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Gesundheitswesen/Wellness

Einladung zu Ingolstadt gegen den Darmkrebs

Darmkrebs

Er zählt nicht nur zu den häufigsten, sondern auch zu den gefährlichsten bösartigen Erkrankungen: Darmkrebs. Rund 70.000 Menschen erhalten jedes Jahr die schreckliche Diagnose, rund 28.000 sterben an dem sogenannten "kolorektalen Karzinom". Dabei gibt es für kaum eine andere Krebsart eine so wirksame Vorsorge sowie immer bessere Therapiemöglichkeiten. Darüber informiert der Darmtag am 29. März im Klinikum Ingolstadt. Bereits zum siebten Mal heißt es dann von 10 bis 14 Uhr "Ingolstadt gegen Darmkrebs".

"Sowohl in der Vorsorge, der Therapie als auch in der Nachsorge sind weiterhin intensive Bemühungen notwendig", sagen Prof. Dr. Stefan B. Hosch und Prof. Dr. Josef Menzel, die beiden Leiter des DarmZentrums im Klinikum Ingolstadt, mit Blick auf die hohen Fallzahlen. "Dazu bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und den spezialisierten Medizinern in Darmkrebszentren" – wie dem DarmZentrum des Klinikums. Seit Jahren bündelt es nicht nur die an der Diagnose und Behandlung von Darmkrebs beteiligten Spezialisten, sondern ist auch intensiv in der Prävention tätig, insbesondere durch den jährlichen Darmtag, der am 29. März zum siebten Mal stattfindet.

Sport verbessert Heilungschancen
Unter dem Motto "Ingolstadt gegen Darmkrebs", informieren Spezialisten des Klinikums und mehrere niedergelassene Kollegen im Rahmen dieses "Patienten-Arzt-Seminars" über die wichtigsten Themen rund um den Darmkrebs. Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten in der Vorbeugung und Nachsorge nach einer Operation steht im Mittelpunkt der diesjährigen Auflage – aber auch wertvolle Tipps und einige spannende neue Erkenntnisse: etwa dass sportliche Aktivität nach einer Krebserkrankung zu einer besseren Heilung und mehr Lebensqualität beitragen können.

Ein weiterer Schwerpunkt des diesjährigen Darmtages ist der künstliche Darmausgang, der auch "Stoma" genannt wird. "Manchmal ist es unumgänglich, vorübergehend oder dauerhaft einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Dies kann eine besondere Belastung für den Patienten bedeuten", so Hosch und Menzel. "Wir möchten beim Darmtag daher zum einen die Indikation zur Anlage eines Stomas, aber auch die Möglichkeiten der Stomapflege mit unseren Gästen besprechen." Unterschiede durch kulturelle Gepflogenheiten und ihre Folgen für die Betreuung und Versorgung aber auch vor allem wertvolle Tipps für die Praxis sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Besonders spannend dürfte ein Erfahrungsbericht eines betroffenen Patienten mit Stoma sein. Er ist zudem Mitglied in der Selbsthilfegruppe ILCO für Darmkrebspatienten und wird zudem ihre Arbeit vorstellen.

Nach der Begrüßung zum Start um 10 Uhr durch Hosch, den Direktor der Chirurgischen Klinik I im Klinikum, stehen allgemeine Informationen zur Entstehung, zu den Vorstufen und zur Entwicklung von Darmkrebs auf dem Programm. Anschließend geht es um Risiken, die Möglichkeiten der wirksamen Vorsorgeuntersuchung sowie der Nachsorge nach einer Erkrankung. Anschließend wird der praktische Ablauf einer Darmspiegelung erläutert. Ab 11.10 Uhr steht dann ein besonders spannendes Thema auf dem Programm: Dr. Pedram Rahmanzadeh, Koordinator des Darmzentrums Ingolstadt, stellt neueste medizinische Erkenntnisse vor, die zeigen, dass sportliche Aktivität die Prognose, also den Verlauf und die Überlebenschancen, bei Darmkrebs positiv beeinflussen kann. Die neue Studie zur sogenannten "postoperativen Sporttherapie" zeigt hier deutliche positive Ansätze.

Erfahrungsbericht und Fragerunde
Nach einer Pause mit Möglichkeiten zum Gespräch und einem – passend zum Darmtag – gesunden Imbiss geht es um 12 Uhr weiter mit dem Thema Stoma. Dabei werden unter anderem die Indikation, der Umgang mit Problemen und der Zeitpunkt der Rückverlagerung besprochen. Anschließend stehen Hindernisse bei der Stomapflege aufgrund kultureller Gepflogenheiten etwa bei Muslimen auf dem Programm. Schließlich erläutert Jürgen Nowak, Regionssprecher der Deutschen ILCO in der Region 10 um Ingolstadt über das Leben mit einem Stoma und erklärt, wie Betroffene sich im Rahmen der Selbsthilfegruppe gegenseitig unterstützen. Den Abschluss bildet ab 13.30 Uhr eine Fragerunde, bei der Experten die Fragen der Gäste beantworten.

Als Experten sind auf dem Darmtag neben Hosch und Menzel als den Gastgebern und Leitern des Darmzentrums sowie Rahmanzadeh als dessen Koordinator sowie Dr. Joachim Hetzer, dem Leitenden Oberarzt der Chirurgischen Klinik I im Klinikum, auch die niedergelassenen Ärzte Dr. Maximilian Holzbauer, Dr. Stefan Scheringer und Dr. Stefanie Strobl sowie Anja Kroll, Pflegeexpertin für Stoma, Kontinenz und Wunden vom Universitätsklinikum Regensburg anwesend und geben gerne Auskünfte.

Vorsorge rettet Leben
Rund um den Veranstaltungssaal im Klinikum informieren zudem zahlreiche Anbieter an Informationsständen über verschiedenste Themen rund um den Darmkrebs als eine der häufigsten Krebserkrankungen und Todesursachen in Deutschland – und das, obwohl die medizinische Entwicklung enorme Fortschritte bei der Behandlung von Darmkrebs gemacht hat und insbesondere die Vorsorge sehr effektiv möglich ist "Durch eine flächendeckende Vorsorge könnte man das Risiko einer Darmkrebserkrankung erheblich senken – und zwar um 80 bis 90 Prozent", erklärt Menzel – und damit Leben retten. Mit "Ingolstadt gegen Darmkrebs" wollen der Direktor der Medizinischen Klinik II und seine Kollegen daher am Darmtag einmal mehr über dieses wichtige Thema informieren und aufklären.