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Powernapping – Über die Wirksamkeit eines kleinen Nickerchens

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Ein kleines Schläfchen (Powernapping) in Ehren kann niemand verwehren. Wenn nur die schiefen Blicke der Kollegen nicht wären … Dabei steigt Powernapping nachweislich Kreativität und Produktivität.

Viele Menschen mit Schlafproblemen zählen abends bis drei, wenn sie nicht schlafen können. Ob das hilft? Nun, manchmal zählen sie auch bis halb vier. Und gerade deshalb sind kleine Nickerchen ein natürliches Aufputschmittel. Bereits unsere Großeltern wussten das und absolvierten ihr Schläfchen. Viele Senioren machen es heute weiterhin. Nur in der Arbeitswelt ist es unverständlicherweise verpönt.

Jeder kennt die Müdigkeit zur Mittagszeit. Sie ist in unserem Biorhythmus verankert und lässt sich nicht mit nächtlichem Schlafmangel begründen oder mit Kaffee beseitigen.
Wer statt müde in die Tasten zu tippen ein kleines Nickerchen macht, kann sich über ein natürliches Aufputschmittel ohne Nebenwirkungen freuen. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA wies eine Steigerung der Aufmerksamkeit nach kurzen Nickerchen um 100 % nach. Viele weitere Studien schlagen in die gleiche Kerbe: Powernapping wirkt Wunder.

Folgende Erkenntnisse gelten durch Studien als gesichert:

-Es beugt Erschöpfungs-Zuständen vor.
-Es steigert das Leistungsvermögen.
-Es bringt gute Laune, weil die Serotonin-Produktion erhöht wird.

So geht’s:

-Wer zu Hause ist, legt sich auf die Couch oder setzt sich in den Sessel. Wer im Büro ist, platziert ein Kissen auf den Schreibtisch und legt seinen Kopf darauf. Wer sagt denn, dass man immer im Liegen schlafen muss?
-Wecker stellen (Smartphone etc.) auf 20 bis 30 Minuten. Länger sollte es nicht dauern, weil wir sonst in die Tiefschlafphase "fallen". Das bedeutet Gereiztheit und Schlappheit nach dem Erwachen.
-Wer Ruhe braucht, kann sich Ohrstöpsel in die Ohren stecken. Wer eine Geräuschkulisse braucht, greift zur klassischen Musik.
-Wer kurz vor dem Powernapping einen Kaffee trinkt profitiert doppelt, weil das aufputschende Koffein erst nach ca. 30 Minuten wirkt. Wenn wir wieder aufwachen.
-Idealerweise wird nach dem Mittagessen zwischen 13:00 – 14:00 Uhr geschlafen, weil die Verdauungsorgane zu dieser Zeit besonders viel Blut brauchen. Blut, das in andere Organen fehlt.

Somit dürfte sich der Fall der nörgelnden Berufsschullehrerin erledigt haben, die den schlafenden Schüler darauf aufmerksam macht, dass die Schule nicht der richtige Ort zum Schlafen ist. Worauf der Schüler bisher antwortete: "Och, wenn Sie ein bisschen leiser wären, passt´s schon!"

Über den Autor
Der Autor René J. Buchinger ist Geschäftsführer von AzubiShop24.de und Prüfer bei der Industrie- und Handelskammer. Er hat sich auf die Themen "Prüfungswissen einfach erklärt" und "Erfolgstipps" für Auszubildende spezialisiert.