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Arbeitszeugnis: Das neue Problem

VEJA-Zeugnisberatung

Es sind immer mehr Zeugnisse mit gleichlautendem Beurteilungstext im Umlauf, die mit Softwareprogrammen erstellt wurden. Auch wenn sie guten Noten entsprechen, sind sie bei Bewerbungen nutzlos.

Gerade diejenigen, die ein gutes Arbeitszeugnis zu erwarten haben, sollten ihr Zeugnis besonders kritisch unter die Lupe nehmen. Klingt widersinnig? Ist es aber keineswegs. Denn ein gutes Zeugnis muss vom Leser auch geglaubt werden. Kann dieser aber den Text schon auswendig mitbeten, weil er ihn ständig auf dem Tisch hat, wird dies wohl kaum der Fall sein.

Dass Arbeitgeber immer häufiger Zeugnissoftware einsetzen, ist verständlich. Werben doch die Anbieter damit, dass mit ihren Programmen rechtssichere Arbeitszeugnisse innerhalb nur weniger Minuten ausgefertigt und dadurch enorme Kosten eingespart werden können. Doch für die Arbeitnehmer ist dies ein großes Problem. Sie erhalten 08/15-Zeugnisse, die zwar gute Beurteilungen enthalten, doch trotzdem keine guten Zeugnisse sind. Denn eine lieblose Aneinanderreihung von standardisierten Textbausteinen, die keinerlei konkreten Bezug zu der ausgeübten Tätigkeit aufweisen, wird den Leser nicht von einer sehr guten Leistung und einem vorbildlichen Verhalten überzeugen.

Besonders perfide ist, dass Arbeitnehmer selbst kaum erkennen können, ob ihr Zeugnis mit gleichlautendem Beurteilungspart zig-tausendfach im Umlauf ist. Daher rät Verena Janßen, Inhaberin der VEJA-Zeugnisberatung, besonders den Fach- und Führungskräften, ihr Zeugnis von einem Fchmann prüfen zu lassen und es gegebenenfalls zu reklamieren. Denn laut Rechtsprechung haben Mitarbeiter Anspruch auf eine individuell auf sie zugeschnittene Beurteilung. (ArbG Berlin, Az.: 84 Ca 17498/03)

 

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