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Deutlicher Anstieg bei Mutter-Kind-Kuren

Neue Bewilligungspraxis der Krankenkassen stärkt die Müttergenesung in Deutschland.

Die neue Bewilligungspraxis der Krankenkassen hat die Müttergenesung in Deutschland im Jahr 2012 wieder gestärkt. In den 20 Kliniken der Katholischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung haben im vergangenen Jahr über 25.000 Mütter, Väter und Kinder medizinische und therapeutische Hilfe gefunden – ein Plus von 10 Prozent. "Kranke Mütter und Väter können sich wieder darauf verlassen, dass ihre Vorsorge- und Rehamaßnahme bewilligt wird. Die Zeit der Verunsicherung ist vorbei", sagt Margot Jäger, Bundesgeschäftsführerin der KAG Müttergenesung in Freiburg. Für die Träger der Einrichtungen bleibt allerdings eine finanzielle Sorge: Trotz Einsparungen in den vergangenen Jahren spiegeln die von den Krankenkassen gezahlten Preise nicht die Kosten für eine qualitativ gute Versorgung wieder.

Mutter-Kind-Kuren und Mütterkuren haben in den vergangenen Jahrzehnten stark unter den Veränderungen der Gesundheitsreformen gelitten. Mütter waren verunsichert, ob ihre Maßnahme überhaupt noch von der Krankenkasse übernommen würde; Anträge blieben aus oder wurden oft vorschnell abgelehnt. Dabei stand der Grundauftrag der Müttergenesung politisch nie in Frage: Allen kranken Frauen sollen Vorsorge- und Rehamaßnahmen offen stehen. Die Müttergenesung zählt zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Doch die Bewilligungspraxis der Krankenkassen war undurchsichtig und Anträge wurden häufig abgelehnt. In den Einrichtungen blieben die Betten leer, einige Kliniken mussten bereits schließen. Die Trendwende scheinen nun die neuen Begutachtungskriterien im Frühjahr 2012 gebracht zu haben. Das legen die hohen Teilnehmerzahlen der der KAG nahe. In den Einrichtungen der Arbeitsgemeinschaft waren 2012 alle zur Verfügung stehenden Plätze mit über 90 Prozent belegt.

Trotz dieser erfreulichen Zahlen bleibt die finanzielle Lage der Einrichtungen kritisch. Die Einschnitte der vergangenen Jahre sind bei den meisten Kliniken an die Substanz gegangen und die Einnahmen steigen nicht so, wie es die Teilnehmerzahlen erwarten lassen. Margot Jäger sieht keinen Spielraum mehr für Einsparungen, wenn am Qualitätsanspruch festgehalten werden soll. Für die KAG Müttergenesung sind die steigenden Bewilligungszahlen ein erster Schritt, um die stark angeschlagene Müttergenesung in Deutschland wieder aufzubauen. Das Ziel der Politik, dass sich die Müttergenesung in Deutschland wieder nachhaltig stabilisiere, ließe sich aber nur erreichen, wenn der Preisdruck auf die Einrichtungen abnehme, so Jäger.