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Kategorie: Online Marketing

aNobii.com zeigt dass Social Media auch im Kulturbereich funktioniert


Wer jeweils an die Welt der Bücher und an die Welt der sozialen Medien denkt, stellt sich in der Regel einen großen Graben zwischen beiden Welten vor. Bücher werden meist im Stillen gelesen und höchstens „offline“, in Klassenzimmern oder großen Diskussionsrunden besprochen. Dagegen stehen soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter nicht gerade für tiefgehende Gespräche, sondern eher für schnelle Kommunikation oder Bilder, die man am besten nicht dem Chef zeigen sollte. Nur wenige Startups vermochten es bis jetzt, den Graben zwischen der Hochkultur und sozialen Medien zu überwinden und daraus eine überzeugende Geschäftsidee zu entwickeln.

Doch aNobii.com zeigt, dass sich Bücher und soziale Medien sehr wohl verbinden lassen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahren sehr stark verändert hat. Dem spanischen Soziologen Manuel Castell zufolge lasse sich die heutige stark durch das Internet beeinflusste Gesellschaft als ein „soziales Netz“ beschreiben. Viele Dinge „geschehen erst“, wenn sie über ein soziales Netzwerk publik gemacht werden – die Heirat, der Urlaub oder der Jobwechsel. Das Medium Buch wurde bisher erst sträflich in dieses Netz eingebunden.

Dass Bücher und soziale Netzwerke sich heutzutage aber nicht mehr gegenseitig ausschließen, hat konkret auch damit zu tun, dass Bücher immer seltener in Papierform sondern per Tablet PC gekauft und gelesen werden. Da bietet sich auch ein Forum wie aNobii an, dass es Buchliebhabern erlaubt, selbst die Buchbesprechung in das Internet zu verlagern. aNobii.com ist eine Plattform, die es Lesefreunden erlaubt, sich auszutauschen. Der Name, der aus dem Lateinischen stammt, lässt sich frei als „Bücherwurm“ übersetzen. Mitglieder des Netzwerkes können hier Bücher teilen, Rezensionen schreiben und anmerken, was sie gerade lesen. Zudem können sie sich über Gruppen über weitere Bücher informieren, die dem Stil des Lieblingsbuches entsprechen. Bei aNobii kann man sich per Email, aber auch über die Facebook- und Twitter-Accounts ganz einfach anmelden – so ist es dem Netzwerk möglich, von der starken Reichweite der „großen Brüder“ zu profitieren.

Die wichtige Frage ist jedoch – lässt sich mit dieser Idee Geld machen? Dass aNobii zuerst von dem Verlag Harper Collins und dann von der britischen Supermarktkette Sainsburry´s gekauft wurde, scheint als ausreichender Beleg zu dienen. Laut Medienberichten fügt sich aNobii in eine Onlinestrategie der Kette ein, die darauf ausgerichtet ist, online Präsenz zu zeigen. Dieses ermutigende Beispiel zeigt, dass es noch ein Feld im Social Media-Bereich gibt, das nicht abgegrast ist – und Konkurrenten die Möglichkeit gibt, durch Innovationen und verbesserte Angebote den noch jungen Markt durcheinanderzuwirbeln. Wichtig ist es aber in diesem Bereich, Kunden nicht durch agressive Werbestrategien zu vergraulen. Dass aNobii sich in den Medien auch dadurch einen Namen macht, dass es im Rahmen des Edinburgher Literaturfestivals einen Preis verleiht, zeigt, dass es mit einem anderen Kundenkreis zu tun hat – ein Kundenkreis, der Wert darauf legt, dass aNobii sein Bemühen um die Literatur unter Beweis stellt.

Grafik-Quelle: © Andrzej Tokarski @ Fotolia.com

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