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Massiv ohne Zusatzdämmung

Das beidseitig verputzte Mauerwerk erzielt einen Wärmedurchgangswert von 0,14 W/m²K und ist damit für Passivhäuser geeignet.

Modernes Passivwohnhaus in Ziegelbauweise

Ein Passivhaus in monolithischer Ziegelbauweise ohne Zusatzdämmung zu errichten, ist dank des Mauerziegels "Unipor W07 Coriso" von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader problemlos möglich. Die Ziegel mit natürlicher mineralischer Füllung haben ihre hochwärmedämmenden Eigenschaften (λ=0,07 W/mK) und ihre Verarbeitungsfreundlichkeit in der Praxis bereits vielfach unter Beweis gestellt. Ein überzeugendes Beispiel einer gelungenen Passivhaus-Bauweise ist das Wohnhaus der Familie Luginger in Oberlindhart (Niederbayern). Das massive Mauerwerk erreicht einen Wärmedurchgangswert von 0,14 W/m²K – und liegt damit unter dem für Passivhäuser nicht zu überschreitenden Gesamtwert von 0,15 W/m²K.

Bayern wie aus dem Bilderbuch: Oberlindhart ist ein in idyllischer Landschaft eingebetteter Ortsteil von Mallersdorf-Pfaffenberg, einer rund 6.500 Einwohner-Gemeinde im Landkreis Bogen-Straubing. Das vom Bauherren selbst entworfene Haus ist zwar modern gestaltet, fügt sich aber durch regionaltypische Stilmittel und Materialien, wie beispielsweise Holzfenster, harmonisch in die ländlich geprägte Bebauung ein. Der bewusste Verzicht auf Erker und Vorsprünge sowie das flache Pultdach mit nur acht Grad Dachneigung ergeben einen kompakten, energetisch optimalen Baukörper. Dieser bietet viel nutzbaren Raum auf kleiner Grundfläche.

Martin Luginger ist Bauingenieur und somit ein Mann vom Fach. Der Hausbau und die von ihm gewünschte Passivhausbauweise waren allerdings Neuland für ihn. Der Entwurf des eigenen Hauses erforderte von ihm deshalb einen entsprechend hohen Rechercheaufwand. "Bei der Planung eines Passivhauses muss man von Anfang an das Ziel der Minimierung des Heizbedarfs im Auge haben. So sind die Anforderungen an ein Passivhaus schon bei der Gebäudelage auf dem Grundstück mit einer aus energetischer Sicht optimalen Positionierung zu berücksichtigen", erläutert Luginger. Deshalb ist das Wohnhaus in seinem Entwurf nicht parallel zur Nachbarbebauung angeordnet, sondern konsequent nach Süden ausgerichtet. Große Fensterflächen auf der Südseite erlauben hohe passive Sonnenenergiegewinne, während die geringe Fensterfläche zum Norden hin zur Reduzierung der Wärmeverluste beiträgt. Die energieeffiziente Dreifach-Verglasung und die moderne offene Bauweise garantieren eine hohe Tageslichtdurchflutung im Wohn-, Ess- und Küchenbereich.

Ein wesentliches Element zur Erreichung des Passivhaus-Standards ist bei dem Eigenheim der Familie Luginger die thermische Trennung von Wohnhaus und Keller. Die unbeheizten Kellerräume werden nicht durch eine Innentreppe erschlossen, sondern der Zugang befindet sich außerhalb der wärmegedämmten Gebäudehülle im Windfang des vorgelagerten Eingangsbereiches.

Passivhaus-Wärmeschutz mit Mauerziegeln

Nach den Vorstellungen des Bauherren sollte das Wohnhaus in massiver Bauweise entstehen. "Bei der Informationsrecherche zum Thema Passivhaus fiel mir unter anderem der Unipor W07 Coriso-Mauerziegel von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader als Passivhaus geeigneter Mauerstein auf", so Luginger. "Die Möglichkeit, trotz des geforderten hohen baulichen Wärmeschutzes auf eine Zusatzdämmung mit ihren Nachteilen wie mangelnde Dauerhaftigkeit und die Gefahr der Grünbildung der Fassade verzichten zu können, war für mich bei der Entscheidung für den Coriso ausschlaggebend. Zudem handelte es sich angesichts der Nähe des Ziegelwerkes Leipfinger-Bader auch um einen regionalen Baustoff."

Der Unipor W07 Coriso war 2009 der erste Mauerziegel, der vom Passivhaus-Institut in Darmstadt als ein für Passivhäuser geeigneter Außenwandbaustoff zertifiziert wurde. Dank der geringen Wärmeleitfähigkeit von nur 0,07 W/mK erzielt das beidseitig verputzte Mauerwerk mit einer Dicke von 49 Zentimetern einen hervorragenden Wärmedurchgangswert von 0,14 W/m²K. Damit liegt er unter dem für die Gebäudehülle eines Passivhauses nicht zu überschreitenden Wärmedurchgangswert von 0,15 W/m²K.

