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Wer entdeckte die Lanze von Lehringen?

Titel des Taschenbuches Die Lanze von Lehringen (© Autor Ernst Probst)

Man weiß heute nicht mehr genau, wer am 1. April 1948 als Erster den Jahrhundertfund erblickte, der erstmals bewies, dass Neandertaler bereits Großwild mit Lanzen jagten.

Lehringen - Als Jahrhundertfund aus der Altsteinzeit vor etwa 125.000 Jahren entpuppte sich eine mehr als als zwei Meter lange Stange aus Eibenholz, die am 1. April 1948 in einer niedersächsischen Mergelgrube gefunden wurde. Denn die Stange in Besenstielstärke steckte im Skelett eines mehr als vier Meter hohen Waldelefanten und bewies erstmals, dass Neandertaler bereits Großwild mit Lanzen jagten.
Dem neuen Taschenbuch "Die Lanze von Lehringen" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst zufolge weiß man heute nicht mehr genau, wer der Entdecker dieses Sensationsfundes ist. 1960 bezeichnete sich der Lehrer, Heimatforscher und ehrenamtliche Kreisarchivpfleger Otto Voigt (1910-2001) aus Verden/Aller als Entdecker der Lanze. Kurz nach der Entdeckung entstand ein nachgestelltes Foto, auf dem Voigt als Ausgräber und ein Besenstiel als Lanze zu sehen sind. 1985 erwähnten die Hannoveraner Prähistoriker Hartmut Thieme und Stephan Veil den Rektor i. R. Alexander Rosenbrock (1880-1955) aus Verden/Aller, der nach der Entdeckung des Waldelefantenskeletts bei Baggerarbeiten die Grabungen in der Mergelgrube leitete, als Entdecker der Lanze. Doch nach Ansicht von Waltraut Deibel-Rosenbrock, der Tochter des ehemaligen Rektors Rosenbrock, gebühren ihr und dem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Rudolf Biere (1920-2009) aus Verden/Aller die Ehre, die Lanze entdeckt zu haben.
Die 1928 geborene und 1962 in die USA ausgewanderte Waltraut ist die letzte noch lebende Ausgräberin von Lehringen, zu denen auch ihr Bruder Wolfgang (1926-2015) zeitweise gehört hatte. Rudolf Biere arbeitete später als Lehrer. Das 110seitige Taschenbuch "Die Lanze von Lehringen" ist nur bei "Amazon" im Internet für 9 Euro erhältlich.

 

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