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Wie viel Kreativität steckt wirklich drin?

Kreativitätskatalysator Nils Bäumer

Heutzutage erscheint alles kreativ. Produkte sind kreativ, Tagungen sowieso und jedes zweite Unternehmen hat Kreativität als Slogan integriert. Aber was steckt hinter der Worthülse Kreativität?

Kreativität ist "in", liegt voll im Trend. Wenn sich früher fast nur Künstler und Genies mit ihrer Kreativität schmückten, tun es heute vor allem Unternehmen. Da jagt eine kreative Tagung die andere. Konferenzen sind per se schon kreativ, Produkte sowieso, wenn nicht sogar innovativ und meistens wird auch die Jahresbilanz kreativ erstellt.

Wenn ich mit denjenigen spreche, die aber als einzige kreativ sein können - den Menschen - bekomme ich leider meistens abweichende Aussagen. OK, es gibt keine allgemein gültige Definition für Kreativität, aber in meinen Augen kann ein Unternehmen nicht kreativ sein. Die Einzigen, die kreativ sein können, sind die Menschen, die in den Unternehmen arbeiten. Unternehmen und Führungskräfte können "nur" die Rahmenbedingung für kreatives Arbeiten schaffen, es den Mitarbeitern anbieten. Und ob ein Produkt innovativ ist, entscheidet der Markt und nicht der Hersteller.

Ich wünsche mir, dass wir weniger Dingen und Gegenständen das Attribut "kreativ" verleihen würden, sondern uns darauf konzentrieren, wie wir die Kreativität der Menschen - des Einzelnen - wecken und fördern können. Nicht als modernes Lippenbekenntnis oder Marketing-Aussage, sondern mit allen Vor- und Nachteilen im Wertesystem der Unternehmen verankert.

Kreativität ist genial. Und doch kann es auch zuviel davon geben, kann sie am falschen Platz erscheinen. Wie fänden Sie es, wenn der Pilot kurz vor der Landung ankündigt, heute einmal eine besonders kreative Landetechnik auszuprobieren? Kreativität bedeutet, bekannte Wege zu verlassen und immer wieder die Richtung zu ändern. In der Realität auf der Autobahn zu wenden, ist hingegen keine gute Idee.

Wie so oft im Leben geht es um die richtige Dosierung. Es geht um den Einsatz seiner Kreativität zur richtigen Zeit. Und um sie genau im richtigen Momenten nutzen und aktivieren zu können, sollten wir sie trainieren. Möglichst schon ab der Kindheit, in der Kreativität noch ganz natürlich und ohne Regeln auskommt.

Eine der für mich treffendsten Beschreibungen zu Kreativität hat der Mediziner und Musiker Charles Limb 2011 in einer Ausgabe der Zeitschrift Gehirn & Geist gegeben:
"Die enormen schöpferischen Leistungen der Menschen sind großartig, aber ich will sie nicht künstlich überhöhen. Für mich handelt es sich um einen ganz normalen biologischen Vorgang, den einige von uns zwar außergewöhnlich gut beherrschen, der aber letztlich eine Grundvoraussetzung für jede menschliche Zusammenarbeit darstellt. Kreativität durchdringt jeden Bereich unseres Lebens. Ich bin davon überzeugt, dass keine andere Eigenschaft mehr zur Evolution unserer Art beitrug."

Wir leben in der glücklichen Lage, uns aussuchen zu können, ob und wie wir unsere Kreativität nutzen. Noch ist es eine freie Entscheidung. 
Auf unsere Welt kommen allerdings Herausforderungen zu, die wir nicht mehr mit der Kreativität der Wenigen lösen werden. Wir brauchen dazu die Kreativität der Menge – die creative crowd. In wenigen Jahrzehnten wird es selbstverständlich sein, dass jeder Einzelne sein ganzes kreatives Potential einsetzt, um zu gemeinsamen Lösungen und Innovationen beizutragen. Und wenn wir heute schon damit anfangen, wird es nicht der Leidensdruck sein, der uns dazu bringen wird.
Legen wir los, bevor uns die Not erfinderisch macht: und zwar indem wir mit den Menschen um uns herum zusammenarbeiten und nicht indem wir mit Phrasen und hohlen Worthülsen um uns werfen.

Wenn Sie heute damit starten wollen, Ihr kreatives Potential zu wecken, dann empfehle ich Ihnen den Podcast "Weckruf für Ihre Kreativität". Mit dem zugehörigen "Tu´sletter" erhalten Sie ein einjähriges, kostenloses Kreativitätstraining. Ideal für echte Kreativität mit Mehrwert und Substanz.