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Kategorie: Webseiten / Usability

Sprechen Sie Ihre Leser persönlich an?


Beim Schreiben von Texten für eine (Unternehmens-) Webseite stellt sich dem Autor immer wieder die Frage, ob er eine persönliche Anrede an die Leser benutzen soll – und falls ja, welche. Doch ist dies Procedere sinnvoll?

Webseitengestaltung – Vorteile einer persönlichen Anrede

Die Vorteile sind eigentlich klar: der Leser fühlt sich persönlich angesprochen, ähnlich wie bei einem Dialog im realen Leben. Es entsteht ein Gefühl von Nähe beziehungsweise Vertrautheit – an für sich eine gute Basis für einen Dialog zwischen Unternehmen und Kunden. Zudem ergibt sich die Möglichkeit, in den Texten Fragen einzubauen. „Wie zufrieden sind Sie mit unseren Produkten?“, „Haben Sie Anregungen oder Wünsche, die Sie uns mitteilen möchten?“ oder „Dürfen wir Ihnen unser neuestes Produkt vorstellen?“ – Fragen wie diese schaffen zusätzlich eine engere Beziehung zwischen Autor (hier stellvertretend für das Unternehmen) und Leser.

Webseitengestaltung – Nachteile einer persönlichen Anrede

Die Nachteile liegen eigentlich nicht darin, dass eine persönliche Anrede benutzt wird, sondern höchstens darin, wie diese eingesetzt wird. Entsteht der Eindruck, der Webseitenbetreiber möchte allzu vertraulich sein, wirkt dies eher abschreckend auf potentielle Kunden als anregend. Wie überall, möchten auch im Internet Kunden mit Respekt behandelt werden. Haben sie das Gefühl, dieser Respekt wird ihnen verwehrt, trägt dies nicht unbedingt zu einer positiven Einstellung gegenüber dem Unternehmen bei. Ganz besonders wichtig ist hierbei die Unterscheidung zwischen der Duz- und der Siezform.

Duzen oder siezen – wie soll der Leser angesprochen werden?

Ob die Duz- oder Siezform benutzt wird, hängt in allererster Linie davon ab, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Professionelle Webseitenbetreiber sollten Ihre Kunden generell siezen; dies wirkt nicht nur höflich und respektvoll, sondern wahrt auch die nötige Distanz, die zwischen Kunden und Unternehmen notwendig ist. Eine Anrede in Duz-Form ist natürlich angemessen, wenn die Zielgruppe beispielsweise Kinder sind. Auch in manchen Sportvereinen oder Fitnessstudios ist generell das Duzen angesagt; allerdings muss man auch hierbei bedenken, dass es durchaus potentielle Kunden geben könnte, die von solch einem Procedere ganz und gar nicht angetan sind. Deswegen ist der sicherere Weg immer der der Höflichkeitsform, sprich: des Siezens.

Ausnahmen können private (oder semiprofessionelle) Blogs bieten: in dortigen Artikeln berichtet der Autor häufig in der Ich-Form, und so können Leser auch geduzt werden, um eine gewisse Nähe zu ihnen zu erzeugen – allerdings gilt auch hier: nicht zu plump vertraulich schreiben!

Fazit: Eine persönliche Anrede der Leser/Kunden ist empfehlenswert – vorausgesetzt, die Regeln der Höflichkeit werden nicht missachtet und besagte Anrede wirkt nicht plump und aufdringlich.

 

Graphik: © Thomas Reimer-Fotolia.com

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