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Abwechslungsreicher Tagesablauf fördert die gesundheitliche Situation - Berufsförderungswerk München gGmbH

Daniel Russ an seinem neuen Arbeitsplatz

Daniel Ruß kann als Industriekaufmann seine beruflichen Interessen verwirklichen - Erfolgsberichterstattung aus dem Berufsförderungswerk München

Die gesundheitlichen Einschränkungen nach den beidseitigen Hüftgelenksoperationen bei Daniel Ruß erfordern bei der Ausübung des Berufs unbedingt abwechselnde Körperhaltungen im Tagesablauf. Nach der Ausbildung zum Industriekaufmann im Berufsförderungswerk (BFW) München hat Herr Ruß zum Glück im Vertrieb von Komponenten der Antriebstechnik ideale Arbeitsbedingungen in der Niederlassung Augsburg der Firma Ludwig Meister GmbH & Co. KG vorgefunden. Aufgaben am Schreibtisch werden durch das Bereitstellen einzelner Produkte aus dem Lager abgelöst. An bestimmten Tagen vertritt er Kollegen im Lager oder prüft den Warenein- und Warenausgang. Besonders freut ihn, seine technischen Interessen mit seinen kaufmännischen Kenntnissen und Fähigkeiten verbinden zu können.

Im Jahr 2000 schloss der mittlerweile fast 31-jährige Daniel Ruß seine Ausbildung als Tischler ab und arbeitete danach als Bauschreiner bzw. Zimmerer. Bevor er wegen seiner Erkrankung – einer Hüftkopfnekrose – die Arbeit schon in jungen Jahren aufgeben musste, arbeitete er als Gruppenleiter bei einer Produktionsfirma von Faserverbundkunststoffen. Diese überwiegend stehende Tätigkeit zwang Herrn Ruß nach dem Auftreten der Krankheit zur Aufgabe des Berufs.

Die bei ihm in der Zwischenzeit beidseitig aufgetretene Hüftkopfnekrose entsteht aufgrund mangelnder Durchblutung der Knochenzellen im so genannten Hüftkopf. Der medizinische Heilungsprozess dauerte bei Daniel Ruß sehr lange und der Weg in die berufliche Rehabilitation war durch die besondere Art der Krankheit und ihren unabsehbaren Folgewirkungen nicht vorgezeichnet. Die Ergebnisse der Berufsfindung und Arbeitserprobung in der Geschäftsstelle Augsburg des BFW München stellten zwar die berufliche Eignung Daniel Ruß‘ für kaufmännische Berufe und im Bereich der Qualitätssicherung fest, doch die gesundheitliche Situation ließ noch keine Prognosen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu. Das medizinische Gutachten, das Art und Umfang seiner Erwerbsfähigkeit bestimmen sollte, war nicht aussagekräftig genug, um die eindeutige Entscheidung treffen zu können, ob Herr Ruß eine Ausbildung beginnen kann. So entschieden er und der Reha-Berater der Deutschen Rentenversicherung Schwaben, erst einmal mit dem Reha-Vorbereitungslehrgang (RVL) für angehende Bürokaufleute zu beginnen, um spätestens am Ende des Lehrganges über den weiteren Fortgang der beruflichen Rehabilitation zu entscheiden. Während des Verlaufs des RVL gelangte er zur Überzeugung, dass ihm bei seiner ausgeprägten technischen Begabung die Ausbildung zum Industriekaufmann am meisten zusagen würde. Der für ihn zuständige Reha- und Integrationsberater unterstützte ihn in seinem Anliegen und half ihm bei der Umsetzung seines Ausbildungswunsches.

Auch während der Ausbildung zum Industriekaufmann benötigte er – diesmal aus privaten Gründen – das Verständnis und die Unterstützung der Mitarbeiter des BFW München, die ihm ohne Zögern gewährt wurden. So konnte er im Januar 2012 mit Erfolg die Abschlussprüfung im BFW München bestehen. Auch die Wahl des Praktikumsbetriebes und die Bemühungen um den späteren Arbeitsplatz waren bei Daniel Ruß wohlüberlegt. Der Standort der Fa. Ludwig Meister in Augsburg-Lechhausen sagte ihm sehr zu. Bei seinem Bewerbungsgespräch wegen des Praktikums sprach er schon konkret seinen Wunsch aus, dort auch später arbeiten zu wollen. Sein überzeugtes Auftreten brachte ihn dann auch zu seinem Ziel. Daniel Ruß ist stolz, nach einem Jahr Arbeit einen festen Arbeitsvertrag bekommen zu haben. Er arbeitet jetzt in einer Firma, die seiner gesundheitlichen Situation und seinen technischen Interessen entspricht sowie großen Wert auf die ständige Weiterbildung ihrer Mitarbeiter legt. Wir wünschen ihm weiterhin den erwünschten beruflichen Erfolg.