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"Ich brauche keine Fachplanung, das macht der Handwerker"

Gudrun Jostes, freie Sachverständige und Fachplanerin für barrierefreies Bauen

Zusammenarbeit von Experten bei der Planung und Umsetzung ganzheitlicher barrierefreier Gebäudekonzepte ist wichtig

Hat man sich für den Umbau in ein barrierefreies Wohnumfeld entschieden, gilt es einige wichtige Punkte zu beachten, um kostspielige Planungsfehler zu vermeiden.

"Viele Bauherren empfinden die Notwendigkeit zum barrierefreien Umbau ohnehin schon als große Belastung. Nicht zuletzt den Schmutz und Lärm. Aber vor allem auch die Angst vor explodierenden Kosten", berichtet Gudrun Jostes, Fachplanerin für barrierefreies Bauen. Häufig sei die Tendenz daher, an der falschen Stelle zu sparen, so Jostes.

"Bei der Planung des neuen Gebäudekonzeptes wird oft nur auf den Rat des Handwerkers gehört. Oder alles in die Hände des Architekten gelegt, der in den seltensten Fällen mit der DIN zum barrierefreien Umbau vertraut ist. Im ersten Fall, erhält man daher meist eine nur handwerklich bequeme Lösung, aber nicht unbedingt ein geeignetes barrierefreies Gesamtkonzept", informiert Jostes weiter. Die Angst vor höheren Kosten führe in den meisten Fällen dazu, dass man auf eine Fachplanung verzichte.

Allerdings führe dies im Nachhinein oft zu deutlich höheren Kosten. Nämlich wenn sich nach dem Umbau im Alltag zeige, dass Dinge nicht funktionierten und im schlimmsten Fall eine erneuter Umbau stattfinden muss.

"Im Idealfall arbeiten Fachplaner für barrierefreies Bauen, Architekt und Handwerker von Anfang an konstruktiv zusammen. So können termingerechte und hervorragende Ergebnisse erzielt werden. Immerhin geht es hier um nichts Geringeres als die Lebensqualität unter neuen Lebensbedingungen", schließt Jostes.

Bei guter und geschickter Fachplanung sind die Kosten für einen barrierefreien Bau oder Umbau nur etwa 10 % höher als bei konventioneller Bauweise. Und das Einhalten der Bauvorschriften kann die Voraussetzung für staatliche Zuschüsse schaffen. Die Investition in eine Fachplanung lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht.