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Kategorie: PR allgemein

Mit Werbeaktionen nicht übertreiben…


Welchem Zweck dient Werbung? In erster Linie dem, auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen. Nun ist die Konkurrenz in jeder Branche derart stark, dass sich ein Unternehmen schon etwas Spezielles einfallen lassen muss, um sich aus der Masse hervorzuheben. besonders gut gelingt dieses, wenn eigene Werbeaktionen in Verbindung mit helfenden Tätigkeiten im sozialen Bereich gebracht werden können – sei es durch Spenden an humane Hilfsorganisationen, Tierschutzvereine oder ähnliches.

Tu Gutes und rede darüber!

Eigentlich heißt es immer, dass der wahre Menschenfreund seine Spenden oder Hilfsaktionen im Verborgenen macht – ohne sich selbst in Szene zu setzen. Im Bereich der PR gilt dies natürlich nicht. Wie soll jemand seinem Unternehmen ein positives Image verpassen, wenn niemand etwas von der Großzügigkeit, Spendenfreudigkeit und/oder der sozialen Ader mitbekommt? Also heißt es die Werbetrommel rühren, was das Zeug hält!

Vorsicht: nicht übertreiben!

Es ist ratsam, die Werbeaktionen für das eigene Unternehmen in einem kontrollierten Rahmen zu halten, sonst kann es schnell passieren, dass das Gegenteil von dem eintritt, was sich der Unternehmer gewünscht hat: statt des positiven Images des Menschenfreundes kommt die Absicht, sich selbst ins rechte Licht zu drücken, allzu deutlich zum Vorschein. Effekt: das Unternehmen wirkt berechnend und daher unsympathisch auf (potentielle) Kunden.

Werbeaktionen von REWE: Schultüten, Äpfel an Bedürftige verteilen,…

Wie schnell eigentlich gut gemeinte Werbeaktionen einen negativen Touch erhalten können, zeigt sich aktuell am Beispiel von REWE. Das Unternehmen unterstützt seit Jahren Schulen, Tafeln etc., insbesondere in sozialen Brennpunkten, mit Lieferungen von frischem Obst. Auch bietet REWE alljährlich die Schultütenaktion an: jeder Schulanfänger erhält in einem REWE-Markt eine Schultüte, die randvoll gefüllt ist mit Obst, Cerealien und Schulbedarf. Eine tolle Idee, die bei Verbrauchern sehr gut ankommt. Das Projekt „5 am Tag“, bei dem es darum geht, dass Menschen generell fünf Portionen Obst oder Gemüse täglich essen sollen, wurde ebenfalls von diesem Unternehmen ins Leben gerufen. Eine Win-Win-Situation: REWE hilft Bedürftigen, steht positiv da, Kunden kaufen bei REWE,…

Doch jetzt hat das Unternehmen offenbar ein wenig übertrieben: am Mittwoch wollte es bundesweit in allen Grundschulen Äpfel verteilen. Exakt um 11.00 Uhr sollten sämtliche Schüler in diese Äpfel hineinbeißen – pro Apfel wollte REWE 10 Cent an die SOS-Kinderdörfer spenden. Die Idee war klasse, zumal das Unternehmen bereits diverse Spendenprojekte für ebendiese SOS-Kinderdörfer betreibt. Doch aus der Apfel-Aktion wurde nichts. Die Piratenpartei legte gegen diese Einspruch ein mit der Begründung, dass Werbung nichts an Schulen zu suchen habe. Mit Erfolg: das hessische Kultusministerium gab der Partei Recht und verbot die Aktion. Fazit: auch mit noch so gut gemeinten und publikumswirksamen Werbeaktionen sollte nicht übertrieben werden…

Übrigens: die SOS-Kinderdörfer müssen nicht leer ausgehen: REWE spendet 100.000 € an diese Organisation – auch ohne angebissene Äpfel…

 

Graphik: © Smileus-Fotolia.com

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