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Medienkompetenz und Mut zum Scheitern: Hochschule Macromedia diskutiert Future of Work

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wie wird die digitale Transformation Berufsbilder ändern? Die Thesendiskussion "Future of Work" am Berliner Campus profitierte von einem heterogenen Expertenpanel.

In Berlin wird die Diskussion zur Zukunft der Arbeit insbesondere seit Start der Initiative Arbeiten 4.0 intensiv geführt. Mit ihrem bewusst heterogen rekrutierten Expertenpanel gelang es den Organisatorinnen Prof. Dr. Astrid Friese und Prof. Dr. Brigitte Kleinselbeck von der Hochschule Macromedia, einige einprägsame Schlaglichter auf diesen Diskurs zu werfen.

Die Sicht der Hochschule: Medienkompetenz aufbauen und Adaptivität schulen

Für die Hochschule Macromedia diskutierten an dem Abend der Dekan Prof. Dr. Dr. Castulus Kolo und die Medienökonomin Prof. Dr. Katja Nettesheim. Gemeinsames Credo: kontinuierlich gepflegtes Technik-Know-how, Leidenschaft für datenbasierte Analyse- und Entscheidungsprozesse sowie hohe Adaptivität sind unerlässliche Kompetenzen für beruflichen Erfolg in der Industrie 4.0. Angesichts der immer kürzer werdenden Innovationszyklen der digital getriebenen Wirtschaft müsse auch an Hochschulen die Vermittlung spezifischer Wissensinhalte immer mehr ergänzt werden durch Schulung von Methoden- bzw. Problemlösungskompetenzen und die Fähigkeit, grundlegende Zusammenhänge auf sich wandelnde Kontexte anzuwenden. Algorithmen könnten verantwortungsvolles Entscheiden immer nur unterstützen, niemals ersetzen, wie Kolo betonte. Für Nettesheim wird die Digitalisierung mittelfristig das Verhältnis von angestellter und freier Arbeit umkehren: Die Start-Up-Mentorin und Unternehmerin prognostiziert ein Erstarken von projektgebunden arbeitenden Spezialisten, gegenüber denen sich Unternehmen durch verstärktes Auftraggeber-Branding und Service-Leistungen positionieren müssen.

Die Sicht der Bundeswehr: Digitale Transformation hat Grenzen, wenn es um Menschenleben geht

Brigadegeneral Franz Weidhüner bereicherte die Diskussion um die Zukunft der Arbeit mit eindringlichen Statements zu Führung und Verantwortung in der Bundeswehr. Ganz sicher werde die Digitalisierung in der Arbeitswelt des Militärs keine so weitreichenden Veränderungen bewirken wie in der freien Wirtschaft, betonte der Afghanistan-Veteran. Insofern Hierarchieebenen in der Bundeswehr immer an zunehmende Verantwortung für Menschen geknüpft seien, müssten sich Führungskräfte der Bundeswehr vor allem auch durch menschliche Qualitäten und einen vertrauensbasierten Führungsstil auszeichnen.

Die Sicht des Managers: Kontinuierliche Veränderungsprozesse brauchen starke Führungspersönlichkeiten

Auch für Oliver Jeschonnek Geschäftsführender Partner bei fbtk Consulting, ist der Schlüssel zu erfolgreicher Führungskultur in der Industrie 4.0 nicht an digitale Expertise, sondern ist an bestimmte Persönlichkeitsmerkmale gebunden. Bei dem dynamischen Veränderungsprozess, den die digitale Transformation in Unternehmen und Organisationen bewirke, seien empathische und charismatische Führungskräfte besonders wichtig, um Kontinuität und Vertrauen im Team aufzubauen und Offenheit für die Veränderung zu initiieren.

Die Sicht des Medienpsychologen: Digitalisierung braucht Akzeptanz des Scheiterns

Prof. Ralf Kemmer, Mit-Initiator der Berliner Fuck Up Nights, sieht in dem gesellschaftlichen Umgang mit Scheitern einen zentralen Faktor der zukünftigen Arbeitswelt. Scheitern sei gerade in Innovationsprozessen eine typische Entwicklungsphase. Erst wenn Scheitern als Option gesellschaftlich akzeptiert sei, würden mehr Menschen das individuelle Risiko des Scheiterns eingehen und damit die Voraussetzung für ein Erstarken der deutschen Start-Up-Kultur schaffen.

Die Hochschule Macromedia versteht sich als "Hochschule zur Gestaltung des Digitalen Wandels" – die Reflexion über die Entwicklung der zukünftigen Arbeitswelt und die Übersetzung in zentrale Studieninhalte ist durchgängiger Bestandteil der wissenschaftlichen Leitung.