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Wo Redeangst und Prüfungsangst entstehen

Die kausale Denkweise von Ursache und Wirkung wird in den allermeisten Therapien noch immer als einziger Lösungsweg vertreten.

Sucht man im Internet nach Informationen über Redeangst und Prüfungsangst, findet man häufig eine Aufzählung von Symptomen, die dabei auftreten. Da ist die Rede von Übelkeit, Herzrasen, Schweißausbrüchen, zittrigen Händen, Tunnelblick, fehlender oder schwacher Stimme, Blackout, Schwindel, trockenem Hals und Durchfall.
Im Internet ist die folgende Aussage über Lampenfieber zu lesen: "Um das Phänomen Lampenfieber zu verstehen, müssen wir es aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Das Entstehen von Lampenfieber hat sowohl psychische als auch körperliche Gründe, die miteinander zusammenhängen." Eine wirklich interessante Aussage, die für Betroffene bestimmt sehr hilfreich sein dürfte.
Man findet im Internet auch jede Menge Tipps und Ratschläge:
* Warten - macht sicher, beruhigt,
* Autosuggestion z.B. 'ich freue mich auf den Auftritt',
* Wissen: Ich darf Fehler ruhig machen,
* Wissen: Lampenfieber haben alle, üben-üben (im Simulator) eventuell mit Video,
* antizipieren (sich die Situation vorstellen, Fragen, Pannen, vorher überlegen, was tue ich, wenn...), zu Versprecher stehen (verbalisieren), Start zelebrieren (lockerer Stellung, Atmen), Gestik nicht unterdrücken,
* Autogenes Training – Autosuggestion, Mental "Positive Einstellung",
* Selbstwertgefühl aufbauen (Stärken kennen),
* Erfahrung sammeln: "Ich kann es doch", jede Gelegenheit nutzen (vor Publikum), ich rede nicht, wenn ich dem Thema nicht gewachsen bin, (bei einem Thema bei dem ich nicht kompetent bin),
* vor dem Auftritt eventuell Meditation und Autogenes Training.
* Übungsbeispiele: Muskeln lockern - anspannen -lockern, Hände und Arme gleichsam ausschütteln, Lockerungsübungen für den Kiefer, Atemübungen..."
Was man im Internet jedoch vergeblich sucht, ist eine Antwort auf den "Redeangst- oder Prüfungsangst-Prozess".
Wenn Menschen vor einem Vortrag Angst haben, ist das ein Prozess, der nicht auf der bewussten Ebene zu finden ist.
Die Angst zu reden entsteht dort, wo über neunzig Prozent der menschlichen Empfindungen entstehen: Auf der unbewussten Ebene.
Nach der Ursache von Prüfungsangst oder Redeangst zu suchen, ist reine Zeitverschwendung, denn wenn die Ursache für ein einschränkendes Gefühl bekannt ist,
bedeutet das nicht gleichzeitig, dass der Betroffene dadurch weniger Schwierigkeiten damit hat. Diese Denkweise von Ursache und Wirkung ist aber in den allermeisten Therapien noch immer sehr weit verbreitet.
Dass Prüfungsangst und Redeangst auf der unbewussten Ebene ablaufen, beweist die Tatsache, dass die Betroffenen ihre Schwierigkeiten bewusst nicht auflösen können, sonst würden sie es ja mit Sicherheit tun, oder nicht? Für schnelle Veränderungen bei diesen Schwierigkeiten ist es hilfreich, dort zu beginnen, wo menschliche Empfindungen entstehen: Also auf der unbewussten Ebene. Eigentlich eine logische Schlussfolgerung, so könnte man jedenfalls
meinen. Dennoch versuchen die von Redeangst und Prüfungsangst betroffenen Menschen ihre Schwierigkeiten auf der bewussten Ebene zu bekämpfen. In den meisten Fällen unterliegen sie dabei.