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Hochschule Macromedia: Kai Diekmann (BILD) zu Gast am Hamburger Campus

Kai Diekmann und Prof. Dr. Martin Jastorff im Gespräch

"Habt Mut! Auch zu Fehlern!" – Kai Diekmann zu Hamburger Studierenden im Macromedia Talk

Der polarisierendste und mächtigste Journalist Deutschlands, Kai Diekmann, sprach am 5. November vor mehr als 200 Studierenden über die Zukunft von BILD, seine Ziegen und das Silicon Valley.

So groß war der Andrang am Campus Hamburg der Hochschule Macromedia noch nie: Über 200 Studierende, Freunde und Partner der Hochschule sind gekommen, um Kai Diekmann live zu erleben. Der BILD-Chefredakteur ist sichtlich beeindruckt und fotografiert - kaum auf der Bühne angekommen - erst mal die Studentenmenge. Natürlich mit dem neuen Smartphone.

Diekmanns Herz schlägt digital

Smartphones und Digitales sind seine Leidenschaft. Das wird auch im Talk schnell klar, den Prof. Dr. Martin Jastorff, Direktor des Campus Hamburg und erfahrener Axel-Springer-Mann, launig moderiert. Nicht umsonst ist die BILD-Zeitung auch online marktführend und mit dem Paid-Content-Modell BILDplus erfolgreich. Für die Zukunft stellt Diekmann gleich klar: "Gedruckt wird es uns noch ein paar Jahrzehnte geben, online wird es noch mindestens 100 Jahre weitergehen." Natürlich müsse sich der Journalismus verändern, sich den neuen Regeln des appbasierten "Smartphonezeitalters" anpassen. Es wird mehr Echtzeitjournalismus geben und mehr Paid Content, denn: "Wo kein Geld ist, da gibt es auch keinen Journalismus."

Fehler als Grundvoraussetzung für Erfolg

Seit 14 Jahren ist Kai Diekmann BILD-Chefredakteur. Und er ist immer noch mit voller Energie dabei, weil er seinen Beruf als Glücksfall und nicht als Belastung erlebt. "Ich tue das, was ich liebe und kann – und ich habe die Freiheit, mich und die Arbeit ständig neu zu erfinden." Um das Digitale neu zu erfinden reiste er 2012 für zehn Monate ins Silicon Valley in den USA. Dabei ging es hier weniger um technische Innovationen als um neue Geschäftsmodelle. "Wir haben dort vor allem eins gelernt: Fehler sind eine Grundvoraussetzung für Erfolg, gerade, was das Ausprobieren der neuen technologischen Möglichkeiten betrifft. Risikoangst bringt einen nicht voran."

Das will er übrigens auch vom journalistischen Nachwuchs sehen, der ihm beim Talk an den Lippen hängt: "Habt Mut. Auch zu Fehlern. Und vor allem: Probiert euch aus. Drängt euch in die Redaktionen, das ist heute einfacher denn je." Das Internet biete genügend Möglichkeiten um sich als Schreiber früh zu profilieren.

Er selbst hat mit einer Schülerzeitung angefangen, die schließlich eine Auflage von 35.000 Exemplaren hatte, absolvierte ein Volontariat im Axel Springer Verlag und schaffte so den Sprung ins große Geschäft. Wie die BILD-Zeitung ist auch Diekmann selbst zu einer Marke geworden, wird vielerorts als mächtigster Journalist des Landes bezeichnet. Er selbst sieht das anders: "Macht kommt von machen" - und da sieht er sich schon eher. "Ich bin ein journalistischer Triebtäter. Gute Geschichten sind unsere Leidenschaft."

"Wer austeilt, muss auch einstecken können!"

Die Themen reichen weit an diesem Abend – von seiner Freundschaft zu Helmut Kohl, die nach dessen Amtsaustritt entstand, über die umstrittene Rolle der BILD-Zeitung beim Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wulff bis hin zu Diekmanns Kritikern. Dazu hat Kai Diekmann eine klare Position: "Wer austeilt, muss auch einstecken können. Vor Kritik verstecken wir uns, verstecke ich mich nicht." Das Thema Bart wird ausgespart, stattdessen outet Diekmann sich als stolzer Besitzer zweier Ziegen, die ihm in puncto Bart Konkurrenz machen.

Diekmanns Hauptbotschaft an die Macromedia-Studierenden ist schnell klar: "Macht auf euch aufmerksam, schließt das Studium ab und dann Bahn frei für den spannendsten Beruf der Welt."

von Anja-Katharina Riesterer, Journalistik-Studentin der Macromedia Hamburg