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Antworten rund um Hüftprobleme im Klinikum Ingolstadt

Foto: Klinikum Ingolstadt

Sie ist die häufigste aller Gelenkerkrankungen und längst zu einer Volkskrankheit geworden: Arthrose.

Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Arthrose-Hilfe unter Beschwerden, die durch "Gelenkverschleiß" entstehen. Tendenz: steigend. Rund zwei Millionen Menschen haben demnach sogar täglich Schmerzen in ihren Gelenken und rund 180.000 Menschen in Deutschland brauchen jedes Jahr ein neues Hüftgelenk. Dass es aber noch weit mehr Therapiemöglichkeiten gibt, konnten die Besucher des ersten Ingolstädter Arthrosetags im Klinikum Ingolstadt erfahren, bei dem die Arthrose allgemein, vor allem aber die des Hüftgelenks im Mittelpunkt stand. Darüber hinaus gab es wertvolle Tipps von den Experten, wie man mit einer Arthrose umgehen oder ihr vorbeugen kann.

Oft bleibt für die Betroffenen keine andere Option als eine Operation. Wenn die Arthrose stark fortgeschritten ist, sich das Gelenk verändert hat und zu fortwährenden Schmerzen und anderen Beschwerden führt, ist oft eine Prothese die beste Lösung – "allerdings auch erst der letzte Ausweg", sagt Priv.-Doz. Dr. Ingmar Ipach, Oberarzt in der Orthopädischen Klinik des Klinikums. "Im Klinikum setzen wir erst alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ein und operieren erst, wenn es nicht mehr anders geht", betont er – auch mit Blick auf Presseberichte, dass in Deutschland zu viel operiert werde. "Das trifft bei uns nicht zu. Im Klinikum operieren wir erst dann, wenn die anderen Möglichkeiten ausgereizt und eine Prothese auch wirklich nötig und vor allem für den Patienten sinnvoll ist", versichert auch Prof. Dr. Axel Hillmann, der Direktor der Orthopädischen Klinik.

Welche großen Vorteile eine solche Operation in den allermeisten Fällen für die Patienten mit sich bringt, aber auch welche konservativen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfuhren die Besucher beim Arthrosetag im Klinikum Ingolstadt, der nun zum ersten Mal stattgefunden hat. Nach der Begrüßung durch Hillmann informierten die Experten des Klinikums die Besucher im Veranstaltungssaal des Klinikums zunächst über die Entstehung von Arthrose. Sie kann verschiedene Ursachen wie etwa eine Überlastung, angeborene, aber auch traumatische Gründe wie etwa eine Fehlstellungen der Gelenke oder auch Krankheiten wie eine Gelenkentzündung oder Osteoporose haben.

Fortschritte bei konservativen Therapien

Unabhängig von den Ursachen ist sie die häufigste aller Gelenkerkrankungen und längst zu einer Volkskrankheit geworden, von der etwa jeder Zwanzigste Deutsche betroffen sei, wie Hillmann gleich zu Beginn der Premierenveranstaltung in seiner Begrüßung erläuterte. Anschließend stellten Spezialisten des Klinikums die Ursachen und Symptome der Arthrose vor. Anlauf- und belastungsabhängiger Schmerz, Schwellungen oder Deformationen des Gelenks seien wichtige Anzeichen für die Erkrankung, erfuhren die Gäste im Veranstaltungssaal des Klinikums. In einem weiteren Vortrag ging es um die Diagnosemöglichkeiten der Ärzte und schließlich Behandlungsmöglichkeiten ohne Operation. Die moderne Medizin biete heute eine ganze Reihe von konservativen Therapien, erklärte Dr. Martin Gerneth, der Leitende Arzt für Orthopädie im Rehazentrum am Klinikum Ingolstadt, mit dem das Klinikum eng kooperiert.

25 Jahre und mehr haltbar

Trotz der Fortschritte an konservativen Behandlungsmöglichkeiten wie etwa der Beseitigung von Schmerzen und Entzündungen oder einer Regeneration des Gelenkknorpels sei eine Operation aber oft sehr sinnvoll und ein dauerhafter Gewinn an Lebensqualität, so Dr. Tamas Nemeth, Oberarzt an der Orthopädischen Klinik des Klinikums, in seinem Vortrag, in dem er verschiedene Eingriffsmöglichkeiten in verschiedenen Stadien vorstellte. Operation ist dabei nicht gleich Operation. Stattdessen müssten die Art des Eingriffs und die Prothese individuell und gemeinsam mit dem Patienten auf ihn und seine Erkrankungssituation abgestimmt werden. Klinikdirektor Hillmann stellte anschließend die Möglichkeiten von zementierten und nichtzementierten Hüftprothesen vor, die sich sehr gut bewährt und in den letzten Jahren durch neue Materialien noch einmal deutliche Verbesserungen für die Patienten mit sich gebracht hätten – und vor allem eine lange Haltbarkeit. Man gehe heute von 25 Jahren und mehr aus, so Hillmann.

Autofahren mit Hüftprothese

Eine echte Alternative für viele Patienten seien "kurze Prothesen", mit denen man den Schenkelhals weitgehend erhalten könne, so Ipach in seinem Beitrag, in dem er knochenschonende Prothesen vorstellte. Dass eine kompetente Nachbehandlung auch ein maßgeblicher Faktor für den Erfolg einer Hüftoperation ist, zeigte anschließend Gerneth in seinem zweiten Vortrag. Wertvolle Tipps zum Leben mit einer Prothese gab es in den folgenden beiden Präsentationen. Die Gäste erfuhren zum Beispiel, wann man mit einer Hüftprothese wieder Autofahren und welche Belastungen man ihr zumuten kann. Eine Operation ist auch immer mit vielen Sorgen verbunden – auch nach der Operation. Wie man feststellen könne, dass mit der Prothese tatsächlich etwas nicht stimme, erläuterte Dr. Rudolf Hipp, Oberarzt der Orthopädischen Klinik des Klinikums im letzten Vortrag des Arthrosetags. Zum Schluss konnten die Patienten Fragen an die anwesende Expertenrunde stellen. Nach der gelungenen Premiere solle die Veranstaltung in Zukunft möglicherweise regelmäßig angeboten werden, so Gastgeber Axel Hillmann. Denn die Zahl der Betroffenen in Deutschland bleibt weiter hoch – und damit auch der Informationsbedarf.