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"Made in Germany", oder worauf sollen Bauherren bei Gütesiegeln im Haus- und Wohnungsbau achten?

Vertrauenssiegel des ifb Instiutes für Bauherrenbefragungen, Meerbusch

Made in Germany, war das mal? Oder ist es überall und damit auch im Haus- und Wohnungsbau wieder schwer im Kommen? Heute stellt sich das anders dar als in der Vergangenheit, wie Sie jetzt lesen:

Gütesiegel haben Funktionen

Wer in der mannigfaltigen Siegellandschaft noch kein Gütesiegel hat, ist selber schuld und kann schließlich, wie das auch geschieht, selbst eines kreieren, aber: Gütesiegel haben eine sehr wichtige, symbolische Funktion! Sie senden unübersehbare Botschaften, sollen etwas Besonderes z.B. in Sachen Qualität ausdrücken und vor allem: Den Bauherren mehr Sicherheit geben! Was aber ist inhaltlich da dran und worauf sollten Bauherren besonders achten?

Stand und Inhalte von Gütesiegeln

Gütesiegel werden meist von Güte-, Verbundgemeinschaften oder Kooperationen entworfen, geschützt und von dort aus vergeben bzw. verliehen und überwacht. Qualitätsgemeinschaften wie Innungsverbände oder Überwachungsorganisationen, so der TÜV, die Dekra, der VQC und andere vergeben ihr Gütesiegel für eine technisch einwandfreie Qualität, die Sicherheit in technischer Hinsicht vermitteln soll, wenn es um die Qualität in der Erbringung bestimmter Bauabschnitte und ablauforganisatorischer Prozessstufen im Bauablauf oder um Mängelfreiheit bei der Abnahme geht.

Auch zu besonderen finanziellen Themenbereichen gibt es Gütesiegel. Sie sollen zum Beispiel helfen und unterstützen, wenn es um die Beleihung bzw. Beleihungsgrenzen eines Hauses geht. Ob das immer gelingt, ist durchaus fraglich!

Inflationsgefahr unausweichlich

Gütesiegel gibt es heute sozusagen überall, in allen Varianten, Darstellungen, Formen und Farben: Als Ausweise für Energieeffizienz, als Unbedenklichkeitsbescheinigungen für Qualitäts- und/oder Preisversprechen oder als Bestätigung bauaufsichtlicher Normen etc. Es gibt sie sogar für kompetente Beratung und korrekte Leistungserbringung, was wir eigentlich voraussetzen können sollten, oder? Mit Gütesiegeln, die für jedes und alles ausgestellt werden, droht eine regelrechte Inflation einherzugehen!

Gütesiegel von Werbepartnern

Gleiches gilt für rein werblich ausgestattete Siegel: Was nutzt es dem Bauherrn, wenn ein Unternehmen ein besonders hohes Werbebudget in ein anderes investiert und dadurch zu dessen Premiumpartner wird? Die Antwort ist ganz einfach: Nichts, außer der Erkenntnis, dass offensichtlich deshalb überdurchschnittlich viel geworben werden muss, weil zu wenig Empfehlungen kommen!

Hanebüchen, was sich mancher erlaubt!

Den Gipfel der Gütesiegelkreation aber erreichen die Bauunternehmen, die ihre eigenen Gütesiegel erfinden! Zu deren Inhalten ist nichts oder nicht viel prüfbar, reine Werbung! Und was, wenn sogar das biblische Firmenalter, das in der Hausbau-Branche weiß Gott kein Signal für Kompetenz und finanzielle Stärke mehr ist, in Gold versiegelt wird, um zu glänzen, wenn es sonst nichts zu glänzen gibt? Für wie dumm werden Bauherren von diesen eingestuft, wenn bereits auf der Startseite einer Homepage mit so einem Quatsch absichtliche Irreführung betrieben wird? Sehen Sie sich vor diesen begnadeten "Erfindern" unbedingt vor!
Und manchen Bauunternehmern reicht noch nicht einmal das: Sie versiegeln sich buchstäblich selbst als Exzellent- oder Premiumpartner, ohne dass die Bauherren je die wahren Gründe dafür in Erfahrung bringen können. Hauptsache Gütesiegel, Hauptsache mit anderen mithalten können, Hauptsache die Bauinteressenten an den Tisch bekommen, dann wird das schon! Sie wissen schon, wie Sie sich dann verhalten sollen! Stellt sich hier die Frage: Wo bleiben "Treu und Glauben", Neutralität und Objektivität, Fairness und Sicherheit für die Bauherren? Einfache Antwort: Auf der Strecke, denn wer sich sein Gütesiegel selbst basteln muss, hat nichts Besseres vorzuweisen bzw. weiß, dass er nicht gut genug für eine externe Zertifizierung ist!

Als Bauherr genau hinschauen und Substanz ergründen

Was bleibt ist, ganz genau hinzuschauen, wer was, wann und warum mit welchem Gütesiegel ausgezeichnet hat! Achten Sie als Bauherr deshalb immer auf die Substanz eines jeden Gütesiegels in Verbindung mit der Professionalität des Ausstellers, und: Jedes Gütesiegel sollte Ihren Fragen und Nachfragen standhalten, und zwar uneingeschränkt!

Unser nachdrücklicher Rat ist, sich immer direkt an die Bauherren zu halten! Lassen Sie sich alle Übergaben des letzten Jahres geben und fragen Sie möglichst viele Bauherren nach deren Erfahrungen und deren Zufriedenheit mit dem Unternehmen, dass Sie sich ausgesucht haben. Dann bekommen Sie wertvolle Antworten von genau denen, die als einzige die Gesamtleistung ihres Baupartners beurteilen können!

Freundliche Grüße aus Meerbusch und viel Erfolg bei der Auswahl Ihres Baupartners wünschen Ihnen das Institut für Bauherrenbefragungen und der BAUHERRENreport.
Theo van der Burgt
(Geschäftsführer)