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Vom ungeliebten Stiefkind zum Teil des Bildungssystems - Rückblick auf 20 Jahre außerschulische Bildung

Anfangs wurde die institutionelle Nachhilfe mit Argwohn betrachtet, heute wird sie genutzt wie das Trainer-Coaching beim Sport.

Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens blickt der VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen auf die Entwicklung der außerschulischen Bildung in Deutschland zurück.

Anlass für die Gründung des VNN waren der Wunsch, die Qualität der Nachhilfe zu sichern und die Bedeutung der außerschulischen Förderung für das Bildungssystem bewusst zu machen. "Beide Ziele, die wir uns bei der Gründung des VNN gesetzt haben, konnten wir erreichen", erklärt Dr. Cornelia Sussieck, Mitgründerin des VNN, rückblickend. "Wir haben Instrumente zur Sicherung und Steigerung der Qualität etabliert und wir werden als Teil des Bildungsmarktes akzeptiert."

In den Anfangsjahren des VNN wurde die Gründung und Verbreitung von Nachhilfeschulen vor allem mit Sorge und Kritik verfolgt. "Immer wieder wurde von einem Nachhilfe-Boom berichtet", erinnert sich Sussieck. Dabei war Nachhilfe nur stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, weil sie seit den 70er Jahren zunehmend institutionalisiert worden war. "Bis in die 70er Jahre wurde Nachhilfe vor allem auf dem Schwarzmarkt angeboten. Und trotz der angeblichen Hochkonjunktur der Nachhilfeschulen wird auch heute noch zwei Drittel der Nachhilfe auf dem Schwarzmarkt erteilt."

Nachhilfe, so Sussieck, gebe es, so lange es Schulen gibt. "Die individuelle außerschulische Förderung bildet einen Bestandteil des Bildungssystems. Denn nicht alle Kinder lernen gleich." Manche Kinder, so Sussieck weiter, haben Konzentrationsschwächen, andere kommen mit dem Tempo nicht mit oder besitzen nicht die richtige Lerntechnik. Sie brauchen Unterstützung, um das Klassenziel zu erreichen. In bestimmten Lebensphasen verlieren Schüler die Lust am Lernen. Die Lücken, die dann entstehen, können durch eine individuelle außerschulische Förderung geschlossen werden.

Sichtbarer Ausdruck, dass auch im öffentlichen Bewusstsein Nachhilfe als Teil des Bildungssystems mittlerweile anerkannt wird, war der Erlass des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) im Jahr 2014, denn es umfasst als Leistung auch die finanzielle Förderung von Nachhilfe.

Diese Akzeptanz der Nachhilfe hatte eine Verschiebung des Blickwinkels auf die schulbegleitende Förderung zur Folge: Zunehmend wurde die Qualität der Nachhilfe thematisiert und die Frage aufgeworfen, woran man eine gute Nachhilfeschule erkennen könne. Auch die Nachfrage nach Nachhilfe hat sich verändert: Zunehmend wird sie auch von guten Schülern in Anspruch genommen. "Nachhilfe wird wie das Trainer-Coaching beim Sport als Instrument genutzt, um noch besser zu werden. Wir sind stolz, durch unsere Arbeit die Kompetenzen und Leistungen der Nachhilfe in den Fokus gerückt zu haben. Dadurch wird Nachhilfe von allen Schülern genutzt, um Schul-, Ausbildungs- und Berufsziele zu erreichen", resümiert Sussieck abschließend.

 

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