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Gesundheitswesen/Wellness

Die Betten-Waschanlage

Vor allem in einem Krankenhaus ist ein besonders gründlich gereinigtes Bett ein "Muss". Foto: Klinikum Ingolstadt

Ein Bett neu zu überziehen und zu putzen, macht zu Hause schon Arbeit.

. Das aber jedes Jahr tausendfach in einem Krankenhaus mit den entsprechenden Hygieneanforderungen zu machen, ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung. Dafür, dass nicht nur die Patientenbetten, sondern auch andere Geräte wie Infusionsständer oder Rollstühle stets nicht nur sauber, sondern gründlich desinfiziert sind, sorgt im Klinikum Ingolstadt ein kleines Team von insgesamt zehn Leuten, das jährlich rund 52.000 Betten und anderes Gerät säubert – und zwar nach höchsten Hygienestandards und mit Dampf und Vakuum. Möglich macht das eine technische Unterstützung: eine Art "Autowaschanlage" für Betten.

Es ist ein wenig, wie wenn man mit dem Auto in die Waschanlage fährt. Ein automatischer Bügel fährt über das Fahrzeug und besprüht es mit warmer Reinigungsflüssigkeit. Anschließend wird es mechanisch gesäubert, mit Luftdruck gereinigt und verlässt auf der anderen Seite sauber wieder die Anlage. Ganz so einfach ist es in einem Krankenhaus natürlich nicht. Dazu sind schon die Hygienestandards einfach zu hoch. Dennoch: Die automatische Bettenaufbereitung des Klinikums ist so etwas wie eine extrem hygienische Bettenwaschanlage.

Die Anlagen seien schon eine große Erleichterung und auch ein wichtiger Faktor für eine optimale Hygiene, sagt Christa Meier. Sie ist seit 22 Jahren im Klinikum, ist ausgebildete Desinfektorin und leitet seit einigen Jahren die Bettenaufbereitung im Klinikum. Zehn Mitarbeiter und mehrere solcher enorm teuren Waschanlagen sind im Klinikum installiert: Insgesamt sind es sechs, auf jeder Bettenebene eine. Das sei zwar sehr aufwändig, sorge aber vor allem für kurze Wege für die Mitarbeiter und die Betten, sagt Christa Meier. Und es spart Zeit. Denn jeden Tag muss eine Vielzahl von Krankenbetten nach allen Regeln der Kunst gereinigt werden – "auch wenn der Patient vielleicht nur eine Stunde darin gelegen hat", betont sie.

Von Spezialmatratzen bis zu Lüftungsgittern
Die genaue Zahl hängt davon ab, wie viele Patienten das Klinikum an dem Tag verlassen und was sonst noch gereinigt werden muss. Denn auch Spezialmatratzen, Säuglingsbettgestelle, Infusionsständer, Materialwägen aus den Intensivstationen, Roll- oder Nachtstühle und Lüftungsgitter müssen immer wieder gründlich gesäubert werden. Auch OP-Tische würden neben der Reinigung vor Ort immer wieder zusätzlich in die Aufbereitungsanlage gebracht. Bei manchen "Sonderaufträgen" sind Meier und die beiden weiteren speziell ausgebildeten Desinfektoren im Team ganz besonders gefragt. Denn dann ist Handarbeit und Präzision in Sachen Hygiene gefragt.

In den meisten Fällen aber übernehmen die großen Reinigungsmaschinen diese Arbeit. "Wir sind meines Wissens nur eines von wenigen Krankenhäusern in Bayern, die solche Anlagen besitzen. Die anderen machen das mit der Hand", erzählt Meier. "Aber sie ist schon angesichts der Keime sehr sinnvoll, weil die Maschinen eben sehr zuverlässig arbeiten. Es geht dabei schließlich um die Hygiene. Bei uns hat die Sicherheit Vorrang." Die Geräte werden regelmäßig gewartet und von externen Experten einer Prüfungsgesellschaft in Stuttgart kontrolliert, die regelmäßig unangekündigte Kontrollen durchführen. Dabei werden bewusst Keime zwischen die Matratzen auf dem Matratzenwagen aufgebracht. Anschließend wird kontrolliert, ob die Keime verschwunden sind und alles sauber ist. "Da gab es noch nie Probleme", sagt sie. Eine Maschine reinige eben besonders gründlich und sicherer als ein Mensch, der sich dann jeden Tag häufig bücken müsse, um auch die Bettgestelle im unteren Bereich auf Knien zu reinigen.

Gegen die Maschine aber haben solche Verunreinigungen keine Chance. Von "putzen" könne dabei keine Rede sein", so Meier. Denn die Betten werden in der Bettenaufbereitung nicht nur oberflächlich gereinigt, sondern nach den höchsten Hygienestandards gesäubert. Die Betten kommen zunächst auf der "unreinen" Seite an, werden bei Bedarf manuell vorgereinigt und in der Waschanlage bei 60 Grad gewaschen. Auf der unreinen Seite arbeite meistens ein Mann, um die körperlich nicht ganz leichte Arbeit zu erledigen. Zum Beispiel müssen die Matratzen aus dem Bett gehoben und in einen Matratzenwagen gelegt werden. Anschließend gelangen die Betten sowie später der Matratzenwagen in die "Spezialwaschanlage".

Vakuum sorgt für Tiefenreinigung
Bei den Matratzen kommt darin sogar ein Vakuumdampfverfahren zum Einsatz, das besonders tief und gründlich desinfiziert. Dabei wird zunächst die Luft aus der Reinigungskammer gesaugt, bis ein Unterdruck von etwa einem Bar entsteht. Dann wird Dampf hineingelassen, der tief in die Matratzen eindringt und so bei 75 Grad für eine besonders gründliche Reinigung sorgt. Auf der anderen Seite wird das saubere Bett dann von einer zweiten Person entgegengenommen, überprüft und wieder für den Einsatz bei den Patienten vorbereitet. Ein solches Zweierteam betreut jeweils zwei solche Aufbereitungsanlagen: Während die Aufbereitung auf der einen Ebene läuft, wird auf der anderen vorbereitet und der nächste Vorgang gestartet.

Wochentags führt das Team um Christa Meier zwischen 160 und 180 Reinigungsvorgänge durch, samstags rund 100 und sonntags immer noch etwa 30. Denn die Betten müssen natürlich wieder gesäubert werden, bevor ein neuer Patient sich hineinlegen kann. Gerade in Zeiten, in denen immer wieder über Krankenhauskeime und Hygieneskandale zu lesen ist, sei das Klinikum mit seiner teuren, aber eben auch besonders hygienischen und sicheren Bettenaufbereitung gut aufgestellt, freut sich Meier. Und auch für die Patienten sei es schließlich gut zu wissen, dass sie sich in ein absolut tiefengereinigtes Bett legen.

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Medizinische Kompetenz, erstklassige Versorgung und individuelle Betreuung – im Klinikum Ingolstadt ist jeder Patient in guten Händen. Bestmögliche Behandlung und Therapie garantieren die national und international anerkannten Mediziner in den Kliniken und Instituten sowie den Belegkliniken.
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Spezialisten ermöglicht umfassende medizinische Betreuung und Beratung. Auch in unvorhersehbaren Notfällen ist stets ein Spezialist vor Ort, und kurze Transportwege erhöhen den Komfort.