr darstellen können (zum Beispiel, wenn jemand das Haus verlässt, während der Herd noch an ist oder das Wasser noch läuft). Es macht den Senior auf ungewöhnliche Situationen, wie beispielsweise ein offenes Fenster oder eine offene Haustür aufmerksam. Bei Bedarf benachrichtigt das Casenio-System dann einen Angehörigen, einen Nachbarn oder die zuständigen Pflegekräfte. Zudem erinnert Casenio beispielsweise an die Medikamenteneinnahme. Und es kann sogar bei Bedarf den Herd, den Wasserhahn oder Elektrogeräte eigenständig abstellen.

Die Initiative Leben und Wohnen im Alter entstand als eine Initiative des Sozialdezernenten des Landkreises Vorpommern-Greifswald, der als Auftraggeber Daten und Expertise aus dem Bereich Gesundheit und Soziales einbringt. Im Rahmen der Entwicklung einer Strategie zur Bewältigung des demografischen Wandels hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald gemeinsam mit dem Technologiezentrum Vorpommern im Jahr 2013 den ILWiA-Verbund gegründet. Unter www.ilwia.de und www.gewino.de erhalten Interessenten weitere Informationen zum Forschungsvorhaben "Alterssichere Wohnung". Besichtigungstermine für die Musterwohnung im Wohnpark Pappelallee in Greifswald, die mit Sensoren und Hilfen für Senioren ausgestattet ist, können mit Jenny Kempka, Projektmanagerin vom Technologiezentrum Vorpommern unter 03834-550115 vereinbart werden.