Hilfestellung durch MauerTec-System

Der Bauherr beauftragte mit der Erstellung des erweiterten Rohbaus das mittlerweile schon in dritter und vierter Generation geführte Ergoldsbacher Bauunternehmen Sebastian Beck GmbH. Neben der Ausführung der Gebäudehülle umfasste dies auch Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten sowie den Einbau der Fenster. Das erwies sich angesichts des beim Passivhaus zu berücksichtigenden ganzheitlichen Energiespar-Konzepts auch als sehr sinnvoll. Im regen Gedankenaustausch zwischen Bauherren und Bauunternehmer wurde jede Detaillösung intensiv abgesprochen und ein zügiger Bauablauf sichergestellt. Bei allen Fragen zum energieeffizienten Bauen stand die Bauberatung von Leipfinger-Bader dem Bauunternehmen kompetent und hilfreich zur Seite. Insbesondere bei den Themen Kalkulation und Vermeidung von Wärmebrücken unterstützten die Ziegelwerke das Bauvorhaben. In praktischen Übungen wiesen die Bauberater zudem insbesondere Maurergesellen auf Baustellen ein und gaben ihnen wichtige Tipps zur fachgerechten Ausführung der Planziegel.

Wie in der Zulassung Z-17.1-935 für den planebenen W07 Coriso Ziegel vorgeschrieben, wurde das Außenmauerwerk in Dünnbettmörtelweise mit deckelnder Lagerfuge errichtet. "Der Mauerziegel ließ sich genauso verarbeiten wie übliche porosierte Leipfinger-Bader Planziegel ohne Dämmstoff-Füllung", so Juniorchef Peter-Sebastian Beck. "Auch das Sägen und Anbohren der Steine war für meine Mitarbeiter trotz der Dämmstoff-Füllung vollkommen unproblematisch."

Ein wirtschaftlich erstelltes Mauerwerk drückt sich in einer zügigen Verlegezeit und einem geringen Mörtelverbrauch aus. Die Verarbeiter nutzten bei der Mauerwerkserstellung deshalb das zu einer schnellen und mörtelsparenden Verlegung beitragende MauerTec-System von Leipfinger-Bader. Besondere Bestandteile des Systems sind der Mörtelschlitten "UnimaxX" und der spezielle Rühreinsatz "Collomix DLX 150".

Durch den geringen Fugenanteil ergab sich eine sehr homogene Mauerwerksoberfläche, die sich abschließend leicht luftdicht verputzen ließ (2,5 Zentimeter Faserleichtputz außen, 1,5 Zentimeter Gipsputz innen). Mit der Qualität des Mauerwerks allein war es aber nicht getan. Um mögliche Wärmebrücken zu vermeiden, ist es daher notwendig, die wärmedämmende Gebäudehülle an keiner Stelle zu unterbrechen. Wichtig ist dabei, alle Anschlussbereiche, wie beispielsweise Geschossdecke, Außenwand und Fenstereinbau, sorgfältig zu untersuchen. "Hier war der vom Ziegelhersteller zur Verfügung gestellte Wärmebrückenkatalog mit detailliert und anschaulich dargestellten Lösungen sehr hilfreich", betont Luginger.

Wohnbehaglichkeit inklusive

Natürlich entspricht moderne Passivhaus auch in anderen Details den spezifischen Anforderungen. Dazu gehört eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Deckung des Restheizwärmebedarfs und die Erwärmung des Brauchwassers erfolgt über eine naturnahe Pellet-Heizung. Auf ein klassisches Heizsystem kann bei Passivhäusern verzichtet werden. Trotzdem herrscht in den Räumen ein Höchstmaß an Wohnkomfort. Gewährleistet wird dies durch sogenannte "passive Quellen", die Wärme an den Raum abgeben – wie beispielsweise Sonneneinstrahlung, Abwärme von Personen oder technischen Geräten. Dank einer luftdichten, wärmegedämmten Gebäudehülle und einer effizienten Lüftung bleibt die Wärme im Haus. Diese kombinierten Faktoren reduzieren nicht nur den Energieverbrauch, sondern erhöhen auch die Wohnbehaglichkeit und den Schutz der Bausubstanz.

Ziel eines Bauvorhabens sollte es sein, einen optimalen Wohnkomfort zu erzielen und gleichzeitig die dafür genutzte Energie zu minimieren. Um dies zu erreichen, muss die Außenhülle eines Gebäudes luftdicht sein. Mit dem speziellen Differenzdruck-Verfahren wird mittels Unter- und Überdruck die Gebäudehülle nach sogenannten Leckagen (undichte Stellen) untersucht. Dieser baubegleitende Luftdichtigkeitstest wurde von der Bauberatung erfolgreich durchgeführt.

Im November 2011 bezog Familie Luginger ihr fertiggestelltes Wohnhaus. In den vergangenen rund 1,5 Jahren konnte sie sich von den bauphysikalischen, zur Wohnbehaglichkeit beitragenden Vorzügen des Coriso-Ziegels überzeugen. "Neben dem hohen winterlichen Wärmeschutz und dem Hitzeschutz im Sommer durch Zwischenspeicherung von übermäßigen Sonnenwärme ist insbesondere auch der gewährleistete Schallschutz des Ziegelmauerwerks zu loben", äußert sich der Bauherr zufrieden. Durch ein Schalldämmmaß von 47,9 Dezibel wird ein ruhiges Wohnen erreicht und Straßenlärm effektiv ausgeschlossen.

Die vollständige Pressemitteilung inklusive printfähiger Bilder ist auch abrufbar unter: dako pr